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Lukas ­Irmler bei seinem Longline-Weltrekord

Slacklinen

Coole Jungs on line

Lukas Irmler, Alexander Schulz, Friedi Kühne, Julian Mittermaier, Valentin Rapp und Marinus Spatzier, sechs Jungs im Alter zwischen 19 und 23 aus München und der Rosenheimer Gegend.

Wenn sie nicht gerade das machen, was das konventionelle Leben von ihnen verlangt, treffen sie sich am liebsten draußen zum Slacklinen. Nein, nicht nur locker ein paar Meter auf der Line im Garten hin- und herspazieren. Sie slacken schon seit mehreren Jahren und machen das ziemlich erfolgreich. Nach Heinz Zak & Co. gehören sie zur neuen Generation der Slackline-Protagonisten und sind alle Mitglied in einem professionellen Team.

Slackline-Freunde: Valentin, Friedi, Julian und Marinus

Sie balancieren gerne im Englischen Garten, in der Wolfsschlucht in Neubeuern oder irgendwo an einem See, treffen sich mit anderen Slackline-Freaks in ganz Europa auf Festivals, turnen dort auf Highlines zwischen hohen Felsen oder alten Burgmauern, auf Longlines oder Waterlines herum. Oder sie sind auf Contests unterwegs, wo sie ihre Tricks auf der Jumpline zeigen. Lukas und Alex sind die absoluten Hardcore-Slacker unter ihnen und jagen sich derzeit gegenseitig ständig die Weltrekorde ab. Lukas überbot Ende Mai den Longline-Weltrekord auf einer Polyester-Slackline von Alex um knappe zehn Meter und führt derzeit mit 310 Metern. Dafür konterte Alex Anfang Juni beim Festival im österreichischen Uttendorf mit einem neuen Waterlineweltrekord von 166 Metern und will in Kürze auch seinen Highlineweltrekord brechen.

Alexander Schulz

Was reizt die Jungs an dieser Sportart, speziell am spektakulären Highlinen tief über dem Abgrund? „Das Slacklinen bietet mir ständig neue, vor allem auch mentale Herausforderungen. Speziell beim Highlinen lernt man, mit seinen Ängsten umzugehen“, meint Alex. Valentin hat durch eine Slackline an der Schule den Spaß an dem Sport entdeckt. „Slacklinen ist extrem vielseitig und die Slacklineszene einfach ein lässiger Haufen von aufgeschlossenen Menschen, die alle das Gleiche im Kopf haben: gemeinsam Slacken, Spaß haben und ohne Stress die Natur genießen.“ Sein Traum sind neue, exponierte Highlines vor allem im alpinen Raum. Auch Friedi ist begeisterter Highliner: „Das Einzige, was Highlinen vom Fliegen unterscheidet, ist das 2,5 Zentimeter breite Band unter den Füßen. Man läuft quasi durch die Luft.“

Simple life, Outdoor pur

Um die Highlines speziell im alpinen Gelände überhaupt aufbauen zu können, sind auch andere Fertigkeiten gefragt. Sie alle können klettern, Valentin und Marinus absolvieren derzeit auch eine Ausbildung bei der Bergwacht. „Slacken geht immer, egal bei welchem Wetter“, ist das Motto der jungen, bunten und unkonventionellen Slacklineszene. Bei ihren Treffen übernachten die Jungs meist draußen und grillen am Lagerfeuer. Simple life, Outdoor pur und gerade deshalb für die Industrie immer interessanter.

Die wichtigsten Slackline-Arten

Die wichtigsten Slackline-Arten

„Der Sport entwickelt sich zunehmend auch in die kommerzielle Richtung, was schon etwas den ursprünglichen Flair nimmt“, meint Valentin. „Aber damit steigen auch die Chancen, davon leben zu können“, ergänzt Alex.

Während die Sechs ganz locker über die Line spazieren und ihre Tricks üben, wäre so mancher der Zuschauer hier am See froh, wenigstens fünf Schritte auf dem wackeligen Band zu schaffen. Alex: „Auch, wenn man am Anfang immer wieder runterfällt: einfach weiter üben. Es lohnt sich, denn es ist ein unbeschreibliches Gefühl und ein perfektes Training für Körper und Geist!“

Mehr Infos und eine gute Beratung über die diversen Slacklines und ihre Einsatzbereiche gibt es beispielsweise auf www.slackline-tools.de.

Fünf Tipps für Anfänger:

  • Am besten barfuß auf einer kurzen (drei bis zehn Meter), straff und nicht zu hoch gespannten, Slackline (drei bis vier Zentimeter Breite) anfangen. Tast- und Gleichgewichtsinn werden so optimal sensibilisiert.
  • Schwungvoll auf die Line! Das Standbein leicht angewinkelt und den Fuß immer gerade auf das Band setzen.
  • Optischen Fixpunkt suchen und den Blick darauf konzentrieren!
  • Die Arme anfangs locker gestreckt über Schulterhöhe, Ausgleichsbewegungen dem Körper überlassen, gleichmäßig atmen und erst einmal versuchen, zu stehen.
  • Sich nicht entmutigen lassen und immer weiter üben. Slacklinen trainiert Körper und Geist!

Petra Rapp

Petra Rapp

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Quelle: tz

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