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Herrliche Aussichten eröffnen sich schon auf dem Weg zum 1076 Meter hohen Gipfel des Schachenberg. Die nur rund zwei Stunden lange Tour ist ideal auch für Familien geeignet.

Kleiner Gipfel, große Schau

Kurze und ruhige Wanderung in den Chiemgauer Alpen

Man könnte ihn leicht übersehen, sollte man aber nicht! Der Schachenberg in den Chiemgauer Alpen bei Aschau ist gerade im Frühherbst eine ideale Unternehmung: Nicht zu lang, nicht zu steil, herrliche Wege, tolle Aussichten.

Zudem zählt der nur 1076 Meter hohe Gipfel zu den noch eher unbekannten, ruhigen Fleckerln im Priental. Der Name „Prien“ soll übrigens aus dem Keltischen kommen und soviel wie „Brigenna“ (= aus den Bergen kommend) bedeuten. Die Prien entspringt auch tatsächlich am gegenüberliegenden Spitzstein und mündet nach gut 30 Kilometern in den Chiemsee. 

Der Schachenberg liegt im Schatten der berühmten Gipfel des Prientales wie Geigel- und Spitzstein sowie Kampenwand. Und dann gibt es rundherum noch ein paar andere schöne Wandergipfel wie die Sonnwendwand, den Weitlahnerkopf oder Wandberg. Das sind aber allesamt längere Wanderungen. 

Unsere heutige Spritztour ist dagegen perfekt geeignet für Langschläfer oder weniger sportliche Leute. Natürlich ist die völlig unschwierige Tour auch wie gemacht für Familien mit kleinen Kindern. Nur etwa eine Stunde braucht ein Erwachsener zum Gipfel, um dort oben eine erstaunlich schöne Aussicht zu genießen. Auf dieser Route erlebt man die Berge soundso wie im Zeitraffer: Gleich zu Beginn trifft man auf einen hübschen Bach, der schäumend und glucksend neben dem Weg herläuft. 

Großes Kreuz auf kleinem Berg: Panoramablick vom Gipfel.

Anschließend quert man einen wunderbaren Wald, der im Sommer Schatten spendet und im Herbst farbenfroh leuchtet. Es folgt das weitläufige Almgelände mit der Schachenalm, die mit ihren weiß gekalkten Grundmauern, dem blumengeschmückten Holzbalkon und den Steinen auf dem Dach richtig urig daherkommt. Und wenn noch die Kühe unterm weiß-blauen Himmel weiden, dann wähnt man sich in einer kitschig-schönen oberbayerischen Bilderbuchlandschaft – auch wenn die Sendeanlagen unterhalb des Gipfels die Idylle kurz optisch stören. Die Brotzeit muss man sich bei dieser kurzweiligen Tour selbst mitbringen, denn mit einer Einkehr wartet der kleine Berg nicht auf. Doch bei einer Gesamtgehzeit von nur rund zwei Stunden bleibt ja genug Zeit, sich bei der Rückkehr ins Tal zu stärken. Im Priental finden sich die Gasthäuser wie auf einer Perlenschnur aufgereiht, man muss sich nur das schönste aussuchen, um auf einen herrlichen Wanderausflug anzustoßen.

Von Bernhard Ziegler

SCHACHENBERG (1076 METER)

ANFAHRT – A 8 München – Salzburg, Ausfahrt Frasdorf. Nach Aschau und weiter auf der Straße bleibend ins Priental bis zum Weiler Grattenbach (700 m; ca. 8 km von Aschau). Parkplatz bei einer Bushaltestelle.

TOUR – Vom Parkplatz Richtung Berg auf einem Sträßchen an den Häusern vorbei (Ww. Schachenberg, Weg 13). Eine Abzweigung lässt man rechts liegen und marschiert gerade aus weiter. Auf der Forststraße entlang des Grattenbaches durch den Wald. Rechts von einem Wendeplatz mündet der Forstweg in einen kleinen Pfad (Ww. Schachen). Hier auf dem Weglein noch ganz kurz geradeaus, dann findet man bei einem Ww. (Schachen – Huben 13) eine Abzweigung nach rechts oben. Hier Richtung Süden empor. Bald führt der Weg entlang eines sanften Waldrückens hinauf. Es folgt ein Zaunübertritt. Dann quert der Weg ins freie Gelände und führt und in einem weiten Linksbogen unter großen Sendeanlagen hindurch und um den Gipfel herum zur Schachenalm. Über einen weiteren Übertritt erreicht man eine Almstraße. Nun links, auf dem breiten Weg in umgekehrter Richtung in einem weiten Rechtsbogen um den Gipfel herum. Über die Rückseite des Berges erreicht man die Gipfelkuppe mit dem höchsten Punkt und großem Holzkreuz.

INFO – Kurze, einfache, ruhige, familientaugliche Wanderung mit schönem Gipfelblick. Tourdaten: 400 Höhenmeter; Aufstieg: rund eine Stunde; Abstieg: 45 Minuten.

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