KATWARN ausgelöst! Schwere Unwetter in Bayern

KATWARN ausgelöst! Schwere Unwetter in Bayern
+
Verführerische Mountainbike- Tour: Inmitten herrlicher Natur führt die Route meist sanft ansteigend zur Kenzenhütte – der 1879 Meter hohe Geiselstein beherrscht die zauberhafte Szenerie.

Ideale Mountainbike-Tour in den Ammergauer Alpen

Königlicher Zauber

Sollte jemand beschließen, eine perfekte Mountainbiketour zu kreieren, dann sähe sie kaum anders aus, als die Fahrt zur Kenzenhütte:

Ein sanfter Anstieg entlang eines munteren Baches, dann eine lange, gleichmäßige Rampe in abwechslungsreichem Terrain, eine Zwischenankunft zum Durchschnaufen und dann ein steileres Finale bis zur labenden Hütte. Genau so präsentiert sich die Route zur Kenzen. Erst entlang des Halblechs, dann ein Forstweg hinauf zu den Stauseen und schließlich: Wankerfleck, ein Almboden wie gemalt, die Berge schroff und doch anmutig. So wie der „nur“ 1879 Meter hohe Geiselstein, der die Szenerie beherrscht. Das Ammergebirge, es ist von verführerischem Reiz.

Dem ist schon das bayerische Königshaus verfallen: die Überreste der Jagdhütte von König Max II. sind noch zu sehen, und hoch über dem 40-Meter-Wasserfall hinter der Kenzenhütte findet man Reste des Stauwerks für die bengalischen Nächte des Märchenkönigs Ludwig II. Beide waren dem seltsamen Zauber der Gegend erlegen. So sehr die Lieblichkeit dieser Landschaft aber rühren mag, viele ließen ihr Leben im Bereich von Kenzen, Hochplatte und Geiselstein. Für all

jene hat die DAV-Sektion Peiting eine Kapelle errichtet. In der Wankkapelle von 1956 liegt ein Buch auf, in der all die Bergnarrischen abgebildet sind, die der Berg nicht mehr hergegeben hat. Ergreifende Geschichten darunter, wie die einer Dame, die ein Bergtagebuch geführt hat. Im Sommer 1952 war sie noch am Leben, bald darauf verschollen und erst 1953 wurde sie gefunden. Etwas weiter oben hat die Peitinger Sektion bis heute ihre Bergwacht- Hütte, kurz zuvor biegt der Steig zur Jagdhütte von König Max ab. Eine Gegend voller Geschichte und Naturdenkmälern wie die Bergmischwälder unweit der Kenzen hütte und die Alpenrosenfelder beim Kessel.

Kenzen – eine für alle, denn die gute Nachricht für alle jene, die es nicht so mit dem Bergradeln haben: Der Kenzenbus fährt von Halblech bis zur Hütte und ist ein perfekter Transporteur für Wanderer, die von der Hütte kleinere und größere Touren gehen wollen. Eineinhalb Stunden auf den Kenzenkopf, zwei Stunden auf die Hochplatte – Traumblicke inklusive. Die Kenzen liegt übrigens am E 4, der Via Alpina, am Maximiliansweg und hat natürlich auch Zimmer.

Heroben trifft man stets den Schorsch aus Schwangau. Er ist Rentner und in der begnadeten Situation, fast täglich heraufradeln zu können, wenn das Wetter passt. Der Schorsch nimmt gerne auch die längere Variante durchs hintere Lobental. „Au a schener Weg.“ Nix für Singletrailfanatiker – aber für Einsteiger, Genussbiker, Vormittagsradler. Für Speckknödelsuppen- Liebhaber auch. Gut essen kann man heroben auch, die Kenzen war immer Seelenangelegenheit ihrer Betreiber. Wie für die „Marie“, die bis zu ihrem Tod über 30 Jahre die Hütte bewirtschaftet hatte... Ach übrigens: Es ist auch nicht verboten, zu Fuß heraufzuwandern. Allerdings ist das ein ziemlicher „Hatsch“ – die 12 Kilometer ziehen sich.

Per Radl zur Kerzenhütte

ANFAHRT – A 95 München – Garmisch-Partenkirchen bis A-Dr. Starnberg. Durch Starnberg und auf der B 2 bis Weilheim. Weiter über Peißenberg bis Peiting (B 472). Dann auf der B 11 über Steingaden bis Halblech. Alternativ: A 96 München–Lindau, Ausfahrt Landsberg. B 17 bis Schongau. Nach Schongau über Steingaden bis Halblech (B 11). Parkplatz in Bruckschmied.

TOUR – Am Sägewerk vorbei bis zur Reiselsbergbrücke immer am Halblech entlang; dann Variante eins: Über die steile Teerrampe auf der Route des Bus bleiben, 12 km bis Hütte. Oder aber – für Biker schöner – rechts weg auf den Forstweg (Beschilderung MTB Kenzenhütte), an zwei Stauseen vorbei (verläuft mehr oder weniger parallel zur Fahrstraße) bis zum Lettenflecke, da links weg etwas steilerer Stich bis zur Teerstraße, dann rechts über den Almboden bis zu Denkmal und Kapelle am Wankerfleck, von dort ca. 15 Minuten steilere Etappe bis zur Hütte; Wegstrecke: 13 km einfach, Halblech: 800 Meter, Wankerfleck: 1150 Meter, Kenzenhütte: knapp 1300 Meter.

BUSPENDELVERKEHR – Von Halblech über Wankerfleck zur Kenzenhütte. Bergfahrten ab Parkplatz Halblech: 8 Uhr, 9 Uhr, 10 Uhr, 11 Uhr, 13.30 Uhr, 17 Uhr; Talfahrten ab Kenzenhütte: 10.30 Uhr, 14 Uhr; 16 Uhr, 17.30 Uhr. An schönen Wochenenden schon ab 7 Uhr und mehr Fahrten, je nach Bedarf. Preise: Halblech – Kenzenhütte: einfach 4 Euro; die Bergund Talfahrt kostet 7 Euro.

INFOS – Tel.: 0 83 68 / 550 oder 285. Kenzenhütte: www. kenzenhütte-ammergebirge. de; offen bis Kirchweih (der dritte Sonntag im Oktober).

KARTE – Kompass Bike-, Wander- und Skitourenkarte 4, Füssen-Ausserfern.

Nicola Förg

Auch interessant

Kommentare