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Location: Singletrails-Paradies/Voralpen. Rider: Max Schumann, Fabian Gleitsmann.

Singletrails

Was ist was? Die Mountainbike-Kategorien

Um Dir eine Übersicht über die verschiedenen Bike-Kategorien zu verschaffen, haben wir deren Merkmale und Haupt-Einsatzbereiche zusammengestellt.

Auf dem Weg zu Deinem Traumbike musst Du vorweg eine Frage klären: Möchtest Du ein Hardtail oder ein vollgefedertes Fahrrad, ein Fully?

HARDTRAIL vs. FULLY

PRO HARDTAIL

+ deutlich leichter

+ deutlich günstiger

+ direkte Kraftübertragung/Vortrieb, kein Wippen der Federung beim Uphill

+ robuster und geringerer Wartungsaufwand, da keine komplizierte Feder-/ Dämpfersysteme verbaut sind

Haupteinsatzgebiet: Forst- und Schotterstraßen, sowie Rennen

PRO FULLY

+ bessere Traktion

+ mehr Kontrolle beim Downhill durch Feder-/Dämpfersysteme

+ mehr Fahrspaß, da Stöße abgefangen werden

+ weichere Landung nach Stufen oder Drops

Haupteinsatzgebiet: von ruppigen, wurzeldurch- setzten Waldwegen über felsige technische Trails bis Bikepark inklusive Drops

Hinweis: Die im Folgenden angegebenen Werte sollen als Orientierungshilfe dienen.

Cross-Country-Bike (CCB)

Die richtige Wahl für Puristen und Freizeitbiker. Die CCB sind fast ausnahmslos Hardtails aus hochwertigem Aluminium mit Federgabel. Für Race-Freaks zählt allerdings jedes Gramm, daher verwenden Biker der Champions League hauptsächlich Carbon. Es bietet die höchste Steifigkeit bei geringstem Gewicht. Das Material ist jedoch sehr teuer, die Oberfläche empfindlich, und es ist nur schwer recyclebar. Einsatzbereich: Forst- und Schotterwege, flowige Singletrails, keine stark verblockten oder ruppigen Pfade, da der Pilot aufgrund des fehlenden Feder-/Dämp- fersystems sonst durchgeschüttelt wird wie ein Straßenarbeiter an einer Rüttelmaschine.

Merkmale:

  • Laufradgrößen: 29 Zoll überwiegen, ansonsten 27,5 Zoll bei kleinen Rahmengrößen. 26 Zoll spielt fast keine Rolle mehr
  • Federweg: meist Hardtails mit Federgabel, Federweg 90 bis 120 Millimeter
  • Gewicht: relativ gering, etwa 9 bis 10 Kilogramm bei Carbon, 10 bis 12 Kilogramm bei Aluminium
  • Lenkwinkel: zirka 70 Grad
  • Sitzposition: meist längeres Oberrohr als Allmountain-Bikes -> gestreckte Sitzposition
  • Lenkerbreite: relativ schmal, bis zu 720 Millimeter
  • Reifen: normalerweise etwas schmaler als bei den AMB, etwa 2,2 Zoll
  • Pedale: überwiegend Klickpedale

Allmountain-Bikes (AMB)

Das „One-4-all-bike“. Es handelt sich hier um Fullys. Allmountains sind die klassischen Touren-Bikes, besitzen eine ausgewogene Up- und Downhill-Performance. Das Mehr an Federweg hilft beim Downhill, bringt größeren Fahrspaß und mehr Sicherheit. Daher empfiehlt die Redaktion: Im Zweifel sollte man sich lieber für ein Plus an Federweg entscheiden. Einsatzbereich: Flowige, wurzeldurchsetzte Singletrails, technische und verblockte Pfade mit kleinen Absätzen. Ideal für lange Touren wie die Trans Alp.

