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Fatbike Canyon Dude.

Dicke Dinger

Die Monsterbikes

Neben den gängigen Biketypen macht sich eine neue, sehr auffällige Spezies im wahrsten Wortsinn breit: die so genannten Fatbikes: Mountainbikes mit extrem dicken Stollenreifen.

Ihren Ursprung haben sie in Nordamerika. MTB-Freaks haben sie dort in Garagen in Eigenregie zusammengezimmert, um mit ihnen überall dort fahren zu können, wo „normale“ Räder untergehen würden: auf Schnee, Eis, Sand und Geröll. Die Bikes wurden zum Trend – und der schwappt jetzt zu uns nach Europa.

Was sind diese Fatbikes und was bringen sie uns?

Die Fatties machen vor Grenzen nicht halt. Ihr Überrollverhalten ist aufgrund ihrer gigantischen Reifendimensionen immens. Fatbikes fahren auf 4,0 bis 4,8 Zoll breiten Schlappen, die Räder sind meist 26 Zoll groß. In der Regel handelt es sich um Hardtails mit starrer Gabel. Aufgrund der Reifendimensionen ist die Geometrie anders: Meist sind die Kettenstreben länger, der Hinterbau weiter. Das Bike besitzt breitere Felgen und Naben sowie ein fetteres Tretlager. Spezielle überbreite Gabeln sind notwendig, um die Räder montieren zu können. Die Fatties erregen überall, wo sie auftauchen, Aufmerksamkeit. Und sie polarisieren. Die einen finden sie geil, andere nur affig. Klar ist: Für Geheimagenten ist das Bike nicht geeignet. Es zieht die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich wie ein Magnet Eisenspäne.

Was sind die Vorteile?

Die Dicken bieten aufgrund ihrer Breite, ihres großen Durchmessers und dem daraus resultierenden großen Reifenvolumen mit einem deutlich geringerem Luftdruck von etwa 0,5 bar (anstatt des gängigen Luftdrucks der AMB- oder EB-Reifen von etwa 1,6 bar) genügend Stabilität, punkten mit einer enormen Reifenaufstandsfläche. Daraus ergeben sich extrem gute Haftreibungswerte – der Grip – und ein tolles Überrollverhalten. Die sehr gute Traktion ist ein Sicherheitsplus und verzeiht den einen oder anderen Fahrfehler.

Was sind die Nachteile?

Die überdimensionierten Reifen inklusive der Schläuche sind mit rund zwei Kilogramm deutlich schwerer als die der gängigen AMB. Das höhere Massenträgheitsmoment der rotierenden Reifen macht sich beim Handling negativ bemerkbar. Aufgrund der fehlenden Dämpfung federn die Reifen – ähnlich einem Gummiball – ebenso schnell aus wie ein. Das kann zu einer Verschlechterung der Laufruhe führen.

Fazit:

Diese Bikes geben für die Entwicklung von Fahrrädern sicherlich Impulse. Ihr Einsatzbereich ist speziell: Auf losem Untergrund spielen sie ihre Traktionsvorteile aus. Aber mal ehrlich: Welcher Mountainbiker fährt mit seinem Rad durch die Wüste Gobi, surft Geröllfelder hinab, fährt längere Strecken im Schlamm oder carvt schneebedeckte Hänge herunter. Für uns sind die Fatties deshalb interessante Erscheinungen mit einem begrenzten Einsatzbereich.

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