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Diagnose & Behandlung

Schmerzen in Gesäß und Beinen: Das Piriformis-Syndrom

Es ist eine immer häufigere Diagnose, insbesondere bei Läufern und Viel-Sitzern: Das Piriformis-Syndrom. Aber was genau verbirgt sich dahinter? Informationen und Präventionsmöglichkeiten, nicht nur zu einem Läufer-Phänomen.

Was ist das Piriformis-Syndrom?

Beim Piriformis-Syndrom handelt es sich um eine Reizung oder Kompression des Ischiasnervs, verursacht durch eine Entzündung des Piriformis-Muskels. Typische Symptome sind primär starke Schmerzen im Gesäß, die bis in den hinteren Oberschenkeln und teilweise auch in den Lendenbereich ausstrahlen können. Mögliche Begleiterscheinungen sind auch Kribbeln und Taubheitsgefühl bis in die Zehen. Leider haben Ärzte oft nicht mehr die nötige Zeit, um eine umfassende Untersuchung vorzunehmen. Dies zeigen viele Erfahrungsberichte. Häufig werden Patienten ohne konkrete Diagnose zum Physiotherapeuten geschickt. Viele fühlen sich alleingelassen und verunsichert.

Das erste Seminar zum Piriformis-Syndrom in München

Genau aus diesem Grund bietet die Trainingsworld-Sportexpertin und Buchautorin Katharina Brinkmann im ersten Seminar, das sich dezidiert mit dem Piriformis-Syndrom auseinandersetzt, ihre Unterstützung an. In diesem Workshop zur Selbsthilfe, der im FT-Club in Moosach, Pelkovenstraße 148, stattfindet, erklärt Frau Brinkmann, mit welchen Übungen man das Syndrom schnell und effektiv wieder in den Griff bekommen. Außerdem zeigt sie was wichtig ist, um langfristig schmerzfrei zu bleiben und den Weg in einen gesunden Alltag zurück zu finden. Alle weiteren Infos zum Workshop gibt es hier unter dem Punkt „PIRIFORMIS SEMINAR“.

Diagnose

Die gleichen Symptome treten auch bei einer Bandscheibenproblematik auf, weswegen es häufig zu einer Verwechslung kommt. Zur einwandfreien Diagnose eines Piriformis-Syndroms sollten Sie deshalb unbedingt einen Arzt aufsuchen. Denn einen eindeutigen Test zur Diagnose des Piriformis-Syndroms gibt es leider noch nicht. Verschiedene Muskeltests liefern aber zumindest Indizien: Verstärken sich die Schmerzen bei der Abduktion und bei der Adduktion des Oberschenkels (seitliche Bewegung des Oberschenkels nach außen oder innen), deutet dies auf ein mögliches Piriformis-Syndrom hin. Wichtig ist allerdings, dass zunächst ein Bandscheibenvorfall ausgeschlossen wird.

Ursachen

Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich können viele Ursachen haben. Es ist nicht immer ganz einfach zu differenzieren, ob der Schmerz durch eine Blockade des Darmbein-Kreuzbein-Gelenks oder etwa einen Bandscheibenvorfall hervorgerufen wird. Auf einer Verordnung für Physiotherapie findet man nicht selten Bezeichnungen wie "Lumbalgie" oder "Ischialgie", leider grenzt diese Bezeichnung nicht ein, ob ein knöchernes Problem wie die Blockade vorliegt, oder ein muskuläres Problem, wie etwa der Hartspann der Gesäßmuskulatur. Als mögliche Ursachen für ein Piriformis-Syndrom werden langes Sitzen, einseitige Bewegungsabläufe wie z.B. beim Laufen, ein dickes Portemonnaie in der Gesäßtasche, Überanstrengung oder schweres Heben genannt. Wissenschaftlich ist jedoch noch nicht ausreichend belegt, wodurch es tatsächlich zur Reizung des Piriformis-Muskels und damit auch zur Reizung des Ischiasnervs kommt.

Wie verläuft der Muskulus Piriformis?

Der Muskulus Piriformis verläuft von der seitlichen Vorderkante des Kreuzbeins auf Höhe des 2. bis 4. Kreuzbeinloches bis zur Spitze der Innenseite des Trochanter major. Zu seinen Funktionen zählen die Außenrotation bei gestreckter Hüfte und der Abduktion bei gebeugter Hüfte.

Behandlung

Das Hauptziel der Behandlung ist das Lösen des verspannten Muskels sowie das Dehnen der verkürzten Strukturen. Neben dem Musculus Piriformis sind der Musculus gluteus medius, Musculus tensor fascie latae und der kontralaterale Musculus quadratus lumborum in 90 % der Fällen mit verspannt. Durch leichte Massagen aber auch durch Querfriktionen kann der richtige Tonus der Muskulatur wieder hergestellt werden. Eigendehnungen sowie Kräftigungsübungen besonders der Abduktoren der Hüfte stehen hierbei im Vordergrund.

Effektive Dehnübungen finden Sie hier.

Im Anfangsstadium dieser Erkrankung können entzündungshemmende Schmerzmedikamente (z.B. Ibuprofen oder Diclofenac) für Linderung sorgen. Entscheidend dabei ist es, die Entzündung aus dem Piriformismuskel zu bekommen, da dieser auf den Ischiasnerv drückt. Ebenfalls sinnvolle Maßnahmen sind Triggerpointbehandlungen, Massagen und Dehnübungen, um die Spannung aus dem Muskeln zu ziehen. Im fortgeschrittenen Stadium können Muskelspasmen auftreten. Mit rezeptfreien Schmerzmedikamenten ist das Piriformis-Syndrom dann nicht mehr in den Griff zu bekommen und erfordert eine ärztliche und physiotherapeutische Behandlung. Entzündungshemmend und abschwellend können Kortisonspritzen wirken. Ebenfalls erfolgversprechend angewendet werden manuelle Therapie, Ultraschall oder die Stosswellen-Therapie. Zudem lohnt sich der Besuch bei Osteopathen. Als letzter Ausweg bleibt dann noch ein operativer Eingriff, um den Ischiasnerv zu entlasten. Die Operation erfolgt minimal-invasiv.

Vorbeugen

Um dem Piriformissyndrom vorzubeugen, sollte man zunächst am persönlichen Trainingsplan feilen. Man sollte nicht nur die motorischen Fähigkeiten schulen: mit dem Laufen deckt man zwar die Ausdauer ab, allerdings verliert der Muskel auf Dauer an Kraft. Die beste Möglichkeit, einem Piriformis-Syndrom vorzubeugen, sind laut wissenschaftlichen Studien regelmäßige Kraft- und Dehnübungen. Da der Piriformismuskel vor allem an der Außenrotation und der Abduktion beteiligt ist, sind kräftigend wirkende Übungen, bei denen Sie das Bein seitlich abspreizen müssen, hier von Vorteil.

Quelle: Trainingsworld

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