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Gesundheitliche Vorteile und mehr

Studien belegen Vorteile des Laufens

Der Frühling steht in den Startlöchern. Zeit also, die Laufschuhe aus dem Keller zu holen und sich bereit für die ersten Läufe zu machen.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen nämlich, dass es neben den gesundheitlichen Vorteilen auch eine Reihe weiterer Argumente für das Laufen gibt. Denn ein Blick in die Studien beweist: Wer läuft, hat auch die Chance, ein anderer Mensch zu werden.

Läufer sind klüger

Schon als das Laufen noch lange nicht so populär war wie heute, hat Young (1979) mittels eines klassischen Intelligenztests ermittelt, dass Laufen schlau macht. Innerhalb eines zehnwöchigen Fitnessprogramms mit Schwerpunkt Laufen nahm die Intelligenz bei den Teilnehmern deutlich zu, unabhängig von Alter und Geschlecht. Eine Studie der Universität Ulm von 2008 bestätigt: Das Potenzial des Gehirns lässt sich durch Lauftraining steigern. Die Forscher um den Neurowissenschaftler Manfred Spitzer haben ermittelt, dass Läufer manche Reize schneller und effektiver verarbeiten können. Schon sechs Wochen intensives Laufen verbesserten das visuell-räumliche Gedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit. Umgekehrt schädigt dauerhaftes Sitzen das Gehirn sogar. US-Forscher der University of Illinois um Agnieszka Burzynska (2014) haben herausgefunden, dass Trägheit auch zu einer schlechteren Hirnsubstanz führen kann. Die fitteren Kadetten an der amerikanischen Militärakademie West-Point besaßen einen höheren IQ (Studie von van Aaken 1984). Und auch bei Studenten zeigte sich, dass die fitteren weniger häufig durch Prüfungen fielen (Studie von Gruber 1975). Auch wenn am Lernen niemand vorbeikommt, so ist doch nachgewiesen, dass Bewegung die Nervenzellen stimuliert, sich zu bilden und zu verschalten. Sie verstärkt den Lerneffekt und unterstützt das Gehirn, Informationen zu vernetzen und zu speichern.

Läufer haben weniger Angst

Die Sozialpädagogin Britta Reule hat im Jahr 2000 in ihrer Diplomarbeit mehr als 30 Arbeiten (Zeitraum 1972 bis 1997) zum Thema „Auswirkungen des Laufens auf Angst und Depressionen“ untersucht. Sie kommt zu dem Ergebnis: Alle Studien belegen, dass Laufen Angst reduziert. Der Bad Lippspringer Pädagoge und Psychologe Alexander Weber etwa hat 1984 als einer der ersten Laufen als Psychotherapiemethode eingebaut, denn er war überzeugt von den positiven Effekten des Joggens auf die Psyche. Für eine Studie teilte er in einer Suchtklinik Patienten in eine Läufer- und eine Nichtläufergruppe ein, das übrige Therapieprogramm war gleich. Nach 16 Wochen zeigten die Läufer deutlich weniger Angst als die Nichtläufer. Läufer schlafen besser. Eine Reihe wissenschaftlicher Untersuchungen belegt, dass Laufen Schlafstörungen abbaut. Aktiver Sport am Abend fördert das Einschlafen. Dies ergab eine neue Studie von 2001 über Schlafstörungen in Deutschland. Die Ergebnisse von Jürgen Zulley vom Schlafmedizinischen Zentrum der Universität Regensburg widersprechen bisherigen Schlafexperten, die abendlichen Sport als schlafhindernd ablehnen. Studien zeigen: Wer mindestens einmal pro Woche Sport treibt, hat deutlich weniger Schlafstörungen. Der Körper stellt seinen Hormonhaushalt um und produziert mehr Delta-Sleep-Inducing- Peptide (DSIP). Dieser Schlafstoff sorgt für eine ungestörte Nachtruhe.

