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Best Ski Resort 2012: Serfaus-Fiss-Ladis belegte in der Gesamtwertung den ersten Platz.

So werden die Sieger ermittelt

Die besten Skigebiete der Alpen

Der Kampf um die Gunst der Skifahrer ist hart. Jedes Wintersportgebiet ist bestrebt, sich so positiv wie möglich zu präsentieren, und dazu werden gerne Umfragen und Top-Ten-Listen herangezogen.

Wer diese erstellt, ist nicht immer klar ersichtlich, was sie darum aussagen, darf getrost angezweifelt werden, denn so manche davon wurde ganz im Sinne der Auftraggeber angefertigt.

Die gerade veröffentlichte Umfrage „Best Ski Resort“ sollte darum über jeden Verdacht erhaben sein, denn sie wurde von der unabhängigen und neutralen Consultingfirma Mountain Management aus Liechtenstein durchgeführt. In der Wintersaison 2011/12 wurden dafür 41.846 Skifahrer und Snowboarder in 55 Skigebieten in Österreich, Deutschland, Italien, Frankreich und der Schweiz befragt. Und zwar direkt am Berg, womit sie nach eigenen Angaben „die größte und aussagekräftigste On-Mountain-Umfrage der Alpen“ sei.

Christian Payer wurde im Pitztal geboren, war nach seinem Studium Leiter des dortigen Tourismusverbandes und ist heute selbstständiger Unternehmensberater.

Christian Payer war einer derjenigen, der diese Interviews geführt hat. Im Gespräch mit der Reiseredaktion erzählt er von seinen Erfahrungen bei den Befragungen für die Studie. Der 31-Jährige aus Imst hat seine Fragebögen unter anderem in den Skigebieten Ischgl und Silvretta-Montafon an die Wintersportler gebracht. Die Antworten auf die knapp 60 Fragen musste er jeweils ankreuzen, fünf, sechs Minuten habe er schon pro Fragebogen benötigt. Rund 300 Fragebögen konnte er zur Auswertung abliefern, meint Christian Payer.

Seine Erfolgsquote war gut: „Etwa 90 Prozent haben mitgemacht“, sagt er. Kein Wunder, denn er hat sich auch akribisch vorbereitet. Vorab informierte er sich im Internet über die Skigebiete, um herauszufinden, wo voraussichtlich die meisten Skifahrer unterwegs sind – das ist meistens dort, wo man Pause macht. „Dann habe ich in den Hütten nachgefragt, ob es für die Wirte okay ist.“ Beim Essen, so die Erfahrung des Interviewers, geht’s am einfachsten: „Da haben die Gäste etwas mehr Zeit.“ Und wichtig sei auch der Blick zum Himmel: „Bei schönem Wetter geht’s am besten, da sind alle entspannt.“

Ein bisserl Psychologie ist dann immer noch wichtig. Bei Pärchen richtete Christian Payer seine erste Frage meist an den Mann, der lehnte erfahrungsgemäß ab, dafür sagte fast immer dann die Frau, dass sie mitmachen wolle – und schon saßen alle am Fragebogen. „Bei Gruppen muss man nach dem Wortführer schauen, wenn der mitmacht, dann machen alle mit.“

Top auch im Familienangebot und Freundlichkeit: Serfaus-Fiss-Ladis

Anreiz zur Teilnahme war die Verlosung von sechs Paar Skiern, sechs Skihelmen und 30 Tageskarten für Skigebiete. „Jeder Teilnehmer konnte gewinnen.“ Man musste dazu nur seine Losnummer im Internet überprüfen. Dort steht inzwischen auch die Auswertung der Umfrage, und als zusätzlichen Service bietet Mountain Management unter www.best-skiresort.comeinen Skiresort-Finder an, der jedem entsprechend seiner Vorlieben das ideale Skigebiet ermitteln soll.