Merkmale:

  • Laufradgrößen: 27,5 und 29 Zoll
  • Federweg: Gabel und Dämpfer 130 bis 150 Millimeter
  • Gewicht: relativ gering, 12 bis 14 Kilogramm
  • Lenkwinkel: zirka 66 bis 67,5 Grad
  • Sitzposition: im Vergleich zum CCB tendenziell kürzeres Oberrohr -> dadurch aufrechtere Sitzposition
  • Lenkerbreite: im Vergleich zum CCB breiterer Lenker, etwa 700 bis 760 Millimeter
  • Reifen: für Otto Normalverbraucher sind 2,35 Zoll ausreichend, weitere Infos siehe Artikel Format Plus in der Rubrik: Service – Parts & Trends.
  • Pedale: Klickpedale und Plattform
  • Besonders zu achten ist auf eine absenkbare Gabel und eine, vom Cockpit bedienbare Vario-Sattelstütze

Enduro-Bikes (EB)

Sind Enduros die neuen Freerider? Früher waren die Freeride-Bikes zu schwer, um einigermaßen komfortabel Berge erklimmen zu können. Die neue Formel heißt: Enduro-Bikes – Freeride light sozusagen. Ist dies nur ein kurzzeitiger Modetrend? Wir glauben nicht. Es ist die Lösung für viele Biker, die die Herausforderung auf anspruchs- vollen Trails bergab suchen, zuvor jedoch ohne Kreislaufkollaps am Berg ankommen wollen. Einsatzbereich: Flowige und ruppige Singletrails, technische und stark verblockte Passagen, Drops, North-Shore-Elemente, steile Abfahrten und Stufen, Einsatz im Bikepark, bedingt Trans Alp-tauglich.

Merkmale:

  • Laufradgrößen: 26 Zoll, 27,5 Zoll sind stark im Kommen
  • Federweg: Gabel und Dämpfer 160 bis 170 Millimeter
  • Gewicht: im Vergleich zum AMB höher, 13,5 bis 15 Kilogramm
  • Lenkwinkel: im Vergleich zum AMB meist flacherer Lenkwinkel, etwa 65 bis 66 Grad
  • Sitzposition: im Vergleich zum AMB tendenziell kürzeres Oberrohr dadurch aufrechtere Sitzposition, gefühlt sitzt man „im Bike“ und nicht auf ihm
  • Lenkerbreite: bis zu 780 Millimeter
  • Reifen: 2,35 bis 2,4 Zoll, inklusive Format Plus 2,5 bis 2,8 Zoll
  • Pedale: fast ausnahmslos Plattform
  • Besonders zu achten ist auf eine vom Cockpit bedienbare Vario-Sattelstütze

Downhill Freerider

Die Hardcore-Fullys. Wer die Herausforderung sucht und einen Freund braucht, der selbst vor fiesestem Gerümpel, Stufen und Drops nicht Halt macht, für den sind diese Bikes die richtigen Action-Partner. Einsatzbereich: Schnelle Downhills, teils stark verblockt, hohe Absätze und Stufen, große Drops, Einsatz im Bikepark. Nicht uphill-tauglich. Hier ist ein Shuttle notwendig.

Merkmale:

  • Laufradgröße: 26 oder 27,5 Zoll. Manche Anbieter mischen die Reifengrößen: vorne 27,5 – hinten 26 Zoll.
  • Federweg: Gabel und Dämpfer 180 bis 200 Millimeter
  • Gewicht: relativ hoch, 15 bis 17,5 Kilogramm
  • Lenkwinkel: flach, zirka 63 bis 64,5 Grad
  • Sitzposition: meist kurzes Oberrohr - dadurch aufrechte Sitzposition für maximale Kontrolle
  • Lenkerbreite: sehr breit, bis zu 800 Millimeter
  • Reifen: 2,4 Zoll, inklusive Format Plus 2,5 bis 2,8 Zoll
  • Pedale: Plattform

Die Expertenmeinung

Laurin Lehner, Freeride Redakteur & Freerider (www.freeride-magazine.com):

Location: Singletrails-Paradies/Livigno. Die Freireiter: Tom Leitner, Andreas Prielmaier (www.diefreireiter.de).

„Downhiller sind Spezialisten. Damit klappt so gut wie alles, solange es bergab geht. Bei Bikepark-Besuchen greife ich deshalb immer zum Downhiller – hochtreten will ich damit ja sowieso nicht. Sie liefern massig Sicherheit und lassen einen schneller fahren, weiter springen und sicherer landen. Falls man beim Drop doch mal patzt, verzeiht der Downhiller mit seinem üppigen Federweg eher Fehler als ein Freerider mit Singlecrown-Gabel. Kurzum: Downhiller können zwar nur eine Sache, doch die richtig gut.“

Lesen Sie hier: Was ist was? Die Monsterbikes

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