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Ein Panorama vom Feinsten zeigt sich exakt an dem mit Bänken und einem Tisch angelegten Rastplatz am Naturdenkmal Armeleiten.

Südlich von Peißenberg

Auf stillen Wegen

Sehr bekannt ist es nicht, das Peißenberger Hinterland. Doch durch die Reitnerbachklamm, das Hügelland der Ammerhöfe und die Flussauen an der Eyach führen wunderschöne Wege.

Das Interessante an dieser Spritztour ahnt man zu Beginn noch nicht recht, geht es doch flach und gemütlich am Ufer der breiten Ammer entlang. Doch in der Waldschlucht des Reitnerbachs gewinnt die Umgebung auf einmal alpine Züge. Passenderweise pflegt die Peißenberger Alpenvereinssektion den Steig als „Alpiniweg“. Stramm geht es bergauf, sogar ein wenig Schwindelfreiheit kann man üben, auch wenn es nur einige Meter hinab zum Bach geht. Der plätschert und gurgelt unten über bemooste Steine; rechts fallen steile Waldflanken herab, denen der eine oder andere Erdrutsch anzusehen ist. Vorbei am sehenswerten Reitner Wasserfall überwindet der Weg bergauf gut 100 Höhenmeter, ehe man auf die freien Wiesen der Ammerhöfe gelangt.

Traumhaftes Panorama

Nun windet sich der Steig vorbei an zahlreichen weiteren Schluchten und Gräben, die der Kohlbach linker Hand gegraben hat. Schließlich erreicht man die Wiesen der Höfe von Buchen. Und nun weitet sich der Blick auf die Alpen. Von Benediktenwand und Herzogstand über Karwendel, Estergebirge und Hörnle bis zur Zugspitze reicht das Panorama. Um sich auszuruhen sollte man jedoch noch ein wenig warten. Der schönste Rastplatz weit und breit mit Bänken und Tisch befindet sich auf genau 701 Metern Höhe am Naturdenkmal über dem Hof von Armeleiten. Hier hat sich ein Molasserücken in die Höhe gedrückt, an dessen steiler sonniger Südseite sich ein besonderer Magerrasen ausbreitet, der als Naturdenkmal geschützt ist. Seltene Pflanzen gedeihen hier, wie das Gefleckte Ferkelkraut.

Durch die lichten Bäume, die sich hier an der Böschung festkrallen, schweift der Blick auf die Alpen. Nachdem man diesen Platz ausgiebig genossen hat, führt der stille Weg bergab. Dieses Wegstück ist übrigens auch Teil eines der drei neuen Weitwanderwege namens „Heilige Landschaft“ durch den Pfaffenwinkel. Diese Wege führen sternförmig vom Hohen Peißenberg in drei Himmelsrichtungen. Unser Wegstück ist Teil der insgesamt 118 Kilometer langen Ostschleife, die in acht Tagesetappen vom Hohen Peißenberg über Bernried bis Benediktbeuern und retour führt. Nach einem längeren Waldstück passiert man an der Landstraße am Kreilhof wieder ein kurzes Stück Zivilisation, ehe es wieder in stille Gefilde am Flüsschen Eyach geht. Besonders schön ist der Pfad, der durch eine lichte Auenlandschaft weiter zu einem kleinen Teich führt. Dort kann man zahlreiche Wildvögel beobachten.

Etwas unangenehm kann das nächste Wegstück werden. Nach einer Treppe führt es unten knapp am Teich vorbei, der Weg kann hier trotz einiger Holzbohlen und Bretter ein kurzes Stück weit überschwemmt sein. Dann heißt es balancieren oder einfach die Schuhe ausziehen. Im schlimmsten Fall ist eine Umgehung möglich (siehe Beschreibung oben). Die wunderschöne Landschaft belohnt für diesen Aufwand in jedem Fall. Das Ende der Tour klingt dann wieder bequem und gemächlich aus: Eben an der Ammer entlang führt der Weg direkt zum Parkplatz zurück.

Von Christian Rauch

Reitner Wasserfall

Anfahrt:Der Parkplatz liegt an der Ausfahrt „Peißenberg- Wörth“ der B 472 zwischen Huglfing und Schongau. Von Osten (Huglfing) kommend, ist der Parkplatz da, wo die Abfahrt endet, direkt gegenüber. Von Westen (Richtung Schongau) kommend, nach der Abfahrt rechts. Der Parkplatz liegt direkt vor der Ammerbrücke. Die B 472 erreicht man von der Abfahrt Sindelsdorf der A 95 München – GAP oder über die B 2 aus Richtung Starnberg/Weilheim, oder die B 23 aus Richtung Oberammergau.

Tour:Gehzeit: ca. 3,5 Stunden. Gute Wege, schmalere Steige. Einige Abschnitte können nass oder matschig sein! Verlauf: Vom Parkplatz gegenüber der Straße in den Kiesweg (direkt gegenüber des Ortsschildes), der links vom Ammerufer verläuft. Bald unter der Straßenbrücke durch und rechts auf Forststraße am Flussufer weiter zur Böbinger Ammerbrücke. Vor der Autostraße an der Brücke links ab (Wegweiser: Reitner Wasserfall) und auf Steig in den Wald. Durch die Schlucht aufwärts zum Wasserfall (kurzer Abstecher) und weiter bergauf. Nach einer Wiese der Beschilderung P 21 folgen und auf Steig unterhalb eines Stacheldrahtzaunes weiter. An der Verzweigung links (Wegweiser Buchen) und im Folgenden der Beschilderung P 21 und gelben neuen Schildern mit der Nr. 72 folgen. Der Steig führt an vielen Schluchten entlang, schließlich über eine Wiese links haltend zum Weiler Buchen. Auf der Teerstraße rechts Richtung Armeleiten. Bei Verzweigung links Richtung Eyach und Straße bergab. Vor den Kurven rechts ab (Schild mit 72) und bergauf zum Aussichtspunkt. Dann abwärts und immer auf Steig bis zur Straße. Links an Straße entlang, bald rechts zum Kreilhof. 72-Schild Richtung Gut Allegra (beim Schild „Anlieger frei“ geradeaus). Auf Forstweg nahe der Eyach weiter, nach einem Schilfgürtel rechts ab auf Steig (72-Schild). Durch Wald, dann auf Treppen zum Teich. Das nächste Wegstück kann nass oder überschwemmt sein (notfalls Steig zurück zum letzten Abzweig und rechts über den Forstweg, später links zum Ammerufer). Weiter der Beschilderung folgend zum Ammerufer und an diesem links. Vor der Straßenbrücke geradeaus (nicht links der 72 folgen). Direkt unter der Brücke durch (Schild „gesperrte Straße“). Auf dem Feldweg zwischen Straße links und Ammer rechts zum Parkplatz zurück.

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