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Helmpflicht beim Skilaufen gilt für Kinder bis 15 Jahren in Italien, Österreich und Kroatien. In Deutschland, Frankreich und der Schweiz entscheiden die Eltern.

Wer übernimmt die Kosten?

Achtung Skiunfall: Richtig versichert auf der Piste

Ob mit Ski, Snowboard oder Schlitten – beim Wintersport passieren oft Unfälle. Nur wer übernimmt die Kosten? Wir erklären, worauf es beim Versicherungsschutz auf der Piste ankommt – und warum Wintersport-Policen oft überflüssig sind.

Ob mit Ski, Snowboard oder Schlitten – beim Wintersport passieren oft Unfälle. Nur wer übernimmt die Kosten? Wir erklären, worauf es beim Versicherungsschutz auf der Piste ankommt – und warum Wintersport-Policen oft überflüssig sind.

Mehr als 40 000 Deutsche verletzen sich jeden Winter beim Skilaufen. Um Unfälle zu vermeiden, sollten Skifahrer und Snowboarder die Regeln des Internationalen Skiverbands FIS berücksichtigen (siehe Kasten). Ist unklar, wer einen Unfall verursacht hat, orientieren sich viele Gerichte an den FIS-Regeln. Unabhängig von der Rechtslage kann ein Notfall auf der Piste teuer werden. Lücken im Versicherungsschutz werden schnell zur Kostenfalle. Vor dem Ski-Urlaub lohnt sich ein Blick in die Versicherungspapiere.

Haftpflicht ist Pflicht

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Grundsätzlich gilt: In den meisten Fällen reicht ein alltagstauglicher Versicherungsschutz. Bei Unfällen springt die private Hauftpflichtversicherung ein. Sie schützt vor Schadenersatzforderungen – auch im Wintersport. „Keine private Haftpflicht zu haben ist fahrlässig“, findet Thorsten Rudnik, Vorstand beim Bund der Versicherten. Die private Unfallversicherung zahlt, wenn man bei einem Sturz invalide wird. Sie ist allerdings entbehrlich, wenn bereits eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen ist. Wer im Ausland Ski fährt, sollte eine Auslandskrankenversicherung abschließen, rät Rudnik.

Wintersport-Policen

Private Haftpflicht, Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherung und im Ausland eine Auslandskrankenversicherung – damit sind Wintersportler grundsätzlich ausreichend versichert. Von speziellen Wintersport-Policen rät Rudnik ab. „In solchen Paketen ist viel drin, das man bereits hat“, so der Versicherungsexperte. Einzige Ausnahme: Jemand hat weder Haftpflicht- noch Unfallversicherung. „Dann ist der kurzfristige Abschluss einer Wintersport-Police besser als nichts“, so Rudnik.

Kurzentschlossene können jetzt sogar noch auf dem Weg in den Winterurlaub eine Versicherung abschließen – über ein neues App-Portal. „SureNow“ gibt es im Google Play- und im iTunes-Store gratis – ab 2,90 Euro bietet das Portal Versicherungsschutz für einen oder mehrere Tage.

Diebstahl & Skibruch

Wintersport-Policen enthalten neben den genannten Versicherungen oft zusätzlichen Schutz bei Diebstahl und Skibruch. Diebstahl deckt in vielen Fällen allerdings auch die Hausrat-Versicherung ab. „Wenn ins Hotel oder den Skikeller eingebrochen wird und die Ski gestohlen werden, zahlt die Hausratversicherung – auch im Ausland“, erklärt Rudnik. Das gilt allerdings nicht, wenn die Ski auf der Piste vor einer Hütte abgestellt und gestohlen werden.

Wer Ski generell gegen Verlust oder Bruch versichern möchte, kann eine Wintersportgeräte-Versicherung abschließen. „Das lohnt sich nur, wenn die Ausrüstung sehr teuer war“, findet Rudnik.

Promille auf der Piste

Das Thema Alkohol nehmen Versicherer sehr ernst. Laut Rudnik schließen die meisten Versicherungen in ihren Bedingungen Leistungen aus für den Fall, dass der Versicherte betrunken einen Unfall verursacht. Anders sei das bei der Haftpflicht, so Rudnik. „Die einzige Versicherung, die auch bei grober Fahrlässigkeit zahlt – also auch, wenn man betrunken andere schädigt.“

Von Manuela Dollinger

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