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Grandiose Rundumsicht am Zwieselbacher Rosskogel.

Zwieselbacher Rosskogel

Traumhafte Skitour im Tiroler Sellraintal

Eine kurze Spritztour ist es nicht - dafür aber eine der schönsten und lohnendsten im Tiroler Sellraintal. Wer den Zwieselbacher Roßkogel besteigt, den erwartet unter anderem eine grandiose Rundumsicht:

Wie weit ist es noch? Wer zum ersten Mal die Skitour auf den Zwieselbacher Roßkogel packt, sollte sich die Frage lieber nicht stellen. Denn: Der Gipfel kommt erst ganz spät, nach drei bis vier Stunden Aufstieg. Und er birgt nochmal einen knackigen Schlussanstieg hinauf zum Gipfelkreuz in 3081 Metern Höhe. Nein, eine kurze Spritztour ist es nicht, aber eine der schönsten und lohnendsten im Tiroler Sellraintal. Ein paar Flachstücke, rassige Steilpassagen, grandiose Landschaft, eine unglaublich gute Rundumsicht am Gipfel sowie als Krönung eine prima Einkehrmöglichkeit direkt am Start- und Endpunkt der Tour – all diese Pluspunkte erklären die Begeisterung für den Zwieselbacher Roßkogel.

Von flach bis wild ist alles dabei

Danach lockt die Abfahrt durch traumhaftes Skitourengelände.

Schon die Anfahrt zum Ausgangspunkt ist ein Genuss. Rund 1000 Höhenmeter schraubt sich die Straße vom oft grünen Inntal hinauf bis zu einem kleinen Weiler namens Haggen, der nur aus ein paar Häusern, einer Wirtschaft sowie einem Parkplatz besteht und wo sich eine imposante hochalpine Kulisse aufbaut. Selbst im Mai wird das Auto oft noch im Schnee geparkt, und sollten die ersten Meter doch schon ausgeapert sein, so beginnt die weiße Unterlage meist nach wenigen Gehminuten. Die Ausgangshöhe liegt immerhin bei 1650 Metern, was die Skitour bis spät ins Frühjahr hinein schneesicher macht. Die erste Stunde ist lockeres Aufwärmprogramm. Gemächlich ansteigend zieht die Route ins Kraspestal hinein, ehe die erste Nummer eins wartet: die untere Zwing. Die steile Schlucht erfordert gute Aufstiegstechnik, oft Harscheisen und manchmal starke Nerven, wenn nämlich der Schneepanzer sich öffnet und der tosende Bach sprudelt – Ausrutscher sind hier tabu. Bei einer Jagdhütte wird’s für knapp einen Kilometer wieder flach, dann folgt nach einem Linksbogen die obere Zwing, die am Schluss zwar auch eng, aber weniger wild ist. Nun, nach zwei Stunden Aufstieg, eröffnet sich traumhaft weitläufig Skitourengelände: rechts Kraspes- und Weitkarspitze, links Haiden- und Rotgrubenspitze, dazwischen die Route zum Zwieselbacher Roßkogel. Bloß, wo steckt der Kopf? Nach einem ersten Aufschwung kommt ein zweiter, dann, nach einem Rechtsschlenker oberhalb vom Kraspesferner, taucht endlich der steile Gipfelhang auf. Den in der Abfahrt direkt zu nehmen erfordert skifahrerisches Können und sichere Lawinenverhältnisse. Danach reihen sich Traumhänge aneinander, auch in den Flachstücken flutscht es – die einstündige Abfahrt ist Genuss pur. Und am Ende lockt mit dem „Forellenhof“ eine urige Wirtschaft, die kein Skitourengeher links liegen lässt. Um Hunger und Durst zu stillen und die außergewöhnlich schöne Tour noch einmal Revue passieren zu lassen...

Von Martin Becker

ZWIESELBACHER ROSSKOGEL

ANFAHRT – A 8 München – Salzburg bis Inntal-Dreieck. Richtung Kufstein (A 12) und weiter bis zur Ausfahrt Kematen. Dort über Sellrain und Gries nach St. Sigmund – etwa zwei Kilometer hinter dem Ortsende in Richtung Kühtai liegt auf der linken Seite Haggen.

TOUR – Von Haggen nach Süden ins Kraspestal zur unteren und oberen Zwing, weiter über den Kraspesferner bis zu einem Felssporn auf der rechten Seite (ca. 2900 Meter). Nun in einem Rechtsbogen auf den jetzt erst sichtbaren Gipfel (3081 Meter), der von der rechten Seite her erstiegen wird. Abfahrt auf der Anstiegsroute.

GEHZEIT – Insges. 4 bis 4,5 Stunden (1450 Hm / 8 km einfach). Hangexposition: meist Nord, Gipfelbereich Ost.

EINKEHR – Forellenhof in Haggen, www.bergoase.at

KARTE – Kompass-Karte 83, Stubaier Alpen.

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