KATWARN ausgelöst! Schwere Unwetter in Bayern

KATWARN ausgelöst! Schwere Unwetter in Bayern
Noch vor knapp zwei Wochen verwöhnte der „Martini-Sommer“ den Wanderer beim Abstieg von der Schliersbergalm mit Bildern wie im Frühherbst.

„Höhensonne“ tut gut

Am Schliersee: Erst auf die Alm, dann Weihnachtsmarkt

Freilich, ein Geheimtipp ist die Schliersbergalm nicht. Doch während im Sommer heroben Volksfeststimmung herrscht, geht’s im Winter beschaulich zu.

Steigt man dann noch über eine etwas unbekanntere Wanderroute hinauf, ist es in den waldigen Hängen besinnlich still. Fünf Brüder waren es, die laut Urkunde des Hochstifts Freising im Jahre 779 am „Slyrse“ eine klösterliche Zelle samt vom Bischof Arbeo geweihter Kirche gegründet haben. Das war der Anfang der Gemeinde. Viel später entwickelte sich Schliersee zur Wiege des bayerischen Wintersports. 1906 wurde hier die erste „Bayerische Ski-Meisterschaft“ mit einer unglaublichen Distanz von 25 km Dauerlauf auf Skiern ausgetragen.

Rund um den Weinberg

Der wohl bekannteste einheimische Skifahrer ist Markus Wasmeier. 2007 eröffnete der zweifache Olympiasieger ein Freilichtmuseum in Form eines altbayerischen Bauerndorfes. Zum 5. Mal findet heuer dort ein historischer Weihnachtsmarkt statt. Die Höfe sind festlich beleuchtet und lassen nicht nur Kinderaugen glänzen. Glasbläser, Weber, Kripperlbauer und Bäcker zeigen ihre Künste. Vielleicht macht auch Frau Holle mit und schenkt ein winterliches Ambiente. Apropos Winter: wenn es geschneit hat in den Bergen wird die heutige kleine Wanderung zur Schliersbergalm schnell zur anstrengenden Stapferei. Wer keine Schneeschuhe hat, nimmt dann am besten die bekannte Route entlang der Sommerrodelbahn, die wir heute für den Abstieg vorschlagen. Ja, und wer es ganz bequem mag und nur etwas „Höhensonne“ tanken will, schwebt einfach mit der Seilbahn hinauf... Doch nun schnürt man seine Wanderstiefel und zieht los. Der See- und Alpenblick lässt nicht lange auf sich warten. Obwohl ein steiles Sträßchen zu den Bauernhöfen im Ortsteil Riß hinaufzieht, genießt man das weite Panorama. Ein Feldweg bringt einen nach dem letzten bäuerlichen Anwesen zum Waldrand. Dort beginnt ein kurzweiliger und gut ausgeschilderter Wanderweg. Hoch über dem Kreiter Graben steigt man einen breiten Waldrücken hinauf und gelangt später auf eine Forststraße. Den Aufstieg zum Schliersberggipfel lässt man links liegen, denn außer frischgrünem Tann gibt’s dort oben nichts zu sehen. Sobald man würzigen Küchengeruch erschnuppert, ist es nicht mehr weit zur Alm. Plötzlich hebt der Wald den Vorhang, man steht auf den aussichtsreichen Wiesen bei der Schliersbergalm. Das Auge schweift über den See und über die nahen Berggipfel: Brecherspitz (1683 m), Bodenschneid (1667 m), Baumgartenschneid (1444 m), Gindelalmschneid (1330 m). Leider sind die Tage kurz in dieser Jahreszeit und wer nicht in der Dämmerung stolpern will, macht sich zeitig auf den Weg ins Tal. Und weil jetzt keine Sommerrodelbahn mehr rattert, ist der Abstieg über die lichten Wiesen auf dem ganzjährig begehbaren Weg ein purer Genuss. Da ein Ausflug nach Schliersee ohne Besuch am See nur halb so schön ist, folgt man nicht der Ausschilderung zur „Schliersbergbahn Talstation“, sondern dem Schild „Schliersee“. Im Ort umrundet man den Weinberg, auf dem die 1350 erbaute Kapelle St. Georg thront. Dann geht’s an der Pfarrkirche St. Sixtus vorbei zum Ufer, wo man bei einer Brise Seeluft die Wanderung ausklingen lässt.

