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Die Schlange im Spiegel: Läufer soweit das Auge reicht.

Zehnter Tegernseelauf: Strahlendes Wohlfühlwetter

Gmund - Mehr als 3600 Teilnehmer trotzten dem Regen beim Tegernseelauf.

Sie stand im Ziel und lachte. Der Regen lief ihr übers Gesicht, doch sie strahlte mit dem Blumenstrauß um die Wette, den man ihr als Siegerin kurz nach der Ziellinie in die Hand gedrückt hatte. „Oh, es war so super, es war so toll“, schwärmte Mary O’Leary. Die Irin im Trikot des FC Perlach war beim Tegernseelauf über 21,1 Kilometer erneut die schnellste Frau, doch mit 1:23:53 Stunden verbesserte sie gestern ihre Bestzeit um eine ganze Minute. Und sie wusste sofort, wem sie das zu verdanken hatte: Rudi Kaulfersch. Der Gmunder war als Führungs-Biker der Spitzenläuferin vorneweg gefahren. „Und er hat mir so geholfen. Er hat immer gesagt, wie lange der Anstieg noch dauert, ob jemand von hinten folgt, wo ich aufpassen muss. So konnte ich mich ganz auf mich konzentrieren“, sprudelte es aus O’Leary heraus. „Und“, das war ihr wichtig: „Ich war nicht so alleine.“

Klingt komisch, ist aber so: Die Spitze absolviert bei Damen wie Herren immer ein einsames Rennen - auch wenn wie gestern mehr als 3600 Teilnehmer dabei sind. Nach dem Startschuss um 10.30 Uhr dauerte es exakt 11 Minuten und 45 Sekunden, bis alle über die Ziellinie gelaufen waren. Gut 23 Minuten später kam der erste schon wieder ins Ziel: Martin Kipnick (TSV Altenmarkt) war bis vor kurzem Fußballer, läuft erst seit einem Jahr und gewann über die zehn Kilometer (34:55,4 Minuten). „Das war eine Superstrecke“, freute sich der 19-Jährige.

Bilder vom zehnten Tegernseelauf

Tegernseelauf 2011

Überglücklich war Doreen Fischer: Arm in Arm mit ihrem Mann Sven hatte sie nach 51:54,3 Minuten ihren zweiten Lauf überhaupt absolviert. Nachdem sich die Biathlon-Legende im vergangenen Jahr über die Halbmarathon-Distanz regelrecht ausgepowert hatte, ließ Fischer es diesmal ruhiger angehen: „Ich wollte meine Frau zum Laufen bringen, und das war unser erster gemeinsamer Lauf“, sagte er stolz. Genauso stolz war Elisabeth Furtwängler. Sie war schon paar Mal am Tegernsee am Start, doch noch nie über 21,1 Kilometer. Die 19-Jährige aus Bad Wiessee hatte sich ein kleines Ziel gesteckt: „Ich will nur durchlaufen.“ Und das schaffte sie auch, obwohl sie kurzfristig Angst bekommen hatte, ihr könnte es zu lang und langweilig werden: „Ich hab’ meine Musik vergessen. Mama, kannst Du sie mir noch bringen unterwegs?“ Doch die Straßen waren gesperrt, da kam Maria Furtwängler ins Grübeln: „Wenn, dann geht’s nur mit dem Rad, und ich hab’ hier keines.“ Nun, ihre Tochter bewältigte es auch so mit Bravour, nach 1:51:05 Stunden war ihr erster Halbmarathon geschafft.

Und da war sie nur 37 Minuten langsamer als der Sieger, Martin Schönberger. Der 31-Jährige aus dem Westerwald war bereits auf der Strecke seiner Konkurrenz davongeeilt, führte zum Teil mit eineinhalb Minuten. Seit Dezember arbeitet Schönberger im Sportzentrum Bachmair am See, damit hat er quasi für einen Einheimischen-Sieg gesorgt. „Ich hab’ mich gut gefühlt, das hat Spaß gemacht.“ Dann musste er allerdings lange auf den Zweiten warten. Mehr als 3:42 Minuten nach ihm kam der Tiroler Hannes Moser ist Ziel vor einem weiteren Rottacher: Markus Paetzold vom SC (1:19:32).

Nach ihnen dauerte es lange, bis nach 3:03:16 Stunden schließlich die Letzte von mehr als 3600 Läufern im Ziel war. Dabei war Organisator Peter Targatsch froh, dass überhaupt so viele gestartet sind. Nachdem exakt 4070 Anmeldungen eingegangen waren, hatte er angesichts des Regens schon mehr „Verweigerer“ gefürchtet. „Aber jetzt ist alles super.“ Mary O’Leary war jedenfalls begeistert vom Regen: „Das ist mein Wohlfühlwetter.“ Ihr Pluspunkt - neben Rudi Kaulfersch. Dass beide nächstes Jahr wieder am Start sind - er auf dem Rad, sie laufend -, ist klar. Doch was macht Kaulfersch, wenn sein Schützling mal zu schnell werden sollte? „Dann nehm ich’s Mofa.“

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