Laufen macht kreativ

Daniel Schwartz von der Stanford University und seine Kollegin Marily Oppezzo von der Santa Clara University baten 179 Studenten zum Test. Die Forscher ließen ihre Probanden kreative Wortspiele bei einem Spaziergang an der frischen Luft, auf dem Laufband und im Sitzen lösen. Im Ergebnis waren die Studenten in und nach der Bewegung einfallsreicher. Warum genau, das wollen die Wissenschaftler in weiteren Studien ermitteln. Möglicherweise, so legt eine andere Untersuchung nahe, ist dafür neben der erhöhten Sauerstoffversorgung des Hirns das Kreativitätshormon ACTH verantwortlich, das bei moderatem Ausdauertraining vermehrt ausgeschüttet wird. ACTH senkt den Blutdruck und wirkt entspannend, deshalb wird es auch als Kreativitätshormon bezeichnet.

Läufer sind selbstbewusster

Sport ist ein hervorragendes Mittel, um Selbstbewusstsein aufzubauen. Den inneren Schweinehund zu überwinden und Lauferfolge einzuheimsen stärkt das eigene Selbstwertgefühl. Das ist auch wissenschaftlich erwiesen. Sportpsychologin Robin Vealy von der Miami University ist überzeugt, dass Sport zwar den Charakter eines Menschen nicht grundlegend verändert, aber Bedingungen schafft, unter denen sich mehr Selbstbewusstsein entwickelt. Erfolgreiche Sportler denken anders, so Vealy in ihrem 2005 erschienenen Buch Coaching for the Inner Edge. Sie glauben daran, Erfolg zu haben, aber sie verfügen auch über Strategien, die ihnen über Misserfolge hinweghelfen.

Sportliche Schwangere bekommen aktivere Kinder

Ein Forscherteam von der University of Bristol um Calum Mattocks hat in einer Studie das sportliche Verhalten von 5500 Kinder im Alter von elf bis zwölf Jahren überwacht. Die Probanden trugen über einen Zeitraum von sieben Tagen ein Messgerät, das jede ihrer körperlichen Aktivitäten registrierte. Die Wissenschaftler werteten die Daten aus und kamen zu dem Ergebnis, dass diejenigen Kinder sich mehr bewegten, deren Mütter auch in der Schwangerschaft aktiv waren, schnell gingen, moderat liefen oder schwammen. Einer der Gründe ist, dass sportliche Frauen auch nach der Schwangerschaft aktiv sind und ihren Nachwuchs motivieren, dies ebenfalls zu tun.

Läufer fühlen sich besser

Regelmäßiges Laufen steigert das Wohlbefinden – das zeigt nicht nur die individuelle Erfahrung, sondern auch die Wissenschaft. Mary B. Harris von der University of New Mexico fand 1981 heraus, dass Läuferinnen im Gegensatz zu Nichtläuferinnen nicht nur glücklicher, entspannter und selbstzufriedener waren, sondern sich auch signifikant attraktiver und femininer fühlten, seitdem sie liefen. Bei den über 55-Jährigen wiesen Läufer eine erheblich größere Lebenszufriedenheit auf als ihre nichtaktiven Altersgenossen. Bei leichten seelischen Verstimmungen wirkt es aufhellend und kann den Antrieb ankurbeln. Wenn man schlechte Laune hat, sollte man nicht darauf warten, bis sie besser wird, und dann loslaufen. Sondern umgekehrt: Wer losläuft, fühlt sich wohler.

Läufer haben besseren Sex

Regelmäßiges Laufen mindert den Spaß am Sex – das ist eine der vielen Legenden rund um das Thema Laufen und Sex. Das ist falsch. Die Mehrheit der Frauen gab in einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens TNS im Auftrag von Nike an, dass Sport die Lust am Sex sogar steigert. Schon wer täglich beim Sport 200 Kalorien verbrennt, hat besseren Sex, ergibt eine Studie der Universität Boston.

Quelle: Das Runtastic-Laufbuch: Lauf dich schlank und fit in nur 10 Wochen

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