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Majestätisch erheben sich die mächtigen Gipfel des Karwendel- und Wettersteingebirges über den Böden des Oberen Isarwinkels.

Auf der Schaubühne

Traumhafte Aussichtsrunde hoch über Wallgau

Schon die Anfahrt durch den malerischen Oberen Isarwinkel ist Balsam für die von Kälte und Dunkelheit gebeutelte Seele.

 Nördlich der Gemeinde Wallgau verbindet ein traumhafter Panoramaweg das Estergebirge mit den Walchenseebergen und hält für Genusswanderer viele Preziosen bereit. Wer es bequem will, wandert vom Startpunkt aus durch einen lichten Wald in einer knappen halben Stunde hinauf zum Berggasthof Maxhütte.

Dort könnte man vielleicht ein Kassler Ripperl mit Sauerkraut essen, dann entspannt auf der Sonnenterrasse sitzen und jeden einzelnen Gipfel im Gebirgsreigen am Horizont mustern. Wer jedoch etwas mehr Bewegung braucht, hebt sich die Einkehr für später auf und folgt dem Wallgauer „Panoramaweg“ südwärts. Schnell wird es einem warm, wenn man entlang der grünen Flanken des Mitterbergs im Estergebirge aufwärts zieht. Immer wieder öffnet sich der Waldvorhang und verschwindet schließlich ganz, so dass man die imposante Soierngruppe und das Wettersteingebirge ungestört bestaunen kann. Ausgebreitet wie auf einem überdimensionalen Tablett präsentieren sich im Tal die weiten Böden des Oberen Isarwinkels. Zwischen unzähligen Heuschobern und kleinen Bächen ziehen kerzengerade „Autobahnen“ über die Wiesenflächen: ein Dorado für Langläufer...

Im leichten Auf und Ab führt der sonnige Höhenweg in eine märchenhafte Landschaft hinein, begleitet vom würzigen Duft der Kiefern. Aus den grasigen Hängen überm Weg spitzt hin und wieder rosarote Schneeheide aus dem Winterweiß. Und Skiwanderer blicken mit sehnsuchtsvoller Unruhe in die Stubaier Alpen hinüber, wo mit gleißendem Frühjahrfirn der Lisenser Fernerkogel (3298 m) lockt. Nach einem Holzunterstand senkt sich der Weg und man nähert sich den Wallgauer Häusern. Immer noch weit oberhalb des Talbodens zieht die Tour nun quasi ein Stockwerk tiefer in die entgegengesetzte Richtung.

Als „Walhogoi“ wird Wallgau 763 das erste Mal urkundlich erwähnt. Im 15. Jh. florierte in dem Gebiet die Isarflößerei. Waren aus Italien wurden auf Flößen nach München, Österreich und Ungarn transportiert. Als wichtige Verkehrsverbindung fungierte auch die Kesselbergstraße. Unsere Route führt jetzt vorbei an urigen Bauernhäusern mit schönen Lüftlmalereien. Der Blick fällt auf die Zwiebelhaube der Kirche St. Jakob aus dem 15. Jahrhundert. Immer näher kommt man nun einem waldigen Gesellen, dem Fahrenberg (1074 m). Nur auf seiner Südseite zeigt sich eine breite Wiesenfläche. Und genau dort entdeckt man bei genauerem Hinsehen neben der Bayerischen Fahne eine Hütte. In der letzten Etappe hinauf zur Maxhütte kommt man nochmals ins Schwitzen. Endlich oben angelangt, ist nur noch Augenschmaus und kulinarischer Genuss angesagt.

Von Doris Neumayr

PANORAMAWEG WALLGAU

ANFAHRT – Auto: A 95 München – GAP bis Autobahnende. Weiter B 2 Richtung Mittenwald. Vor Mittenwald der Ausschilderung nach Wallgau folgen. Man fährt durch den Ort Richtung Norden. 350 m nach dem Ortsendeschild ist rechts ein Parkplatz (Schild: Berggaststätte Maxhütte). Alternative Anfahrt: A 95 bis Ausfahrt Murnau/Kochel, Weiterfahrt über Kochel und Walchensee (B11), Richtung Mittenwald bis zum Parkplatz nördlich von Wallgau. Bahn/Bus: Bhf. Garmisch-P. oder Klais. RVO-Bus 9608 bis Wallgau. Info: www.bahn.de oder www.rvo-bus.de

TOUR – Der unschwierige Panoramaweg wird geräumt, kann aber eisig sein. Der Wirtschaftsweg ist auch geräumt, aber steil. Wanderstiefel mit guter Profilsohle sind nötig, evtl. auch Stöcke. Streckenlänge: Insgesamt 4,7 km, ca. 210 Höhenmeter, Gehzeit ca. 2 Stunden. Verlauf: Vom Parkplatz aus die Straße überqueren und auf dem Gehsteig zurückgehen bis zum Ortsschild Wallgau. Nach dem Ortsschild rechts zu einer Infotafel. Von hier aus führt ein schmaler, waldiger Weg nach links aufwärts (Ww. Panoramaweg 417). Bald geht’s mit freiem Blick im leichten Auf und Ab dahin. Man ignoriert alle Abzweiger und kommt an einem Unterstandshäuschen vorbei. Dann nur noch bergab. Oberhalb der Häuser von Wallgau trifft man auf eine schmale Straße. Jetzt nach links bergab (Straße „Sonnleiten“). Auf diesem Sträßchen oberhalb vom Ortskern entlang (Ww. Maxhütte 314) nach Nordosten. An einer Verzweigung links leicht bergan auf der „Simetsbergstraße“. Man mündet in die B 11. Diese überquert man schräg nach oben, so dass man zur Verzweigung der Mautstraße, Vorderriß kommt. Jetzt folgt man der Mautstraße (Risser Straße) kurz nach rechts. Ein Wirtschaftsweg („Berggasthof Maxhütte“) leitet links zur Maxhütte (1020 m) empor. Der Abstieg verläuft zunächst auch auf dem Wirtschaftsweg. Bei einem Schilderbaum mit Speisekarte der Maxhütte zweigt rechts der „Panoramaweg“ ab. Auf diesem wandert man abwärts zum Parkplatz.

INFO – 1. Touristinformation Wallgau, Mittenwalder Str. 8, Tel.: 0 88 25 / 92 50 50, Öffnungszeiten Hauptsaison: Mo-Fr 8.30 bis 17 Uhr, Sa 9 bis 12 Uhr, So 10 bis 12 Uhr. 2. Loipen- und Pistenbericht, Natureisplätze: www.alpenwelt-karwendel.de/wallgau

KARTE – Kompass-Karte 5, Wettersteingebirge.

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