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Entspannen mit Panorama-Blick am Stadl auf dem Stadlberg. Bei klarer Sicht zeigen sich die Chiemgauer Alpen greifbar nah.

Abwechslungsreiche Route ist unabhängig von Wetterlaunen

Schönheit mit Ausblick

Was haben Schneesturm, Gummistiefelwetter und Sonnenschein gemeinsam? „Den Stadlberg bei Miesbach!“ Und zwar in Form eines variablen Ausfluges unabhängig von allen Wetterlaunen.

Bei winterlicher nasser Witterung erweist sich der Haushamer Ortsteil Agatharied als guter Ausgangspunkt für eine Kurzvariante. Man spaziert auf einer schmalen Fahrstraße über freie Weideflächen bergan und erreicht in einem knappen Stündchen die warme Stube und die heißen Getränke der Stadlbergalm. Falls noch die Sonne durchbricht und nicht zu viel Schnee liegt, wandert man anschließend vielleicht zum breiten Aussichtsbalkon des Stadlbergs hinauf.

Genau dort kreuzt man die beschriebene Route von Miesbach her. Während dieser Tour fällt gleich hinter dem Waitzinger Keller die Oberlandhalle auf: hier tanzt der Bär, oder besser gesagt die Kuh, wenn an Viehmarkttagen das berühmte braun-weiße „Miesbacher Fleckvieh“ in alle Kontinente versteigert wird. Bis zu 1000 Stück Vieh wechseln dabei den Besitzer.

Ruhebank für Staatsminister

Für die Wanderer gilt einstweilen: „Warmlaufen auf steilem schattigen Sträßchen über den Häusern der Kreisstadt.“ Beinahe schlagartig reißt dann der Waldvorhang auf. Weite Grasflächen, gesäumt von ein paar knorrigen Laubbäumen, bestimmen das anmutige Landschaftsbild. Immer wieder eröffnen sich hinter Wiesenhängen und Waldstreifen neue hügelige Wiesen. Dazwischen schmiegen sich stolze Einödhöfe und ländliche Weiler. Kaum zu glauben, dass der behäbige Höhenrücken des Stadlbergs früher ein beliebter Wintersportort der Münchner war, bevor die Skigebiete Spitzing und Sudelfeld erschlossen wurden. Im nahen Harztal erfreute die Skifahrer sogar eine Sprungschanze. Falls klare Sicht herrscht, weitet sich mit jedem Höhenmeter der Horizont.Eine traumhafte Kulisse bilden der Wendelstein, der

Breitenstein und greifbar nahe die Chiemgauer Berge. Von der Schönheit dieser Umgebung angetan, war auch der ehemalige bayerische Staatsminister Theodor von Zwehl. Deshalb widmeten ihm seine 14 Kinder im Jahre 1875 eine steinerne Ruhebank mit Laterne. Nun bleibt die bequeme Teerstraße zurück. Ein verträumter Wiesenweg, der bei Nässe recht morastig sein kann, nimmt einen auf und führt zu einem enteindrucksvollen Kreuz, dem höchsten Punkt des Stadlbergs (924 m). Fast ein bisschen wehmütig verlässt man die Sonnenseite des kleinen Berges. Aber schon nach einer Viertelstunde erblickt man hinter einem flachen Grasrücken das bäuerliche Anwesen Stadlbergalm und gleich daneben eine malerische Kapelle.

Nach der Alm geht’s auf der anfangs schon erwähnten Schlechtwettervariante über die schmale Fahrstraße hinab Richtung Agatharied. Hinter Wiesen, auf denen in der schneefreien Saison Schafe, Ziegen, Pferde und Esel grasen, erspäht man im Tal einen spitzen Kirchturm. Er gehört zur Pfarrkirche St. Agatha. Wer mag, macht einen Abstecher zur aus dem 15. Jahrhundert stammenden Kirche. Unter Wiederverwendung älterer Gemälde und Skulpturen wurde das Gotteshaus schrittweise barockisiert. Der kunstvolle Hochaltar von 1628 enthält noch Teile des Flügelaltars aus dem Jahr 1495. Im Mittelpunkt stehen zwei spätgotische Figuren: die heilige. Agatha und der heilige Urban.

