Lebensgefahr! Heute nicht an Isar aufhalten - selbst wenn es nicht regnet

Lebensgefahr! Heute nicht an Isar aufhalten - selbst wenn es nicht regnet
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Stimmungshoch an einem neblig-trüben Wandertag: Herrlicher Blick zum Karwendelgebirge beim Aufstieg zum Hirzeneck bei Klais.

Einfache Tour bei Hirzeneck

Schneeschuhwanderung: Einstieg in den Winter

Für den späten Winterstart bietet das kleine Hirzeneck die ideale „Eingehtour“. Über Klais erhebt sich der Waldbuckel mit vielen freien Hängen und Schneisen – perfektes Gelände für eine erste, einfache Schneeschuhtour.

Davon ahnt man zu Beginn allerdings noch nichts. Fast eben geht es durch die Klaiser Wiesen, die Bergflanken linker Hand sind dicht mit Wald bedeckt. Doch dann leitet eine Traktorspur bergauf und führt einen zu einem versteckten freien Hang, an dem vor vielen Jahren mal ein Skilift lief. Viel Platz ist hier um das Schneeschuhgehen zu üben: Am besten im linken, weniger steilen Teil kann man seine Spur anlegen. Erfahrene Schneeschuhgeher wissen, dass die übergroßen „Schuhe“ am liebsten gerade den Berg erklimmen, Querungen sind eher unvorteilhaft. Dennoch lassen sich im unteren Teil ein paar Kehren wohl nicht vermeiden. Oben wird es dann flacher und nach weiteren Anstiegen öffnet sich das Panorama immer mehr.

Hoch über dem G7-Gipfel-Ziel

Vor allem die Soierngruppe und die Karwendelkette erheben sich im Osten zu voller Größe. An einem Hüttchen dann scheint die Tour plötzlich ein Ende zu haben. Der Wald riegelt den Berghang ab. Doch eine Forststraßenschneise, die man kurze Zeit später auf eine noch schmalere Wegschneise linker Hand verlässt, lässt einen quasi als Pfadfinder einen Durchschlupf durch den Waldgürtel finden. Und plötzlich steht man wieder auf weiten verschneiten Wiesen. Gemächlich geht’s nun noch bergauf auf rund 1160 Meter, wo ein schönes großes Christuskreuz neben einer Hütte zur Rast einlädt. Die eigentlichen Gipfelkuppen des Hirzenecks sind Richtung Westen noch ein Stückchen höher, aber dort machen die Waldgürtel die Orientierung wieder schwieriger. So begnügt man sich mit der freien Anhöhe am Kreuz, wo der Blick nun auch nach Süden und Westen schweift – auf große Teile des Wettersteingebirges. Und dieses Panorama bleibt beim Abstieg erstmal erhalten. Tief unten im Süden liegt, für uns allerdings unsichtbar, das Elmautal mit den Schlosshotels von Kranzbach und Elmau – spätestens seit dem G7-Gipfel weltberühmtes Terrain. Die Abstiegsroute durchquert dann den Köchelgraben und verläuft schließlich auf stillen und bequemen Forststraßen durch verschneiten Wald Richtung Klais zurück. Am Ende wartet noch ein kulturelles Zuckerl: Ein Stück der rund 2000 Jahre alten Römerstraße „Via Raetia“, die einst über den Brenner, Mittenwald und Partenkirchen bis Augsburg verlief, ist bei Klais erhalten geblieben. Neben dem Kranzbach gräbt sich der Weg mit der historischen Spurbreite von 107 Zentimetern in den Wald ein. Ist er trotz Schnee und Eis begehbar, bietet er den interessantesten Teil des Rückwegs nach Klais. Ansonsten kann man einfach dem Sträßchen in den Ort folgen, wo noch ein kleines Postkartenmotiv wartet: Die verschneite Klaiser Kapelle aus dem 16. Jh. Die Fresken an der Außenseite sind erst gut 50 Jahre alt, aber wunderschön. Wer öffentlich angereist ist, erreicht noch vor dem Wanderparkplatz den Bahnhof, der sich lange Zeit rühmen konnte, Deutschlands höchst gelegene Intercity-Station zu sein.

von Christian Rauch

SCHNEESCHUHTOUR HIRZENECK

ANFAHRT – Bahn: Regelmäßige Verbindung München – Garmisch-Partenkirchen – Klais. Vom Bahnhof aus rechts zum Parkplatz. Auto: A 95 München – Garmisch-Partenkirchen bis Autobahnende. Weiter B 2 Richtung Mittenwald. Nach Klais abbiegen, rechts zur Kapelle und rechts zum Bahnhof. Wenig weiter liegt der Wanderparkplatz.

TOUR – Gehzeit: ca. 3 bis 3,5 Stunden. Höhenunterschied: ca. 250 Meter. Schneeschuhe sind für diese teils weglose Wintertour meist nötig. Kaum beschildert, daher genau auf die Beschreibungen achten! Vom Parkplatz auf dem Weg am Bahngleis gerade weiter. Beim Radwegeschild Garmisch links ab und auf Traktorweg am Bergfuß entlang. Nach deutlicher Kurve an einem Holzstoß links bergauf. Bei Hütten rechts den Hang hinauf. Weiter oben links von einer kleinen Hütte bleiben und die linke Schneise weiter. Hinter Zaunpfählen durch flacheres Gelände, bei weiteren Hütten rechts hinauf. Links neben der obersten Hütte auf Forstwegschneise in den Wald. Nach einigen Metern, noch bevor sich die Forststraße nach links und rechts gabelt, links ab auf schmalere Forstwegschneise (weiße Doppelstriche an den Bäumen!). Bald hinaus auf freie Wiesen und bergauf zu einer hellen Holzhütte. Links zu großem Holzkreuz an Hütte (Rastplatz). Zu einem Brunnen und, rechts des Waldes, weiter bergab querend. Vor der ersten von zwei Hütten direkt links hinab und auf Forststraße in den Wald. Bergab zu einer Wiese und an ihrem linken Rand abwärts. Halblinks zu einer Holzhütte und vorbei an Baumstämmen hinab in ein kleines Tal. Jenseits auf Forststraße links aufwärts, bald wieder bergab und nach Holzstößen auf die linke Forststraße. Leicht bergab, an Baumstämmen vorbei und an einer breiten Verzweigung rechts. Bald der Beschilderung nach Klais folgend und bergab bis zur Autostraße. An ihr links rasch nach Klais. Alternative: über die Straße queren und jenseits dem Schild zum Römerweg folgen. Über den Fluß, etwas bergauf und bei Schildern und Bänken links zu einem Fahrradverbotsschild. Dahinter auf dem Römerweg (wenn begehbar) bergab. Bei Infotafel rechts des Bachs weiter nach Klais hinein. Links zur Kapelle und rechts zum Bahnhof. Geradeaus weiter zum Parkplatz.

LANGLAUFEN – Beim Parkplatz beginnt die Loipe Richtung Kaltenbrunn. Sie ist in ihrem ersten Teil ein flacher einfacher Rundkurs. Weiter Richtung Kaltenbrunn (hin und zurück rund 10 km) ist sie nur für geübte Läufer, da teils steilere Abfahrten und zurück längere Anstiege.

Loipenzustandsbericht: www.alpenwelt-karwendel.de/loipen-pistenbericht-bayern

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