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Reizvoller Ausblick von der Rampoldplatte.

Kurze Runde ins Blumenparadies über dem Jenbachtal

Bunte Berge

Manchmal ist es ein Vorteil, nicht besonders groß zu sein. Das gilt auch für manche Berge – wie die Rampoldplatte und den Mitterberg, zwischen Brannenburg und Bad Feilnbach gelegen.

Erstens lassen sie sich schon recht früh im Jahr und lange im Herbst erwandern. Zweitens können aufgrund des vergleichsweise kurzen Anstiegs Kinder mit auf Tour. Und drittens ist der Ausblick reizvoll: die Weitsicht ist phänomenal, und am Berg erfreuen die vielen Blumen. Die Rampoldplatte ist auch als Blumengipfel bekannt, gerade jetzt im Frühling ist alpine „Flowerpower“ angesagt.

Die Rampoldplatte ist ein auf vielen Wegen zu erreichendes Ziel. So lässt sie sich von St. Margarethen/Brannenburg aus erobern. Aber eben auch – und dies ist eine deutlich kürzere und dennoch überaus reizvolle Variante – aus dem Jenbachtal, also von der Bad Feilnbacher Seite her.

Eine Einkehr in der Schuhbräualm rundet die Spritztour zur Rampoldplatte genussvoll ab.

Und diese Route ist die Schau! Denn sie führt nur ganz kurz über eine Schotterstraße durchs schöne Tal, dann geht es über einen kleinen Steig zügig empor zum Mitterberg mit Blick auf den imposanten Breitenstein und später auch zum Wendelstein hinüber. Den kleinen kegelförmigen Mitterberg könnte man auf dem Weg zur Schuhbräualm auch umrunden. Doch wer ein bisschen Bergsteigerehre in sich spürt, der überschreitet diesen herrlichen, kleinen und formschönen Gipfel mit geringem Mehraufwand. Und wird dabei feststellen, dass es sich lohnt. Der kleine Gipfel bietet ein bäriges Panorama; und wer mit der Familie unterwegs ist, wird die Tour vielleicht schon nach diesem schönen Gipfelerlebnis beenden und bei einer Brotzeit auf der wenige Minuten entfernten Schuhbräualm ausklingen lassen...

Wer den Verlockungen von Kasknödel, Rahmschwammerl, Kaffee und Kuchen widerstehen kann, wird jedoch in einer Dreiviertelstunde die Rampoldplatte erklimmen. Am freien Gipfelhang geht es dabei etwas steiler, aber nach wie vor völlig unschwierig hinauf. Dass der Blick dabei immer schöner wird, versteht sich fast von selbst. Aber gleich so schön?

Der Berg ist ja nur 1422 Meter hoch, und doch bietet er vom Gipfel eine grandiose Aussicht übers Inntal zum Heuberg und zu den Hohen Tauern. Der Großvenediger stiehlt dort im Süden wieder einmal allen anderen Gipfeln die Schau, und gerade im Frühling, wenn sein pyramidenförmiges Haupt meist noch von Schnee gekrönt ist, glänzt er besonders anmutig in der tief stehenden Sonne. Wer die Tour noch einmal etwas erweitern will, dem sei die Überschreitung mit Abstieg zur Lechneralm und Querung zur Rampoldalm empfohlen. Dann folgt man dem Anstiegsweg zur Schuhbräualm, wo einer Einkehr schließlich nichts mehr im Wege steht.

Mit Blick von der Hüttenterrasse auf den Chiemsee darf man nach „getaner Arbeit“ uneingeschränkt genießen. Und die Schuhbräualm ist bekannt für gute Brotzeiten und einen schmackhaften Kuchen. Die Tour aus dem Jenbachtal über den Mitterberg ist also ganz klar eine für Genießer. Und sie ist absolut familientauglich. Das hat sich wohl auch ein unbekannter Künstler gedacht, der am Weg ein paar Holzskulpturen erschaffen hat. Ihm und den Zwergen, Pilzen und Hasen aus Holz sei es gedankt, dass es hier auch den Kleinen nie langweilig wird...

Von Bernhard Ziegler

RAMPOLDPLATTE (1422 M)

Anfahrt:

A 8 München-Salzburg, Ausfahrt Bad Feilnbach. St 2089 nach Bad Feilnbach. In die Ortsmitte abbiegen. Dort links in die Wendelsteinstraße. Auf ihr Richtung Süden an der Gaststätte Millau sowie einem großen Wanderparkplatz vorbei, und weiter ins Jenbachtal. Über die kleine Bergstraße – geöffnet 1. Mai bis 31. Oktober – zum großen Wanderparkplatz (gebührenpflichtig: 2 Euro/Tag).

Tour:

Vom Wanderparkplatz auf der Straße ein paar Meter nach Süden. Schon bei der Gabelung nach dem Wendeplatz zweigt man links auf die Schotterstraße Richtung Farrenpoint (Schild). Links auf den Niggl-Steig und über einen Wiesenrücken zum Wald. In Serpentinen steil empor. Den Abzweig zur Antretteralm lässt man rechts liegen und erreicht so unterm Mitterberg freies Gelände; über die Wiese zur unterm Mitterberg querlaufenden Almstraße. Auf ihr rechts bis zum Westrücken des Mitterberg. Nach links über den Steig auf dem Rücken empor bis zum aussichtsreichen Gipfel des Mitterberg. Dann überschreitet man den Gipfel und steigt über den Südostrücken ab zur Almstraße, der man einige Minuten bis zur Schuhbräualm folgt. Von der Almstraße bei der Schuhbräualm zweigt (10 m südlich der Hüttenterrasse) ein beschilderter Steig nach rechts zur Rampoldplatte ab. Ihm folgt man über die Wiese hinauf zur Rampoldalm (ca. 1250 m). Hier rechts bis zu einem Wegweiser, dem man nach links zur Rampoldplatte folgt. Am Ende quert der Steig in die Westflanke; bei der beschilderten Gabelung nach links oben und zum Gipfelkreuz.

Abstieg: 1. Wie Aufstieg. 2. Schöner ist eine Rundtour. Dazu folgt man dem Steig nach Süden und steigt ein paar Meter steil ab. Dann flach auf kleinem Pfad entlang des Kammes. Nach kurzer Zeit darf man den Abzweig zur Lechneralm/ Brannenburg nicht übersehen (Schild in Bodennähe!). Hier links zur Alm. Beim Wegweiser vor der Hütte links Richtung Rampoldalm. Man quert 20 Hm ansteigend hinüber zum Kamm, hält sich links und quert auf der anderen Seite hinunter zur Rampoldalm. Auf Anstiegsweg zurück.

Gehzeiten:

Ausgangspunkt zum Mitterberg 1,5 Stunden, zur Rampoldplatte (mit Überschreitung des Mitterberg) ca. 2,5 Stunden. 600 Höhenmeter. Charakter: Einfach, kurze, auch für Familien geeignete Bergwanderung mit netter Einkehrmöglichkeit und schöner Aussicht.

Einkehr:

Schuhbräu-Alm (1157m), privat, vom 1.5. bis 30.10., Mo Ruhetag, So/Fei ab 18 Uhr geschlossen, sonst bis 23 Uhr. Ü. auf Anfrage. Telefon: 0 80 34 / 23 91.

Karte:

Kompass-Karte 8, Tegernsee-Schliersee.

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