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„Einfach in die Klamotten und los“: Joachim Wende macht mindestens fünf Mal in der Woche Sport.

Mit 70 Jahren auf zum Stadtlauf

München - Er ist 70 Jahre alt und topfit: Joachim Wende will beim Münchner Stadtlauf die zehn Kilometer unter einer Stunde schaffen.

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Joachim Wende ist 70 Jahre alt – und läuft beim Münchner Stadtlauf von Sport Scheck und BMW am 26. Juni mit. Der Kommunikationselektroniker im Ruhestand könnte sich auch mit der Fünf-Kilometer-Strecke zufriedengeben, aber das reicht dem Mitglied des Sportvereins Germering nicht: Er wagt sich an die zehn Kilometer lange Strecke. Wir sprachen mit ihm über den inneren Schweinehund, die Tücken des Alters und den Zauber des Münchner Stadtlaufs.

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- Herr Wende, Respekt! In Ihrem Alter noch beim Stadtlauf mitzumachen!

Ach wo, seit 1997 bin ich beinahe bei jedem Münchner Stadtlauf mitgelaufen. Ich bin auch jedes Jahr beim Ismaninger Halbmarathon im Februar dabei. Wenn ich alle Läufe zusammenzähle, ist der diesjährige Stadtlauf mein 161. Lauf. Außerdem mache ich jedes Jahr das deutsche und das bayerische Sportabzeichen.

- Waren Sie immer schon so sportlich?

Ich habe mich schon immer viel bewegt. Bin geradelt, gelaufen und geschwommen. Aber seit ich in Rente bin, mache ich noch mehr Sport. Ich hatte auf einmal Zeit und bin dann in den SV Germering eingetreten.

- Wie oft trainieren Sie?

Mindestens fünf Mal wöchentlich. Drei Mal absolviere ich mein Lauftraining, ein Mal die Woche ist Krafttrainig dran und ein Mal trainiere ich für das Sportabzeichen. Dazu gehören unter anderem Weitsprung, Sprint und Kugelstoßen. Wobei ich statt Kugelstoßen Medizinballwerfen für Senioren mache. Da tue ich mich leichter.

- Was ändert sich im Alter?

Die Zeiten ändern sich, und zwar gewaltig! Früher habe ich für zehn Kilometer keine 50 Minuten gebraucht. Heute bin ich froh, wenn ich unter einer Stunde bleibe.

- Welche Zeit wollen Sie beim Stadtlauf erreichen?

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Ich habe mir zum Ziel gesetzt, unter einer Stunde zu bleiben. Manchmal gelingt mir das, manchmal nicht. Mal schauen, die Atmosphäre beim Münchner Stadtlauf ist ja sehr motivierend. Bei mir kribbelt’s richtig im Bauch, wenn ich starte. Da läuft man in einem riesigen Pulk von Leuten, überall stehen Zuschauer und feuern einen an. Kurz vor dem Ziel, an der Theatinerstraße, stehen ganz besonders viel Zuschauer. Da hört man dann auch schon die Musik, die vom Ziel herübertönt. Ich gebe da noch einmal richtig Gas.

- Den inneren Schweinehund kennen sie wohl gar nicht?

Doch, natürlich. Wichtig ist, dass man gar nicht groß drüber nachdenkt, ob man jetzt noch trainieren geht oder nicht. Denn Ausreden sind schnell gefunden, wenn man keinen Bock hat. Mal ist es zu heiß, mal zu kalt oder zu regnerisch. Ich empfehle, einfach in die Laufklamotten zu schlüpfen und loszulaufen. Wenn man die ersten drei bis vier Kilometer geschafft hat, geht’s von allein. Hinterher fühlt man sich immer gut. Ich laufe wirklich bei jedem Wetter.

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Es ist einfach ein Erfolgserlebnis. Nicht nur nach einem Stadtlauf, sondern auch nach dem Training. Man fühlt sich gut, ist zufrieden mit sich. In Germering habe ich verschiedene Laufstrecken, eine führt durch den Wald. Da ist man draußen in der Natur. Und ich habe weniger Wehwehchen als Gleichaltrige, die keinen Sport treiben.

- Ist die Verletzungsgefahr im Alter nicht größer?

Nur, wenn man meint, man könnte noch die gleiche Leistung bringen wie früher. Man sollte eben nicht auf eine gute Zeit achten, sondern auf seinen Körper. Es gibt die Faustregel, dass man nur so schnell laufen soll, dass man sich mit seinem Laufpartner noch unterhalten kann ohne zu japsen. Und auf den Puls muss man achten. Der sollte nicht zu hoch sein. Früher hatte ich ein Pulsmessgerät. Jetzt horche ich in meinen Körper hinein. Das merke ich dann schon, wenn ich ihn zu sehr schinde. Sicher, es gibt immer Leute, die lästern ,Schau dir den alten Kerl an!’. Aber darauf sollte man nicht hören.

Interview: B. Stuhlweißenburg

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