Von Doris Neumayr

Wanderung am Schliersberg

ANFAHRT – Auto: A 8 München – Salzburg, Ausfahrt Weyarn. Richtung Miesbach. B 307 bis Schliersee. Auf der „Miesbacher Str.“ bis zur Rechtsabzweigung „Bahnhof“ (Tengelmann). Am Bahnhof parken (gebührenpflichtig). Bahn: Von München mit der BOB bis Bahnhof Schliersee (Stundentakt); Info: www.bayerischeoberlandbahn.de

TOUR – Runde: 6,5 km, 300 Hm., Aufstieg 1 – 1,5 Std., Abstieg 1 Std; teils steil über Wanderwege und Forststra- ßen, teils asphaltiert; bei Schnee Lawinengefahr beachten! Aufstieg: Vom Bahnhof zurück zur „Miesbacher Str.“ und diese überqueren. Auf Gehsteig nach Norden, vorbei an einer Tankstelle, danach rechts in die „Rißeckstraße“. Nach den letzten Häusern kommt vor einem Wiesenhang eine Verzweigung. Hier links steil bergauf zu einem Bauernhof und dort der Kurve aufwärts folgen über Wiesen. Man erreicht wieder ein bäuerliches Anwesen (Schild: „Privatweg, Durchgang auf eigene Gefahr“) und kommt gleich danach zur Ausschilderung „Schliersbergalm“. Nach einer Stallung ostwärts und auf einem Feldweg zum Waldrand. Ein Schilderbaum weist nach links („Schliersbergalm 673a“). Ab hier ist die Route gut ausgeschildert. Es geht über einen waldigen Rücken bergan, bis man einen Forstweg kreuzt. Man dreht nach rechts und trifft bald auf eine breitere Forststraße. Nochmals rechts und im Wald bergan. Wenig später rechts abwärts. Nach einer letzten Verzweigung mit Schilderbaum zur freistehenden Schliersbergalm. Abstieg: Zurück zur letzten Verzweigung mit Schilderbaum, jetzt rechts Ww. „Schliersee“. Über sonnige Wiesenhänge bergab, bis man ein Asphaltsträßchen und die ersten Häuser erreicht. An der Verzweigung „Dek.-Maier-Weg“ / „Hans-Miederer-Straße“ links: „Schliersee 15 min“. Um den Weinberg mit der St. Georg Kapelle herum bis zur Bundesstraße, die man überquert. Linkerhand der Pfarrkirche St. Sixtus geht der „Seeuferweg“ zum Schliersee. Kurz am See entlang, dann vor dem Gebäude „vital welt“ nach rechts und der Ausschilderung „Bahnhof“ folgen.

TIPPS

1. Schliersbergalm (1061 Meter) ist das ganze Jahr geöffnet, Restaurant-Kioskstüberl, ab 10 Uhr; Tel.: 0 80 26 / 67 22; www.schliersberg alm.de Die Seilbahn fährt während der Wintersaison von November bis April täglich von 8.30 Uhr bis 18 Uhr jede Viertelstunde zur Schliersbergalm (Tel.: 0 80 26 / 67 23).

2. Freilichtmuseum Markus Wasmeier, Brunnbichl 5, Schliersee-Neuhaus (Bhf. Fischhausen/Neuhaus); Telefon: 0 80 26 / 92 92 20; Öffnungszeiten: Di-So/Fei 10 bis 17 Uhr; Montag Ruhetag.

3. Historischer Weihnachtsmarkt im Freilichtmuseum (freier Eintritt). Öffnungszeiten: Fr., 11. Dez. 15 bis 20 Uhr; Sa., 12. Dez. 12 bis 20 Uhr; So., 13. Dez. 12 bis 20 Uhr.

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