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Ideales Skigelände für den Wedelspaß im Tiefschnee: Die Lampsenspitze.

Im Ski-Paradies

Ein hoher Ausgangspunkt sorgt für relative Schneesicherheit, ein ideales Skigelände für den nötigen Wedelspaß im Tiefschnee und ein Wirtshaus direkt am Ausgangspunkt für die Gemütlichkeit nach der Tour. Damit ist aber noch lange nicht alles gesagt, denn die Tour auf die Lampsenspitze hat viele Vorzüge.

Praxmar ist ein kleiner Weiler im sogenannten Sellrain der Stubaier Alpen, hoch oben auf 1700 Meter. Den größeren Schlepplift unterm Zischgeles hat man dort abgebaut, der kleine Lift ist noch in Betrieb und erfreut vor allem Familien mit Kindern. Kein besonders attraktives Angebot für Skifahrer, möchte man meinen – trotzdem ist der Parkplatz an Wochenenden gut gefüllt. Warum? In Praxmar hat man sich ganz auf die Skitourengeher eingestellt. Die Lampsenspitze sollte wegen des idealen Skigeländes gar einmal verliftet werden, doch Luis Melmer – heute der Chef vom Alpengasthof Praxmar – war schon damals dagegen. „Lieber Natur pur!“ Und damit blieb ein attraktives Gebiet für Skitourengeher, Winterwanderer und Rodler erhalten. Damit das Gebiet für Skitourenfreunde noch interessanter ist, hat der Luis einen Tourenlehrpfad angeregt.

Die Gemeinde St. Sigmund hat nun mit Hilfe verschiedener Sponsoren große Infotafeln aufgestellt. Auf diesen können sich Touren-Neulinge über die Grundlagen des Skitourengehens informieren und das Erlernte gleich auf dem Gelände erproben. Eine sehr gute Idee, denn gerade an der Lampsen sind wegen der relativ lawinensicheren Route auch sehr viele Anfänger unterwegs. So schreitet man lehrreich ins große Praxmarer Skitourenreich...

Rund um den kleinen Ort gibt es eine riesige Zahl an Skitouren, zwei Rodelstrecken und eine Langlaufloipe. Es würde sich also lohnen, zumindest ein verlängertes Wochenende dort zu verbringen. Auch im unteren Bereich der Lampsenspitze findet man eine gut präparierte Rodelbahn. Durch herrlich lichten und tief verschneiten Lärchenwald kann man bequem in einer Stunde Richtung Koglalm hinauf wandern und mit dem Schlitten abfahren.

Imposante Dreitausender

Die Skitourengeher zieht es dagegen mit immer grandioserer Aussicht weiter hinauf und durch schönes, weitläufiges sowie ideal geneigtes Muldengelände zum Satteljoch und von dort zu Fuß zum Gipfel. 2876 Meter ist diese Lampsenspitze hoch und rund herum darf man die Stubaier 3000er bewundern. Besonders imposant wirkt der Lisenser Fernerkogel im Talschluss mit seiner Gletscherrampe. Auch das ist übrigens eine fantastische Skitour – aber eher was fürs Frühjahr und nichts für Anfänger, weil man für die 1700 Höhenmeter eine richtig gute Kondition braucht. Da stehen bei der Lampsen vergleichsweise bescheidene 1200 Höhenmeter auf dem Programm, für die man gut drei Stunden einplanen sollte.

Beim legendären Wildausrennen haben die schnellsten den Anstieg zum Skidepot (1100 Hm) übrigens in 48 Minuten gepackt; die anschließende Abfahrt wurde schon in atemberaubenden 3 Minute gemacht. „Normale“ Skitourengeher haben sich dagegen die hervorragende Kaspressknödelsuppe im Alpengasthof Praxmar auch ohne Rekordversuch verdient...

Bernhard Ziegler

SKITOUR LAMPSENSPITZE (2876 M)

ANFAHRT – A 95 München – GAP, Mittenwald, Scharnitz, Zirl, Sellrain bis Gries. Hier links abbiegen Richtung Lüsens (auch Lisens geschrieben). Über Serpentinen bis zur Weggabelung Lüsens/Praxmar. Rechts nach Praxmar. Ausgangspunkt: Praxmar (1700 m), geb.-pflichtiger Parkplatz.

SKITOUR – Aufstieg: Über die Piste des kleinen Schleppliftes (oberhalb vom Alpengasthof) hinauf, bis man auf einen Almweg (Rodelbahn) trifft. Man folgt dem Weg nach rechts, bis sich linker Hand eine Waldschneise auftut. Über diese empor und alsbald durch lichten Wald in westlicher Grundrichtung. Den Almweg kreuzt man dabei mehrfach. Dann hat man einen herrlichen, freien Hang vor sich. Über diesen geht es in mittlerer Steilheit hinauf zu einem deutlich sichtbaren, großen Steinmann am linken oberen Ende des Hangs (Schönbichl - 2348 m). Wer zur Lampsen will, darf hier ev. vorhandenen Spuren nach links nicht folgen; sie führen hinüber zum Zischgeles. Man steigt vielmehr geradewegs über Muldengelände in ein Tälchen hinein. Ihm folgt man über einige steilere Stufen bis auf 2540 m. Hier quert man unter einem Aufschwung wenige Meter nach rechts, um dann wieder durch eine breite Mulde nach Westen zum Satteljoch (2734 m) aufzusteigen. Skidepot. Zu Fuß – ohne Schwierigkeiten – über den felsdurchsetzten Gipfelaufschwung Richtung Nord. Dann nach links über den Grat direkt auf das große Gipfelkreuz zu. Abfahrt: Das ideale Muldengelände bietet auch abseits der Anstiegsroute viele Möglichkeiten für eine schöne Abfahrt.

INFORMATIONEN – Hangrichtung: Ost; Aufstiegszeit: gut 3 Stunden bei einer Höhendifferenz von 1200 Metern. Stützpunkt: Auf Tour keiner. Am Ausgangspunkt: Alpengasthof Praxmar. Herrliche Sonnenterrasse, schöne Zimmer und hervorragende Küche mit heimischen Produkten (Tel.: 0043 / 5236 / 212; www.praxmar.at)

KARTE – Kompass-Karte 83, Stubaier Alpen.

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