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Bananen sind wichtig, weiß Florian Hornsteiner

"Ohne Bananen hast Du ein Problem"

Ohne diesen Mann gäbe es den Stadtlauf nicht

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München - Seit 16 Jahren organisiert Florian Hornsteiner den Münchner Stadtlauf. Aus Erfahrung weiß er, das Wichtigste sind die Bananen - und das hat ihn schon einmal mächtig ins Schwitzen gebracht.

Der Münchner Stadtlauf ist eine anstrengende Sache. Nicht nur für die Teilnehmer. Damit alles reibungslos läuft, gibt es Menschen wie Florian Hornsteiner. Er organisiert den Lauf seit 16 Jahren. Hornsteiner weiß: Ohne Bananen hast Du ein Problem.

2012 war für Florian Hornsteiner das Jahr der Bananenkrise. Hornsteiner, ein drahtiger 40-Jähriger mit blauem Kapuzenpulli, sitzt in seinem Büro in Tegernsee und erzählt die Geschichte von der Staudenobst-Beinahe-Katastrophe. Seit Jahren organisiert Hornsteiner den großen Münchner Stadtlauf. So auch in diesem Jahr. Das bedeutet: viel telefonieren, viel Briefe schrieben, viel organisieren. Mal fehlt hier was, mal fehlt das was – aber am Schluss klappts immer.

Das mit den Bananen aber, das hätte gut und gerne auch Hornsteiners Waterloo werden können. Hornsteiner sagt nüchtern: „Manche Dinge kann man nicht planen.“

40 Stunden Zeit, um 20.000 Bananen zu besorgen

Nicht mal zwei Tage vor dem Start des Stadtlaufs vergangenes Jahr rief nämlich der Bananenlieferant an. Der Container hing im Zoll fest – die Bananenlieferung fiel aus. Krumm gelaufen. Für Hornsteiner eine Katastrophe. Der Gau. Florian Hornsteiner hatte 40 Stunden Zeit, um 20.000 Bananen zu besorgen. Weil ohne Bananen: gaaanz schlechte Stimmung bei den Läufern. Weil Bananen: Magnesium- und Kalium-Bomben, und das ist gut gegen Wadenkrämpfe und gut für die Elektrolyte. Hornsteiner, Vernetzungs-Meister, telefoniert mit ein paar Großhändlern. Und am Schluss: doch wieder alles kein Problem.

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Die Planung des Stadtlaufs, mit Tausenden von Läufern, das ist schon eine logistische Megaufgabe. Zehn Monate braucht der Tegernseer, um den Stadtlauf vorzubereiten. Genehmigungen, Begehungen, Rettungskonzepte, Absprachen, Formulare.

Dieses Jahr erwartet Hornsteiner 19.000 Läufer beim Stadtlauf

Seit Kurzem ist Hornsteiner wieder in der „heißen Phase“, wie er sagt. „Die geht dann los, wenn die Teilnehmer sich ihre Unterlagen bei Sport Scheck abholen.“ 19.000 Läufer erwartet Hornsteiner dieses Jahr. Als er den Lauf 1997 das erste Mal organisierte, waren es noch 6000 Starter.

Hornsteiner ist die Idealbesetzung für diese Aufgabe. Er ist ein Eigengewächs des Sportartikelunternehmens Sport Scheck. Dort war er erst Verkäufer, dann Mitarbeiter in der Marketingabteilung. Er kennt die Abläufe, und er weiß, was Sportler wünschen. „Laufen ist mittlerweile Breitensport“, sagt er. Und mit der Teilnehmerzahl stieg natürlich auch der Aufwand. Neben den Bananen lässt Hornsteiner 20.000 Äpfel, 35.000 Liter Wasser und Kracherl sowie 20.000 Energieriegel liefern. Die Läuferwaden sollen schließlich ordentlich versorgt werden. 220 Mann hat der Tegernseer im Einsatz, Streckenposten, Ordner. Dazu kommen rund hundert Sanitäter und Ärzte. Zwischen Marienplatz und Odeonsplatz rechnet er dieses Jahr mit 5000 bis 10.000 Zuschauern. Das sei für die Läufer an dieser Stelle besonders wichtig, da geht die Strecke nämlich ein wenig bergauf. Mindestens genauso wichtig wie der Nachschub mit Bananen.

Patrick Wehner

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