Skifahrer mit Helm sind sicher unterwegs. Foto: fkn

Skifahren wird immer sicherer

Planegg - Der positive Trend ist eindeutig: Noch nie gab es so wenige Skiunfälle wie in der vergangenen Wintersaison 2010/11. Dieses Ergebnis präsentierte die Auswertungsstelle für Skiunfälle in Planegg.

Von den etwa 4,2 Millionen deutschen Skifahrern, die im vergangenen Winter mindestens einen Tag lang auf der Piste waren, mussten etwa 40 000 bis 43 000 ärztlich behandelt werden - fast 15 000 weniger als in der Saison 2009/10. Rund 6400 Skifahrer kamen zur stationären Behandlung ins Krankenhaus. Diese Zahlen nannte gestern die Auswertungsstelle für Skiunfälle (ASU) in Planegg (Kreis München).

Seit 1979 werden Skiunfällen mit Verletzungen systematisch erfasst. Gegenüber der ersten Erfassung von Daten vor 33 Jahren bedeutet dies einen Rückgang der Unfallzahlen um beinahe 60 Prozent. „Der niedrigste Wert, den wir je hatten“, freut sich David Schulz von der ASU, der für diese Entwicklung mehrere Gründe nennt: „Neben der besseren Schutzausrüstung und Pistenpräparation ist dafür auch ein verändertes Risikobewusstsein der Wintersportler verantwortlich, was beispielsweise zu einer höheren Helmtragequote führt.“

Der Anteil der Kopfverletzungen lag mit 10,2 Prozent höher als im Vorjahr (8,8 Prozent), was laut Schulz „Ansporn sein sollte, nie ,oben ohne‘ auf die Piste zu gehen“. Die Zahl der Kollisionsunfälle erreichte mit 0,86 je 1000 Skifahrer abermals einen Tiefstand.

Interessant ist der Blick in die Statistik hinsichtlich der einzelnen Körperregionen, denn hier zeigen sich ganz klar geschlechterspezifische Unterschiede. Etwa jede fünfte Verletzung (21,5 Prozent) bei Männern entsteht an der Schulter, bei Frauen sind es nur 12,4 Prozent.

Bei den Knieverletzungen dagegen liegen die Frauen (43,4 Prozent) deutlich vor den Männern (26,6 Prozent). „Dass Männer etwa doppelt so häufig an der Schulter verletzt sind wie Frauen, liegt daran, dass sie in der Regel einen etwas rasanteren Fahrstil pflegen“, sagt Schulz.

Das Phänomen der hohen Knieverletzungsquote bei Frauen indes ziehe sich durch sämtliche Sportarten (auch Fußball etc.) und sei „anatomisch bedingt“. Neben dem weicheren Gewebe führt Schulz „eine ganz leichte X-Beinstellung“ an, die sich beim Skifahren besonders bemerkbar mache. „Außerdem sind Frauen meist nicht ganz so gut auf den Wintersport vorbereitet“, so Schulz, der dringend dazu rät, rechtzeitig mit gezielter Skigymnastik zu beginnen. Den Analysen zufolge ließe sich das Verletzungsrisiko von Frauen durch ein skispezifisches Fitnessprogramm „um 60 bis 70 Prozent reduzieren“.

Zahlen hin, Daten her - eins fehlt noch: Schnee. Doch den soll es laut den Meteorologen ab kommender Woche geben.

Von Martin Becker

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