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Gut für die Figur: Training im Fitnessstudio.

Ran an den Speck!

Das sollten Sie beim Fitnessvertrag beachten

Plätzchen und Braten - nach Weihnachten ist es Zeit den Speckröllchen an den Hüften den Kampf anzusagen. Wer sich in einem Fitnessstudio anmelden möchte, hat die Wahl. Doch welches ist das richtige?

Woran kann ich das richtige Fitnessstudio erkennen?

Besonders wichtig ist die Qualität des Trainings und der persönliche Wohlfühlfaktor in Fitnessstudios. Beides ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Deswegen lohnt es sich, mit verschiedenen Studios kostenlose und unverbindliche Probetrainings zu vereinbaren, um Vergleichsmöglichkeiten zu erhalten. Teils helfen auf der Suche auch Qualitätssiegel wie das "Prae-Fit" des TÜV Rheinland. Geprüft werden hierfür unter anderem die Qualifikation des Personals, das Trainings- und Kursangebot.

Wichtig ist auch die Erreichbarkeit des Studios von zu Hause oder vom Arbeitsplatz aus. Lange Wege können vom Training abhalten. Auch sollten die Öffnungszeiten gut mit dem eigenen Alltag vereinbar sein. Prüfsteine sind natürlich auch die anfallenden Gebühren, die Betreuung, der Andrang sowie die Hygiene in Studio, Umkleideräume und Sanitäranlagen, das Publikum und das Gesamtangebot an Geräten, Kursen und Entspannungsmöglichkeiten.

Was ist beim Vertrag wichtig?

Die für den Verbraucher bedeutendsten Elemente sind Laufzeiten und Regelungen zur Kündigung. Die Verbraucherzentrale Bayern empfiehlt, beim Abschluss eines neuen Vertrages maximal eine Erstlaufzeit von einem Jahr zu akzeptieren. In Streitfällen halten Gerichte unter Umständen auch noch Verträge mit zwei Jahren Laufzeit für zulässig; andere Gerichte beurteilten bei Erstverträgen bereits Laufzeiten von mehr als sechs Monaten als unangemessene Benachteiligung von Kunden. Achtung: In vielen Fitnessstudio-Verträgen sind automatische Verlängerungen vorgesehen, wenn Kunden nicht rechtzeitig kündigen.

Müssen Kunden lange Vertragslaufzeiten akzeptieren?

Nein. Zwar sind Studiobetreiber daran interessiert, Kunden möglichst lange zu binden und kaum daran, Ausnahmen von ihren Standardverträgen zu gewähren. Verträge können jedoch grundsätzlich frei verhandelt werden. Insofern können Kunden über die Höhe der monatlichen Gebühren genauso versuchen zu verhandeln wie über die Laufzeit. "Es sind viele Fälle bekannt, in denen die Fitnessstudio-Betreiber mit sich reden lassen und eine kürzere Laufzeit zugestehen", sagt der auf Verbraucherrecht spezialisierte Rechtsanwalt Thomas Hollweck aus Berlin. Der Konkurrenzdruck unter den Studios ist teils hoch.

Wie kündige ich richtig?

Auf jeden Fall schriftlich. Zu beachten sind dabei die in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen vorgesehenen Kündigungsfristen. Nach Angaben der Verbraucherzentrale Niedersachsen darf die Kündigungsfrist maximal drei Monate zum vorgesehenen Vertragsende betragen. Verbraucheranwalt Hollweck empfiehlt, die Kündigung per Einschreiben mit Rückschein zu verschicken. Mit dem Rückschein lässt sich im Streitfall eindeutig dokumentieren, wann die Kündigung beim Betreiber des Fitnessstudios einging.

Können Verträge bei Krankheit oder Umzug gekündigt werden?

Sogenannte außerordentliche Kündigungen sind nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Solche Gründe können laut Verbraucherzentrale Bayern etwa schwere Erkrankungen sein, die bei Vertragsschluss noch nicht bekannt waren, oder ein Umzug, der eine 30 Kilometer längere Anfahrt mit sich bringt. Fristlos kann in der Regel auch bei einer Schwangerschaft gekündigt werden. Aber auch der Studiobetreiber kann in Ausnahmefällen fristlos kündigen, etwa wenn das Studio umzieht oder sich das Angebot durch einen Umbau deutlich verschlechtert.

AFP

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