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Für Wintersportler ein trauriges Bild: Grüne Wiesen statt weißer Pisten.

Winterurlaub ohne Schnee: Ihre Rechte

Grüne Wiesen statt weißer Pisten. An vielen Urlaubsorten herrschen eher mäßige Wintersportbedingungen. Welche Rechte haben Skiurlauber bei entgangener Schnee-Gaudi?

Kein Schneegestöber, kein Storno

Rechtlich betrachtet sind grüne Pisten am Urlaubsort ein "allgemeines Lebensrisiko", auf gut Deutsch also: Pech.

Somit gibt es rein rechtlich keine Verpflichtung seitens der Hoteliers oder Veranstalter, einen bereits gebuchten Winterurlaub wegen Schneemangels zu stornieren.

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Ausbleibender Schnee ist auch keine höhere Gewalt wie ein Sturm oder eine Flutkatastrophe, denn es passiert ja im wahrsten Sinne des Wortes "nichts". Der Urlauber wird dadurch auch nicht gefährdet - eher das Gegenteil ist der Fall.

Nur, wer explizit mit Schneegarantie gebucht hat, kann stornieren oder den Reisepreis mindern.

Das ist die Theorie. Aber in der Praxis machen sich die Verantwortlichen in den Skiregionen natürlich in diesen Tagen so ihre Gedanken. Denn unzufriedene Urlauber, die braucht keiner.

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Ski und Rodel befriedigend reicht aus

Blütenweiße Pisten und glitzernden Pulverschnee bis ins Tal kann niemand garantieren. Aber auch wenn in der Tourismus-Branche blumige Werbetexte weit verbreitet sind, müssen Zusagen eingehalten werden.

Anja-Mareen Decker, Leiterin der Advocard-Rechtsabteilung: "Wenn im Reisekatalog Schneesicherheit versprochen wurde undsich diese am Urlaubsort nicht bewahrheitet, steht dem Urlauber eine Entschädigung zu." Allerdings muss schon ein Totalausfall sämtlicher Lifte vorliegen, um alle Ansprüche geltend zu machen. Sind beispielsweise die höher gelegenen Pisten befahrbar, ist diese Zusicherung schon erfüllt und der Veranstalter ist aus dem Schneider.

Eine längere Anfahrt zur Piste muss bei Schneemangel ebenfalls in Kauf genommen werden. Aber selbst wenn gar kein Wintersport möglich ist, muss der Veranstalter nicht den vollen Preis der Reise zurückerstatten.

Das Amtsgericht München sprach Klägern, die trotz Schneeversprechens vor stillgelegten Liften standen, beispielsweise nur ein Viertel des Reisepreises als Entschädigung zu. Schneesicher bedeutet auch nicht, dass der Schnee bis vor die Haustür liegen muss.

Richtig reklamieren, Chancen wahren

Ansprüche von Urlaubern an den Reiseveranstalter werden oft wegen Nichteinhaltung von Fristen, Formfehlern oder überhöhten Forderungen zurückgewiesen.

"Reisemängel müssen unbedingt noch vor Ort bei der Reiseleitung beanstandet werden. Geht das nicht, muss der Veranstalter in Deutschland benachrichtigt werden", erklärt Advocard-Expertin Anja-Mareen Decker. "Ansonsten verlieren Urlauber ihre Ansprüche."

Wenn in der gesamten Skiregion kein Schnee gefallen ist und Schneesicherheit garantiert wurde, kann der Urlauber den Reisepreis mindern. Dieses Urteil gilt allerdings nur für Pauschaltouristen. Hat der Wintersportler das Hotel auf eigene Faust gebucht, kann der Hotelier nicht haftbar gemacht werden.

Quelle: Advocard/tz/mm

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