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Keuchen auf dem Laufband: Mittels Atemgas-Analyse wird Diana Reicherts Leistung gemessen.

Stadtlauf München

Fit für den Stadtlauf: „Jetzt will ich es wissen“

Die Anfängerin Diana Reichert, Gewinnerin einer Aktion von Sport Scheck und Münchner Merkur, beim Fitness-Check im Lauflabor

Unter Läufern gibt es ein Grundprinzip, das schnell verinnerlicht ist. Man benötigt dafür weder hartes Intervalltraining noch lange Ausdauerläufe, sondern nur ein wenig Lockerheit: Bei der Anrede nämlich gilt das ungezwungene „Du“. Das gehört zum guten Läuferton, Siezen ist eher unangebracht. Klingt einfach zu distanziert, unter Sportlern ist man sich nahe.

Diana Reichert lernt das „Läufer-Du“ an diesem Nachmittag in der Sport- Scheck-Filiale an der Neuhauser Straße jedenfalls rasch kennen. Die 43-Jährige ist die Gewinnerin einer gemeinsamen Aktion von Sport Scheck und Münchner Merkur und hat sich darüber „wahnsinnig gefreut“, wie sie sagt. Sie erhält einen professionellen Fitness-Check im Lauflabor, passende Schuhe beim „Personal Shopping“ sowie während der Trainingsphase bis zum Stadtlauf am 28. Juni einen Trainingsplan plus Telefon-Coaching. Beim Stadtlauf will die Lauf- Novizin zehn Kilometer schaffen. Das ist ihr großes Ziel. Die Leistungsdiagnostik ist sozusagen der Startschuss auf diesem Weg. Diana Reichert wirkt neugierig und gespannt. Die Atmosphäre empfindet die schlanke Frau als „angenehm“ – und der Sportwissenschaftler Andreas Hasenknopf spricht der 43-Jährigen gleich Mut zu: „Eine Figur hast du ja wie eine Läuferin.“

Bislang war Laufen nicht so ihr Thema

Reichert keucht unterdessen auf dem Laufband: Leistungsdiagnostik mittels Atemgasanalyse – puh! Alle zwei Minuten wird das Tempo um einen Stundenkilometer erhöht. Bei zehn Stundenkilometern ist der Maximalpuls erreicht. Die Münchnerin ist etwas skeptisch, ob sie die zehn Kilometer am Stück beim Stadtlauf packen wird: „Wenn ich das schaffe, gebe ich einen aus.“ Hasenknopf ist optimistischer: „Das würdest du auch jetzt schon schaffen. Die Frage ist nur wie. Es geht darum, Spaß zu haben.“ Mit der richtigen Trainingssteuerung soll das nun klappen. Bislang, gibt Reichert zu, sei Laufen nicht so ihr Thema gewesen. In der Jugend habe sie zwar Leichtathletik betrieben und dabei Spaß gehabt. „Aber eher Kurzstrecke. 1000 Meter waren schon viel.“ Während der vergangenen Jahre habe sie nicht mehr so konsequent Sport gemacht.

Ein bisschen Fitness- Studio, ein wenig Laufband – aber kein längeres Joggen in freier Natur. „Ich war nie jemand, der die Laufschuhe mit in den Urlaub genommen hat“, sagt sie. Doch mittlerweile ist sie motiviert: „Jetzt will ich es wissen.“ Trainerin Sandra Rieder, Mitarbeiterin im medizinischen Fitness-Studio von Hasenknopf, nimmt sich Zeit für Diana Reichert. Die Trainerin erläutert den Ablauf der Leistungsdiagnostik und nachher die Ergebnisse. Die Sportlerin erfährt so, in welchen Pulsbereichen sie sinnvollerweise ihr Haupttrainingspensum absolvieren sollte oder wie sie ihren Fettstoffwechsel ankurbeln kann, um längere Laufstrecken durchzuhalten. Sie hört neue Fachbegriffe wie „Intervalltraining“ oder „VO2max“, die Bezeichnung für die maximale Sauerstoffkapazität – ein Indikator für die Ausdauerfähigkeit von Sportlern.

Rieder erklärt: „Alles ist trainierbar. Man braucht nur ein bisschen Geduld, aber es geht.“ Am Ende ist Reicherts Zuversicht gewachsen. Die 1,74 Meter große und 62 Kilogramm leichte Frau ist begeistert: „Ich habe viel Neues gehört an diesem Tag und viel über Trainingsmethodik gelernt. Ich kannte das alles ja gar nicht.“ Jetzt sei sie schlauer. Drei- bis viermal pro Woche will sie nun trainieren, um für den Stadtlauf gerüstet zu sein.

Klaus Vick

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