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Die Bergkulisse der Voralpen hat man immer vor Augen. Ein wunderbar ruhiger Spaziergang führt durch eine malerische ländliche Gegend.

Lenggries

Romantische Genusstour: Spaziergang mit Voralpenpanorama

In Lenggries soll es Spazierrouten geben, die nicht überlaufen sind, dafür aber ungemein romantisch. Wer sich im Ortsteil Anger auf den Weg macht, wird eine bäuerliche einsame Gegend vorfinden.

Vergessene Sträßchen und Wege schlängeln sich zwischen sanften Wiesenhügeln hindurch, ab und zu unterbrochen von entspannten Weilern und kleinen Wäldern. Die umliegenden Berggipfel hat man dabei fast ständig vor Augen. Und Ruhebankerl gibt es auf dieser Genusstour genug. Gleich hinter dem Schloss Hohenburg ist der Startpunkt der Tour. Doch bevor man losspaziert, lohnt noch ein Rückblick auf das prächtige Schloss. Ende des 11. Jahrhunderts wurde die Burg Hohenburg von den Grafen von Tölz erbaut. Sie stand auf einem Hügel zu Füßen des Geiersteins und war das wichtigste Herrschaftszentrum der Region. Ein bis dato ungeklärter Brand zerstörte im Jahre 1707 die Festung. Reste der Burgruine befinden sich auf einem Felshügel unweit des Schlosses Hohenburg. Graf Ferdinand Joseph von Herwarth ließ von 1712 bis 1718 das neue Schloss erbauen. Gleichzeitig legte der Gartenarchitekt Matthias Diesel einen wunderschönen Barockgarten an, von dem noch heute einige Bäume erhalten sind.

Spaziergang im idyllischen Alpenvorland

Nicht prunkvoll, aber heimelig und malerisch zeigen sich die Bauernhöfe schon am Anfang unseres Spaziergangs im Ortsteil Mühlbach. Einige der Häuser sind denkmalgeschützt und stammen aus dem 18. Jahrhundert. Man entdeckt den typischen Flachsatteldachbau mit Blockbau-Obergeschoss, dazu die umlaufende oder zweiseitige Laube. Kurz nach dem Baudenkmal „Guflmühle“ überquert man den Mühlbach und zieht danach über ausgedehnte und sonnenverwöhnte Weideflächen dahin – begleitet vom Voralpenpanorama. Beim Weiler Holz mündet man dann in einen breiten Wirtschaftsweg. Bald geht’s durch einen lichten Wald und vorbei an einem verträumten Fischweiher. Später, inmitten winterlicher Grasflächen, kommt man an den Wendepunkt der Tour. Und während man im Wäldchen noch der Stille lauscht, taucht hinter welligen Wiesen schon der völlig abgelegene Weiler Lasseln auf. 

Die Kulisse gleicht einem Heimatfilm: scheinbar greifbar nahe erhebt sich der Heigelkopf, der Glockenturm von Schloss Hohenburg spitzt zwischen Baumwipfeln hervor und ein Marterl am Wegesrand mahnt zur Demut. Im Bergab erreicht man wieder den Ortsteil Mühlbach und danach den Ausgangspunkt. Viel zu früh wird es dunkel, doch das ist kein Grund, sich schon auf den Heimweg zu machen. Lenggries ist derzeit feierlich geschmückt und bietet diverse Einkehrmöglichkeiten. Nicht zu übersehen ist der „Dom des Isarwinkels“, die Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere. Ab dem 1. Advent ist in der Kirche eine stimmungsvolle Weihnachtskrippe zu bewundern. Die holzgeschnitzten, traditionell gekleideten Figuren sind aus mehreren Epochen und zum Teil 200 bis 250 Jahre alt.

Von Doris Neumayr

Spaziergang bei Lenggries

ANFAHRT – Auto: A95 Ausfahrt Sindelsdorf. Über die B 472 nach Bad Tölz. Dort auf der B 13 Richtung Lenggries/ Sylvenstein/Achenkirch. Links bei der Ausschilderung: „Lenggries Süd / Anger“ – „Schloss Hohenburg“. Auf dieser Straße geradeaus, vorbei am Schloss bis zum Wanderparklatz (Gebührenpflichtig) Bahnstation: Lenggries, zu Fuß Richtung Ortsmitte/ Rathaus, weiter Richtung Süd/Südost (Karwendelstraße). Beim Ortsschild Anger links, vorbei am Schloss Hohenburg bis zum Wanderparkplatz.

TOUR – Ganze Runde 6,4 km, Gehzeit ohne Pausen knapp 2 Stunden, ein Großteil der Strecke ist asphaltiert und geräumt (teilw. für öffentlichen Verkehr gesperrt). Die breiten, aber nicht asphaltierten Wirtschaftswege werden nicht geräumt, ihre Begehbarkeit richtet sich nach der Schneelage. Vom Wanderparkplatz zieht man auf einem Sträßchen südwärts durch den Ortsteil Mühlbach bis zu einer Gabelung vor einem Bach (nach dem Baudenkmal Guflmühle). Hier folgt man der Straße nach rechts über den Bach. An der nächsten Verzweigung links und über freie Wiesenflächen dahin. 

Im Weiler Holz kommt man an eine beschilderte T-Kreuzung. Nun nach links, Schild: „Rundweg Lasseln Nr. 5“. Nach kurzer Gehzeit zweigt nach rechts ein Wirtschaftsweg ab (Rundweg Nr. 5). Wieder wandert man über aussichtsreiche Wiesen, dann an einem Weiher vorbei durch einen lichten Wald. Man trifft auf eine asphaltierte Straße und folgt dieser nach links (Lasseln Rundweg), bis man Weideflächen und einen Holzstadel erreicht hat. Hier an einer beschilderten Gabelung nach links am Waldrand entlang (Ww. Lasseln). 

Nun spaziert man auf einem nicht asphaltierten Wirtschaftsweg über Waldwiesen und kurz durch einen Wald. An einer Verzweigung im Wald hält man sich links und wandert wenig später über hügelige Wiesen zum Weiler Lasseln. Hier kommt man wieder auf ein asphaltiertes Sträßchen. Das Sträßchen führt bald leicht bergab, vorbei an einem auffälligen Marterl auf einem Hügel, bis zum Ortsteil Mühlbach. In Mühlbach gelangt man an eine T-Kreuzung und biegt nach links. Auf nun schon bekannter Route zurück zum Ausgangspunkt.

CHRISTKINDLMARKT – in Bad Tölz, Marktstraße. 50 Holzhäuschen, Kunsthandwerk, Bratäpfel, Lebkuchen und viele andere Köstlichkeiten; auf einer Bühne täglich festliche Musik (um 17 Uhr, Sa./So. auch 14 Uhr). Der Markt ist vom 25. Nov. bis 24. Dez. täglich von 11 Uhr bis 19 Uhr geöffnet, am 24. Dez. von 10 bis 14 Uhr.

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