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Traumhafte Stimmung: Wenn am Nachmittag die Sonne tief im Westen steht, mischen sich am Gipfel der Rampoldplatte die Orange- und Blautöne am glasklaren Winterhimmel.

Dahoam is dahoam!

Auf ruhigen Skigipfel bei Brannenburg im Inntal

Allen Unkenrufen zum Trotz hat sich in den Alpen ein wunderbarer Winter eingestellt. Teilweise herrschen – oder herrschten – sogar ideale Verhältnisse, um wieder einmal Skitouren in den heimischen Bergen zu genießen.

Man kennt die Gegend schon vom Bergwandern im Sommer und so hat man einen wunderbaren Vergleich: So ist der Tourengeher immer wieder aufs Neue erstaunt, was der Winter aus der Landschaft macht: Wie im Schneeweiß die Gipfel funkeln und der Himmel sich mit einem noch strahlenderem Blau schmückt.

Abkürzung durch den Zauberwald

Eine relativ kurze Anfahrt führt nach Brannenburg; wo man an der Rampoldplatte hoch über dem bayerischen Inntal Tourenmöglichkeiten für die ganze Familie findet. Denn neben der feinen Skitour kann man im Schatten des Wendelsteins auch eine familienfreundliche Rodelpartie unternehmen. Die erste Etappe der Tour führt – egal was man am Ende vorhat – über die immer präparierte Forststraße in gut 30 Minuten zur Schlipfgrubalm. Hier kann man einkehren und danach über die überwiegend harmlose Rodelbahn wieder hinunterrutschen. Die Skiwanderer gehen noch ein kurzes Stück weiter auf der Forststraße und nehmen dann einen Abkürzer über einen Hohlweg durch den Wald.

Dort wähnt man sich bei Neuschnee wie in einem Märchen. Glitzernde Schneehauben hüllen die Bäume ein und bilden bizarre Skulpturen. Der winterliche Wald strahlt eine ungeheure Ruhe und eine fast magische Kraft aus. Solche Waldpartien sind eben auch typisch für die bayerischen Vorberge; skifahrerisch sind sie nicht das Nonplusultra, aber landschaftlich bieten sie großen Genuss. Das ist wohl auch ein Grund, warum die Rampoldplatte noch nicht zu den überlaufenen Skitourenzielen gehört. Um den skifahrerisch interessanten Teil der Tour zu erreichen, geht es eben zuerst ein Stündchen durch den Wald – und das ist etwas für Liebhaber.

Es ist der Mühe wert, denn oberhalb der Schuhbräu-Alm hat man ideales Skigelände vor sich. Ein breiter Hang zieht sich von der im Sommer beliebten Einkehrmöglichkeit, an der Rampoldalm vorbei, hinauf bis zum Gipfel. Mit etwas Geländekönnen ist es dabei möglich, steile oder eingewehte Hangbereiche zu meiden und so die Lawinengefahr zu reduzieren. Am Gipfel hat man dann einen fantastischen Blick ins Inntal und auf die dahinter emporragenden Chiemgauer Berge. An klaren Tagen darf man dazu Rosenheim, den Simssee sowie den Chiemsee bestaunen, und auch das Kaisergebirge präsentiert sich wie immer mit ein wenig Stolz und Erhabenheit.

Nun führen schöne, mittel-steile Hänge nach Nordosten hinunter und sorgen auf etwa 300 Höhenmetern für Abfahrtsgenuss. Auf dieser Exposition ist Pulverschnee keine Seltenheit. Aber vielleicht hat man hier einfach noch nicht genug. Dann gibt es noch eine Zugabe. Die Felle kommen wieder drauf und am Mitterberg vorbei kann man noch die Farrenpoint erreichen. An den Südhängen lässt sich die Wintersonne genießen und – zumindest später im Winter – auch den einen oder anderen Schwung im zischenden Firnschnee genießen. Am Ende lässt man die Ski über die Forststraße laufen und flitzt zusammen mit den Rodlern hinunter zum Ausgangspunkt.

In Brannenburg können ausgehungerte Sportler dann noch beim urgemütlichen Schlosswirt einkehren und auf die gelungene Tour anstoßen: „Schön war‘s wieder in den heimischen Bergen. Dahoam is eben dahoam!“

Von Bernhard Ziegler

SKITOUR RAMPOLDPLATTE (1422M)

ANFAHRT – A 8 München – Salzburg bis Inntaldreieck, dort Richtung Kufstein, Ausfahrt Brannenburg. In den Ort hinein. Beim Hinweisschild „Wendelsteinhalle“ rechts in die Mühlensteinstraße. Dem Schild „Bergwirtshaus Kogl“ nach links in die Schrofenstraße folgen. Am ausgeschilderten Bildungszentrum vorbei und bergan bis zum großen Wanderparkplatz kurz hinter dem Ortsteil Lechen (660 m).

AUFSTIEG – Am Parkplatz bergan und dem Schild zur Schuhbräualm / Schlipfgrubalm folgen. Über die Forststraße (Rodelbahn) zur Schlipfgrubalm (854 m). Den Gasthof lässt man rechts liegen und wandert auf der Forststraße weiter. Man könnte der Straße durchgehend bis zur Schuhbräualm folgen. Schöner und kürzer, jedoch von der Orientierung her anspruchsvoller ist es, etwa 300 Meter nach Schlipfgrubalm rechts abzubiegen und über einen Karrenweg durch den Wald anzusteigen. Wenn dieser Weg zum kleinen Steig wird und im Winter schlecht erkennbar ist, kann man sich an der Stromleitung zur Hütte orientieren. Schließlich über eine licht bewaldete Stufe empor und Richtung Südwesten über eine Wiese zur Schuhbräualm (1157 m). Hier Richtung Süden über den schönen freien Hang zur Rampoldalm (1244 m).

Bei der Almhütte zieht man Richtung Westen zu einem Rücken. Diesem folgt man kurz, zieht dann aber rechts um den Vorgipfel herum und erreicht, die Kammhöhe anvisierend, den Gipfel (1422 m).

ABFAHRT: Man startet am besten wenige Meter unterm Gipfel und fährt über den Nordosthang hinunter. Auf knapp 1300 m gibt es zwei Möglichkeiten: 1. Über die Rampoldalm zur Schuhbräualm. Dann auf der Forststraße via Schlipfgrubalm zum Ausgangspunkt. 2. Alternativ zielt man auf 1300 m deutlich weiter nach rechts (östlich) und fährt hinunter, bis man auf ca. 1220 m auf einen Forstweg trifft. Man folgt dem Weg nach rechts durch den Wald. Etwa 150 Meter nach einer Linkskurve erreicht man einen querlaufenden Forstweg (1010 m). Hier links. Nach einem guten Kilometer mündet der Weg in die Forststraße zur Schlipfgrubalm. Auf bekanntem Weg zurück zum Ausgangspunkt.

TOURDATEN: Insgesamt 800 Höhenmeter; Aufstiegszeit: ca. 2 Stunden.

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