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Skifahren mit Köpfchen: Was Sie beim Helmkauf beachten müssen

München - Ohne Helm nie! Diese Einsicht hat sich nach dem Unfall des Politikers Dieter Althaus auch auf Skipisten durchgesetzt.

Es wird eng auf den Skipisten: Weniger Schnee in den tiefen Lagen und wegen der erhöhten Lift- Kapazitäten herrscht auf den Abfahrten ein Durcheinander wie am Stachus. Zudem verleiten Carvingski viele Fahrer zum Rasen. Die Folge: eine dramatische Zunahme von Zusammenstößen mit teils schweren Kopfverletzungen. 85 Prozent davon, schätzen Experten, könnte man durch das Tragen eines Helms vermeiden.

ADAC testet die Helme

Der ADAC hat kürzlich Helme für Skifahrer und Snowboarder getestet. Von den 15 Modellen erhielten acht die Note gut (siehe unten). Nur ein Helm fiel durch, und zwar weil sein Kinnriemen gerissen ist. Hoher Preis bedeutet nicht automatisch guten Schutz: Der mit 165 Euro teuerste Helm landete auf dem vorletzten Platz. Im Gegenzug erhielt der nur 39 Euro kostende Walser Kronos eine gute Note; er ist in den Filialen von Sport Fundgrube und bei Schindelar (Bodenseestr. 275) erhältlich.

Augen auf beim Helmkauf

Und das sind die wichtigsten Tipps der Experten zum Kauf eines Wintersporthelms:

  Die Sicherheit.

Grundsätzlich rät der ADAC ausschließlich zu Helmen, die das CEZeichen tragen, und zwar mit dem Zusatz „EN 1077“. Dann wurde der Kopfschutz gemäß der europäischen Norm für Wintersporthelme fabriziert und erfüllt die Sicherheitsanforderungen.

  Der richtige Helmtyp.

Esgibt zwei Typen von Wintersporthelmen: A- und B-Helme. Erstere umschließen mit der Schale auch die Ohren, während B-Helme dort nur Polster haben. „Für Genussskifahrer reicht Klasse B“, erklärt Brigitte Hendel vom TÜV Rheinland. Wer gerne schnell unterwegs ist, greift besser zu einem A-Modell wie dem Carrera Armor aus dem ADAC-Test. Ein Nachteil: Die geschlossene Schale beeinträchtigt das Hören stärker als Ohrpolster.

  Die passende Form.

Ob rund oder oval – für jede Kopfform gibt es den passenden Helm. Am besten, Sie probieren verschiedene Modelle an, um das richtige für Ihren Kopf zu finden.

  Die richtige Größe.

Der Helm darf nicht zu locker sitzen und keinesfalls auf dem Kopf verrutschen. Deswegen sollte bei Kindern der Helm auch nicht „zum Reinwachsen“ gekauft werden. Der Einstellring hilft bei der Feinabstimmung, kann einen zu großen Helm jedoch niemals passend machen. Andererseits soll der Helm nicht drücken, schließlich trägt man ihn den ganzen Tag.

  Das Klima.

Die vom ADAC getesteten Helme unterscheiden sich hinsichtlich Wärmeleistung und Belüftung. So überzeugte der Testsieger von Alpina durch ein prima Klimamanagement, das heißt: Mit geschlossener Lüftung hält er warm, mit geöffneten Luken kühlt er angenehm. Der Pro- Tec hingegen ist auch mit offenen Lufteinlässen ein eher warmer Helm.

  Die passende Brille.

Die Skibrille muss ins Sichtfeld des Helms passen. Deshalb sollte man sie zum Helmkauf mitnehmen. Der Kopfschutz sollte hinten eine Befestigungsmöglichkeit für die Brille haben.

  Rechtzeitig austauschen.

Grundsätzlich gilt: Nach jedem schweren Sturz muss ein Helm ausgetauscht werden. Denn das Dämpfungsmaterial kann nach einem harten Stoß beschädigt sein. Aber auch ohne Unfall ermüdet mit der Zeit das Material, weshalb ein Helm nach spätestens vier Jahren auf den Müll gehört.

Wichtig:

Für Kinder gibt es spezielle Helme, tz-Tipp: die Linie x-ride von Uvex.

Ingo Wilhelm

Auch der Deutsche Ski-Verband (DSV) hat Tipps zum Helmkauf erstellt:

  Passform:

Der Kopfumfang beziehungsweise die Hutgröße sagt nicht viel aus. Deshalb: Den Helm unbedingt im Sportgeschäft anprobieren! Einige Modelle lassen sich mit einem Nackengurt mit Drehschraube individuell anpassen. Um eine optimale Passform zu garantieren, sollten Helme immer in Kombination mit der eigenen Ski- und Sonnenbrille probiert werden. Denn nicht jeder Helm ist mit einer beliebigen Skibrille kombinierbar. Entscheidend ist das Maß zwischen Nasenbein und oberem Rand des Gesichtausschnitts des Helmes. Die Brille sollte im Gesichtsbereich bündig mit dem Helm abschließen und nicht auf das Nasenbein drücken. Der Sportfachhandel bietet speziell für Helme konstruierte Skibrillen an, bei denen das Brillenband so befestigt ist, dass die Brille problemlos im Gesichtsfeld angepasst werden kann. Ebenso darf das Blickfeld des Skifahrers durch das Tragen eines Helmes mit Brille nicht eingeschränkt sein.

  Isolierung:

  Kinnriemen:

Der Kinnriemen sollte ausreichend gepolstert und in mehreren Stufen anpassbar sein. Ein dickes Polster gerade im Kinn- und Verschlussbereich schützt vor Hautabschürfungen. Skibrille: Ein Befestigungsband am Helm für die Skibrille hält diese in Position, auch wenn sie nicht auf dem Gesicht getragen wird.Gute Helme besitzen ein ausreichendes Isolationssystem für kalte und eine gute Luftzirkulation für warme Tage. Halbschalenhelme (Inmolde- Technologie) haben weiche gefütterte Ohrenpads. Diese tragen zum erhöhten Tragekomfort bei, beeinträchtigen das Hörvermögen des Trägers äußerst wenig und lassen sich an warmen Tagen zur verbesserten Luftzirkulation abnehmen. Ein Stirnband oder eine Mütze zur zusätzlichen Isolierung an kalten Tagen ist nicht notwendig. Für Kinder und Rennsportler sind Vollschalenhelme (Hartschale bis über die Ohren heruntergezogen) für verbesserten Verletzungsschutz sinnvoll.

Achtung: Defekte Helme nicht weiterverwenden!

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