Blick auf alten Ortskern

Ein Wehmutstropfen auf dem Rückweg nach Miesbach ist das kurze Stück neben der Hauptstraße. Aber schon in Poschmühl dreht der Weg ab und führt durch eine ruhige Auenlandschaft nahe des Flüsschens Schlierach bis Miesbach. Am Schluss der Wanderung leitet eine steile Treppe hinauf zum Jahnweg. Hoch über der Stadt zieht der Weg dahin und vermittelt reizende Ansichten auf den historischen Ortskern.

Doris Neumayr

STADLBERG (924 METER)

ANFAHRT – Bahn: München bis Miesbach (oder Agatharied) Bahninfos: Tel. 08024 / 997171. Auto – A8 München – Salzburg, Ausfahrt Weyarn. Auf St2073 nach Miesbach. Hier der Ausschilderung folgen zum „Waitzinger Keller“ (Schlierseer Straße) auf Parkplatz „P9 Volksfestwiese“ (696 m)

RUNDTOUR – (asphaltierte Bergstraßen und Wanderwege, 250 Höhenmeter, 7,5 km, reine Gehzeit ca. 3 Std.) Vom Parkplatz (Schlierseer Straße) südwärts zur Hauptstraßenkreuzung (Bayrischzeller Straße). Durch Unterführung auf die andere Straßenseite. Auf Gehweg rechts bis vor die Esso-Tankstelle. Hier links (Stadlbergstraße). Immer auf dieser Straße bleibend bergauf durch Wiesen und kurze Waldstücke. Vorbei an den Weilern Rain, Schmauzhof, Windel nach Stadlberg (924 m). Nach dem „steinernen Säulendenkmal mit Bank“ (Theodor von Zwehl) rechts (Holzschild: Stadlbergalm) auf breitem Wiesenweg. Vorbei am mächtigen Kreuz, bergab zum Wald. Im Wald an Gabelung rechts. In wenigen Minuten ist ein Grasrücken erreicht. Geradeaus zur nun sichtbaren Stadlbergalm (oder zur nahen Kapelle). Hinter der Alm auf asphaltiertem Sträßchen über Wiesen hinunter zum Parkplatz Krankenhaus Agatharied. Direkt nach Parkplatz links (St. Agatha-Straße) Ri. Krankenhaus. Vor der Tiefgarage rechts auf Gehweg bis Abzweigung (Schild: Bahnhof). Hinab zur Hauptstraße, diese überqueren. Rechts auf Geh- und Radweg (Lehenweg) kurz entlang der Hauptstraße Ri. Miesbach. Beim Weiler Poschmühl durch Auenlandschaft bis Ortsschild Miesbach. Geradeaus (Haidmühlstraße) bis Gymnasium. Hier re. (Stöger-Ostin- Straße) bis an steile Treppe. Treppe hinauf, dann links (Jahnweg) bis zum AOK-Gebäude. Dann re. bergauf zum Parkplatz.

EINKEHR – Stadlbergalm, ganzjährig geöffnet außer in einigen Wochen im August und Dezember. Von Agatharied (Krankenhaus) auch mit PKW zu erreichen über schmale Fahrstraße. Do. bis So. ab 12 Uhr, Tel. 08025 /3921. Viehmarkt-Oberlandhalle Miesbach, Tel. – /28 08 40. Künstler & Kunsthandwerkermarkt Miesbach, Waitzinger Keller, Eintritt frei. 14./15. 11, Sa. 12-18 , So. 10-17 Uhr.

KARTE – Kompass Karte Nr. 8, Tegernseer Tal.

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