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Schneemangel: Kann ich den Urlaub absagen?

Schneemangel: Kann ich den Urlaub absagen?

Elf Meter Schnee, mei wär‘ des schee: In Warth-Schröcken am Arlberg erfüllen sich solche weißen Träume, normalerweise. Heuer aber ist auch im schneereichsten Skigebiet Europas Ebbe.

Und Fritz Schlierenzauer, seit über 30 Jahren Wettermelder der Lawinenstation am Körbersee, sieht rot, weil er nur grün sieht.

Anderswo ist es nicht anders: Auf der Zugspitzewurde das Winteropening wegen Schneemangels am vergangenen Wochenende abgesagt. In Obertauern und Ischgl haben sie zwar planmäßig Party gefeiert, aber in der einen Skiregion laufen die Lifte noch gar nicht, in der anderen nur sehr eingeschränkt.

Überall hoffen sie inständig auf den Schnee. Und stehen gleichzeitig vor einem anderen Problem: Was tun mit den Reservierungen für den Winterurlaub vor Weihnachten?

Rein rechtlich gibt es keine Verpflichtung seitens der Hoteliers oder Veranstalter, einen bereits gebuchten Winterurlaub wegen Schneemangels zu stornieren. Wetter und Witterung gehören zum allgemeinen Lebensrisiko, und nur, wer explizit mit Schneegarantie gebucht hat, kann stornieren oder den Reisepreis mindern.

Das ist die Theorie. Aber in der Praxis machen sich die Verantwortlichen in den Skiregionen natürlich in diesen Tagen so ihre Gedanken. Denn unzufriedene Urlauber, die braucht keiner.

So bietet zum Beispiel Bad Kleinkirchheim seinen Gästen für den Preis des Skipasses kostenlose Eintritte in die Thermen Römerbad und St. Kathrein. Außerdem ist ab 2. Dezember die Brunnachbahn in den Nationalpark Nockberge wieder geöffnet. Das Verkehrsamt hat Wanderprogramme ausgearbeitet.

Das Hotel Steffisalp in Warthgarantiert seinen Gästen eine kostenlose Stornierung, wenn in der Zeit ihres Aufenthalts weniger als fünf Lifte im Skigebiet Warth-Schröcken in Betrieb sind. Auch Lech und Zürs am Arlbergversuchen Schneemangelgeschädigte Urlauber mit Alternativprogrammen zu besänftigen. In der Katschberg-Region bieten einige Hoteliers den Gästen an, ihren Aufenthalt zu verschieben, falls kein Schnee liegt.

Entspannt ist die Schneesituation in Tirol, wo zumindest auf den fünf großen Gletschern der Skibetrieb möglich ist. Aus anderen Wintersportorten werden Transporte auf den Hintertuxer, den Stubaier, Pitztaler und Kaunertaler Gletscher, in das Gletscherskigebiet Sölden und in die Axamer Lizum sowie ins Kühtai, das höchstgelegene Schneedorf Österreichs, organisiert. Außerdem verweist Tirol auf die Ausflugsmöglichkeit nach Innsbruck.

Und überall bleibt die Hoffnung auf das weiße Wunder vor Weihnachten. Auf einer Krisensitzung in Wien hat Österreichs Wirtschafts- und Tourismusminister Reinhold Mitterlehner am Montag versprochen: „Der Schnee wird nächste Woche sicher kommen.“ Ob er einen besonderen Draht nach oben hat?

ch 

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