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Hinter der Sulzbergschneid (1117 m) öffnet sich von der Rampoldplatte (1422 m) der Blick in den Chiemgau mit Sims- und Chiemsee.

MITTERBERG, RAMPOLDPLATTE & HOCHSALWAND

Rundtour bei Bad Feilnbach: 3 Gipfel, 3 Hütten

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Mit Freunden wandern gehen? Sechs Leute unter einen Hut bringen? Die eine will sonnige Wege gehen, der andere braucht nach der Hälfte eine Halbe, die nächste liebt knorrige Pfade, aber liebliche Ausblicke.

Und weit anreisen will eh keiner! Puh, da wird die Tourensuche schwierig. Es sei denn, man stößt auf diese Rundtour bei Bad Feilnbach, die alle Wünsche erfüllt. Wenn man von München aus – mit etwas Glück – nach 45 Minuten Fahrtzeit in Bad Feilnbach in die Jenbachtal-Forststraße biegt, wird schon die bequemste Etappe zum Abenteuer.

In vielen Kehren windet sich der Weg entlang des Wildbaches bis zum Wanderparkplatz, hinter dem gleich der Wald zurückweicht und den Blick freigibt auf eine herrliche Almlandschaft, die quasi die Hälfte der Wanderung prägen wird. Vor den Augen reihen sich schon die heutigen Gipfelziele auf: Links der Mitterberg (1211 Meter), mittig die Rampoldplatte (1422 Meter), rechts die Hochsalwand (1625 Meter). Immer die Sonne im Gesicht geht’s zügig über die Hansen-alm zum zugigen Mitterberg: Weil der unscheinbare, grasige Gupf nahezu kahl ist, pfeift einem am Gipfel der Ostwind um die Ohren. Doch die Aussicht ist grandios – und für eine Rast ist es sowieso zu früh.

Brotzeiten lässt es sich vortrefflich an der Rampoldplatte – wenn man nicht schon auf dem Weg dahin den Versuchungen der Schuhbräu-Alm erlegen ist. Der felsdurchsetzte Gipfelaufbau bietet sonnengewärmte, windgeschützte Rastplätze und ein Panorama vom Feinsten: Im Norden Inntal, Sims- und Chiemsee, im Osten die Chiemgauer Alpen, weiter südlich erhebt der Kaiser sein noch weißes Haupt, direkt vor einem bauen sich Wendelstein und Wildalpjoch auf und von Westen grüßt der Breitenstein herüber. Eine tolle Schau, die nur noch von der höheren Hochsalwand getoppt wird.

Fasziniert beobachtet man, wie gegenüber die spielzeuggroße Wendelsteinbahn auf knapp 1800 Meter kraxelt. Und bewundert die Ingenieursleistung anno 1911/12: Entlang der steilen Felswände sind sieben Tunnel, acht Galerien und 12 Brücken verbaut. Ein Anblick, der einen noch bis zur Reindler-Alm begleitet, an der eine herzhafte Brotzeit wartet. Falls die Sennerin noch nicht heroben sein sollte, muss man sich bis zur Wirtsalm gedulden. Doch der Kaiserschmarrn ist das lukullische Finale einer Rundtour, die nun reihum für glänzende Augen sorgt...

MITTERBERG, RAMPOLDPLATTE & HOCHSALWAND

ANFAHRT – A 8 München – Salzburg, Ausfahrt Bad Aibling. Weiter nach Bad Feilnbach. Am Ortseingang re. in Kufsteinerstr., nach ca. 50 m links in Wendelsteinstr. und auf schmaler Straße ca. 4,8 km ins „Jenbachtal“ bis zum Ende der Forststraße (Wanderparkplatz Jenbachtal (830 m); gebührenpflichtig).

TOUR – Mittelschwer; rd. 800 Hm; Gehzeit ca. 5 Std. (o. Pause); Vor Hochsalwand steiles Stück (Drahtseile; Vorsicht b. Nässe). Trittsicherheit, Schwindelfreiheit nötig; Wanderausrüstung. Verlauf: Vom Parkplatz Ww. „Rampoldplatte“ / „Schuhbräu-Alm“ auf breitem Weg folgen. Nach einer Bachquerung links/ östl. auf steilen Pfad. Rechts halten bis zur Hansenalm. Dort auf breitem Weg rechts. Der Weg beschreibt einen Bogen von Ost nach Südwest; in einer engen Links-Kehre auf grasigem Pfad Abstecher nach Osten auf Mitterberg (1211 m; plus 50 Hm). Alternativ: Forstweg zur Schuhbräu-Alm. Kurz nach der Alm re. beschildert bergauf (Süd). Über Rampoldalm unschwer auf Rampoldplatte (1422 m) mit grandiosem Rundblick. Vom Gipfel kurzer steiler Steig (Süd) bergab, dann im Auf und Ab unterhalb des Lechnerkopfes vorbei. Dann kurzer steiler Anstieg über Nordflanke der Hochsalwand (Drahtseilversichert) bis zum Grat. Dort links / östl. unschwierig zur Hochsalwand (1625 m) mit Panoramablick. Vom Gipfel kurzes Stück zum bekannten Abzweig. Dort geradeaus / südwestl. immer leicht bergab zur Reindler-Alm (1430 m). Dort li. / südöstl. zum Fuß des Wendelsteins; re. rund 15 Min. um Wendelstein herum.Re. / nordwestl. Abzweig (Ww.Bad Feilnbach) und bergab bis Forststr.; wo diese auf eine T-Kreuzung stößt li.; in rd. 2 km (unterhalb Wirtsalm) zum Wanderparkplatz.

EINKEHR – 1. Schuhbräu-Alm; 1. Mai bis Ende Okt.; Mi-Sa bis 22 Uhr; So. bis 18 Uhr. Mo/Di Ruhetage. Laut Homepage (www.schuhbräu-alm.de) verschiebt sich die Saison-Eröffnung wegen eines Unfalls. 2. Reindler-Alm; nur Sommer, einfache Getränke & Brotzeit; Tel.: 0 80 34 / 646; 3. Wirtsalm; Mai bis Oktober, Di. Ruhetag; Tel.: 0 80 66 / 4 31.

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