Weil Christian Payer selbst in Skibekleidung und mit entsprechender Ausrüstung unterwegs war, war der Kontakt gleich hergstellt und niemand musste lange zum Mitmachen überredt werden. „Und wenn einer dann nicht wollte, bin ich lieber gleich weiter.“ Dass er als quasi Gleichgesinnter mit seinen Fragebögen wedelte, bescherte ihm zusätzlich auch noch so manchen Geheimtipp. „So nebenher haben mir einige ganz tolle Abfahrten verraten“, sagt Christian Payer. Die hat er dann – quasi als Zuckerl für die ganztägige Arbeit – am Abend oft selbst schnell mal ausprobiert.

Beim Auswerten der Antworten dieser im Zwei-Jahres-Rhythmus durchgeführten Umfrage fiel auf, dass die Skifahrer sehr erfahren sind und über unterschiedliche Skigebiete bestens Bescheid wissen. Und: „Sie werden immer anspruchsvoller.“ Wer viel kennt, will auch mehr. Neben dem Skifahren werden auch alternative Angebote bei den Wintersportarten und bei den Angeboten in den Hotels mehr und mehr genutzt. Die Sammler von maximalen Pistenkilometern, die von frühmorgens bis spätabends auf den Brettln stehen, werden weniger.

Dabei erlebe das Skifahren insgesamt eine Renaissance, meint Christoph Payer. „Das ist wieder cooler geworden.“ Die Zeiten, als nur Snowboards angesagt waren, sind wohl erst einmal vorbei, denn auch junge Wintersportler schnallen sich wieder verstärkt zwei Latten an die Skischuhe, „das gehört wieder zum Lifestyle“.

Er selbst nimmt aus der Befragung neben diesen Erkenntnissen auch eine gesunde Gesichtsfarbe mit: „Die Sonne war schlimmer als die Kälte, ich bin ganz ordentlich braun geworden.“

Volker Pfau

DIE LISTE DER BESTEN

Nach Auswertung der 41.846 Befragungen ergaben sich bei dem direkten Vergleich der Zufriedenheitswerte aller 21 Kategorien folgende Platzierungen:

GESAMTZUFRIEDENHEIT:

1. Serfaus-Fiss-Ladis (Ö)

2. Saas Fee (CH)

3. Aletsch-Arena (CH)

4. Zermatt (CH), Schladming (Ö), Lech/Zürs (Ö)

7. Kronplatz (I)

8. Arosa (CH)

9. Ischgl (Ö)

10. Gröden /Val Gardena (I)

Platzierungen in den wichtigsten Einzelkategorien:

SCHNEESICHERHEIT: 1. Saas Fee (CH), 2. Aletsch-Arena (CH), 3. Lech/Zürs (Ö).

SKIGEBIETSGRÖSSE/PISTENANGEBOT: 1. Les 3 Valées (F), Ischgl (Ö), Val d’Isère (F).

FREUNDLICHKEIT: 1. Serfaus-Fiss-Ladis (Ö), 2. Schladming (Ö), 3. Sulden a. Ortler (I).

APRÈS-SKI: 1. Ischgl (Ö), 2. Obertauern (Ö), 3. Flachau-Wagrein (Ö).

FAMILIENANGEBOTE AM BERG: 1. Serfaus-Fiss-Ladis (Ö/Foto), 2. Aletsch-Arens (CH), 3. Stubaier Gletscher (Ö).

AMBIENTE DES ORTES: 1. Schladming (Ö), 2. Saas Fee (CH), 3. Serfaus-Fiss-Ladis (Ö).

GASTRONOMISCHES ANGEBOT AM BERG: 1. Schladming (Ö), 2. Saalbach-Hinterglemm (Ö), 3. Kronplatz (I).

EXKLUSIVITÄT: 1. Lech/Zürs (Ö), 2. St. Moritz (CH), 3. Zermatt (CH).

WELLNESSANGEBOT: 1. Bad Gastein (Ö), 2. Kleinkirchheim (Ö), 3. Sölden (Ö).

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