Jeder Alpenpass ist ein Gipfel

Ambitionierte Radsportler haben die Qual der Wahl: Die Südtiroler Alpenpässe bieten gerade im Frühling vielfältige Ausflugsmöglichkeiten. Unsere Tipps für die schönsten Strecken zum Sammeln von herrlichen Landschaftseindrücken.

Der Mendelpass ist bereits früh im Jahr Ziel von Rennradfahrern.

Ob Alpenhauptkamm, Dolomiten oder Mendelkamm, die Südtiroler Straßenpässe sind eine Herausforderung für ambitionierte Rennradfahrer. Und jeder Pass in der Sammlung ist wie ein Gipfelsieg. Jedes Jahr kommen abertausende Rennradler nach Südtirol, um sich der großen Herausforderung zu stellen. Sei es anlässlich eines der inzwischen zahlreichen "Bikedays", also Tage an denen einzelne Passstraßen für den motorisierten Verkehr gesperrt sind, sei es um einen sportlichen Urlaub zu verbringen. Oder einfach weil Südtirol oft wetterbegünstigt ist und die Radsaison früher startet als nördlich das Alpenhauptkamms. Bereits im März, wenn die Temperaturen in Bozen häufig schon über 20 Grad liegen, wird der Mendelpass mit seinen zahlreichen Kehren in Angriff genommen, dann schmeckt auch der Cappuccino auf der Passhöhe von 1363 Metern besonders gut. Wer schon ausreichend fit ist, fährt gleich weiter, hinunter nach Fondo und wieder hoch zum Gampenpass, um über Lana nach Bozen zurückzukehren. Eine respektable Runde mit annähernd 100 km und circa 2000 Höhenmetern. Das lässt sich natürlich noch steigern. Die Abzweigung zum Gampenpass ignorieren und zielstrebig über das Brezer Joch hoch zum Hofmahdjoch auf 1700 Metern und durch das Ultental wiederum nach Lana. Insgesamt 3000 Höhenmeter stehen nach der Fahrt auf dem Messgerät, ziemlich heftig so früh im Jahr.

Auf Pässen ohne Dröhnen

Groednerjoch: Über das Grödner Joch, Radfahren in Traumkulisse.

So früh im Jahr ist das eigentliche Thema. Während die Gipfel des Alpenhauptkamms noch tief verschneit grüßen und die höheren Passstraßen noch lange nicht geräumt sind, hat die Radsaison im Süden von Südtirol bereits begonnen. Sogar höher gelegene Dolomitenpässe, wie das bekannte Grödner Joch, aber auch die anderen Pässe der berühmten Sellaronda, sind bereits schneefrei. Während die Wintersportler auf den sulzigen Pisten ihre letzten Schwünge Richtung Sonnenterasse ziehen, sucht der Rennradler auf dem gewundenen Asphaltband seinen Rhythmus. Und das ohne die später im Jahr übliche Begleitmusik, das tiefe Röhren großer Zweizylinder oder das heftige Fauchen von turbinengleichen Vierzylindermotoren mit mehr PS als die meisten Motorradfahrer jemals bändigen können.

Moderat geht auch

Sella: Darf in keiner Sammlung fehlen, das Sella Joch.

Aber es müsen nicht gleich die Dolomiten sein. Wer sich lieber vorsichtig an die Saison und seine persönliche Fitness herantasten möchte, findet ausreichend passende Routen zwischen Salurn und Meran. Über das Tisener Mittelgebirge etwa, oder ein Klassiker aller Bozner Rennradler, die Fahrt um den Mitterberg, auch Flandernrundfahrt genannt. Höher hinaus geht es wenn man auf das sonnige Rittner Hochplateau will oder die unzähligen Kehren nach Steinegg in Angriff nimmt. Hier wird die Kurventechnik automatisch perfektioniert. Oder die Bremstechnik, je nach Fahrtrichtung. Aber wie das eben so ist in den Bergen, eine Compact-Kurbel ist kein Fehler, denn auch wenn die Route eigentlich leicht ist, einige bissige Abschnitte müssen einfach sein. Sonst würde es auch keinen Spaß machen.

Die Sonne genießen

Brunnen: Die Trinkflaschen immer rechtzeitig füllen, nicht überall gibt es Brunnen.

Apropos Spaß: teuer muss so ein Sporturlaub nicht sein, radfreundliche Unterkünfte lassen sich ab 30 Euro pro Nacht finden. Besonders fein im Frühjahr sind Hotels und Bed & Breakfest in der Ferienregion Meran, z. b. in den bekannten Ort Lana, Algund und natürlich Meran selbst. Das sind nicht nur exzellente Ausgangspunkte für ein sonniges Radvergnügen, auch der wichtige kulinarische Aspekt kommt garantiert nicht zu kurz. Da kann man nur mehr sagen: Ab in den Süden!

Rubriklistenbild: © sentres

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