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Allein auf dem weißen Zauberteppich – so macht das Skifahren Spaß.

Gletscherspaß

Skifahren auf dem Gletscher: Berge mit Mehrwert

Die Bedingungen auf den Gletschern sind nach den ersten Schneefällen und den kühlen Temperaturen in den Höhenlagen außergewöhnlich gut. Autorin Johanna Stöckl hat bereits erste Traumtage auf Ski erlebt.

Wenn die Tage kürzer werden, gehe ich ganz bewusst auf Sonnenfang und gönne mir gelegentlich einen exklusiven Skitag auf einem Gletscher. Seit vielen Jahren ein Fixpunkt in meinem Kalender: Das Weltcup Opening in Sölden. Wenn sich Ende Oktober die Ski-Elite auf dem Rettenbachferner in ersten Wettkämpfen misst, läute auch ich meinen persönlichen Saisonauftakt ein. Logisch schaue ich mir vor Ort dann die Rennen der Profis an und genieße den Rummel. Jedoch: Der wirkliche Grund, wieso ich Jahr für Jahr nach Sölden pilgere, ist ein anderer. Ich will selbst an beiden Tagen möglichst viel Ski fahren und im Idealfall dabei Sonne und Lebensfreude tanken. 

Ohne Frühstück fahre ich gegen 6.30 Uhr auf den Gletscher. Klingt verrückt? Ist es aber nicht. Die Bahn am Rettenbachferner hat an den Renntagen nämlich nicht nur für die Profis und deren Betreuer ab 7.00 Uhr geöffnet. Auch ganz normale Skifahrer wie ich gondeln in der Dämmerung nach oben. Was man bis circa 10.00 Uhr erlebt, ist jeden Euro und alle Mühe wert: Bestens präparierte, wirklich menschenleere Pisten! Drei Stunden lang hat man den weißen Zauberteppich mehr oder weniger für sich alleine! Umrahmt von einer Bergkulisse, die mich jedes Jahr aufs Neue umhaut. 

Mit etwas Wetterglück erlebe ich wie dieses Jahr einen fantastischen Sonnenaufgang auf über 3000 Metern! Mitternachtsonnen- Atmosphäre am frühen Morgen: Wenn die ersten Strahlen über die Wildspitze und andere imposante Gipfel lugen, wird die Bergarena in ein sagenhaft zartes Licht getaucht. Dann geht’s richtig los. Die ersten Schwünge noch etwas zurückhaltend, erhöhe ich mit jeder weiteren Fahrt das Tempo. Dann schwebe ich zum Teil vor Freude kreischend in die neue Skisaison, während Felix Neureuther & Co. im Stangenwald nebenan gerade um die Bestzeit fighten…

von Johanna Stöckl

Gletscher-Guide: Black Mamba & der Gourmet-Gipfel

Kaunertal Gletscher (bis 3108 Meter) 

Tirols jüngster Gletscher, was sein Publikum betrifft, begeistert über weite Skiabfahrten und einen amtlichen Snowpark vor allem Freerider und Familien. Die Anfahrt über die spektakuläre Serpentinenstraße ins barrierefreie Skigebiet ist ein Highlight. 

Wowfaktor: Aussichtsplattform Drei-Länder-Blick; Varianten und Routen für Freerider markiert; Drei-Tages-Skipass im Herbst € 113,00 (Erwachsene), € 68,00 (Kinder).

Pitztaler Gletscher (bis 3440 Meter) 

Tirols höchster Gletscher lockt mit 22 Pistenkilometern, einem Snowpark und Panorama auf über 50 Dreitausender. Ausgeschilderte Varianten erlauben Schwünge abseits der Pisten. 

Wowfaktor: Österreichs höchstes Café, das stylishe „3440“ garantiert einen Panoramablick vom Allerfeinsten; Höhenloipen am Gletscher vorhanden; idealer Ausgangspunkt für Skitouren; Drei-Tages-Skipass im Herbst € 129,00 (Erwachsene), € 78,00 (Kinder); Bambini-Freipass für Kids ab 2006 und jünger.

Sölden Gletscher (bis 3340 Meter) 

Über einen (Ski-)Tunnel geht es vom Rettenbachgletscher mit dem steilen Weltcuphang zum weitläufigen Tiefenbachgletscher. Das Gletscherskigebiet mit seinen 33 Pistenkilometern ist ab Mitte November über den Gletscherexpress mit dem gesamten Skigebiet Sölden verbunden. 

Wowfaktor: Aussichtsplattform am Tiefenbachkogel; das „Ice Q“ Restaurant (Bond Drehort) am Gaislachkogel liegt zwar nicht im Gletscherskigebiet, ist aber über die Bergbahn ab Sölden zu erreichen; Drei-Tages- Skipass im Herbst € 141,50 (Erwachsene), € 71 (Kinder).

Stubaier Gletscher (bis 3210 Meter) 

Das mit 34 Abfahrten größte Gletscherskigebiet Österreichs ist besonders familienfreundlich. Der Snowpark Stubai Zoo, einer der größten Snowparks weltweit und das Powder-Department punkten bei Freestylern und Offpiste- Fanatikern. 

Wowfaktor: WLAN in der neuen 3S Eisgratbahn; begehbare Eisgrotte an der Bergstation Eisgrat; „Schaufelspitz“ – höchstgelegenes Haubenrestaurant der Alpen; Drei-Tages-Skipass im Herbst € 125,00 (Erwachsene), € 62,50 (Kinder); Gratis Skipass für Kinder unter 10 Jahren.

Hintertuxer Gletscher (bis 3250 Meter) 

Österreichs einziges Ganzjahresskigebiet ist an 365 Tagen offen. Mehrfach als das beste Gletscherskigebiet weltweit ausgezeichnet, bietet der Hintertuxer Gletscher über 21 moderne Anlagen 60 Kilometer Pisten in allen Schwierigkeitsgraden. Der Bretterpark Hintertux zählt zu den besten Snowparks im Alpenraum. 

Wowfaktor: Begehbare Gletscherspalte: Natur Eis Palast; Floh-Park für Anfängerkids; barrierefreies Skigebiet; 3-Tages- Skipass im Herbst € 136,00 (Erwachsene), € 61,50 (Kinder).

Kitzsteinhorn Gletscher (bis 3029 Meter) 

22 Lifte und 41 Pistenkilometer erwarten Skifahrer und Boarder im Salzburger Land. Markierte Freeride-Routen und der Snowpark Kitzsteinhorn mit seiner Superpipe sind Anziehungspunkt für Skiakrobaten und Freerider. Skitourenfans kommen auf zwei ausgeschilderten Routen auf ihre Kosten. 

Wowfaktor: Gipfelwelt 3000: 360 Meter langer Infostollen zu einer Aussichtsplattform; Black Mamba – 63 Grad steile Piste, 1000 Meter lange Abfahrt; Gletscherloipe. Drei-Tages-Skipass im Herbst € 125,00 (Erwachsene), € 62,00 (Kinder).

Über den Gletscher zum Gipfel

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