US-Comedy-Legende Jerry Lewis ist tot

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Freud und Leid liegen nahe beieinander: Während man die zwei imposanten Berge Blankenstein (re., 1768 m) und Risserkogel (1825 m) bewundert, erinnert ein Bildstock auf dem Riederecksattel (1534 m) an ein Lawinenunglück im Jahre 1954.

Rundwanderung am Tegernsee

Risserkogel: Blütenparadies mit Fernsicht

Der Risserkogel im hintersten Tegernseer Tal ist als Rundtour gerade auch im Sommer ein interessantes Bergziel. Vor allem dann, wenn nach einer längeren Trockenphase die schönen Steige...

...nicht mehr „batzig“ sind, kann man sich völlig unbeschwert an den üppigen Bergwiesen, der eindrucksvollen Szenerie und natürlich der glänzenden Fernsicht erfreuen. Anfangs führt eine schmale Teerstraße zügig aufwärts durch den Bergwald.

Die Morgensonne funkelt durch das Laub und zeichnet ein filigranes Lichtspiel auf das Blätterdach. Dann erreicht man die weitläufigen Wiesen der Siebli-Alm und ist umgeben von einem bunten Blumen- und Kräutergarten, der sich bis weit hinauf zieht: Das himmelblaue Vergissmeinnicht blüht neben leuchtend goldenen Hahnenfuß und Gelben Enzian. Die Kuckucksblume und der Storchenschnabel setzen purpurne und violette Tupfer ins Wiesengrün. Nah am Bach windet sich das grob steinige Wegerl forsch bergauf.

Bunte Bergwiesen und schroffe Felsen

Später entdeckt man etwas unterhalb der Wegführung die urige Riedereckalm und gegenüber die bleichen schrofigen Wände des Schreisteins (1594 Meter). Dabei ist dieser Felsriegel nur der Auftakt für die malerische Arena, die sich wenig später auf dem grasigen Riederecksattel bietet. Aus einen Latschen durchsetzten Kessel ragt zur Rechten das kühn gezackte Felsenriff Blankenstein (1768 Meter) in den Himmel und zur Linken der behäbige Schrofenkoloss Risserkogel.

Zu Füßen liegt den beiden Berggestalten der blaugrüne Riederecksee – traumhaft schön. Doch mit der Inschrift des auffälligen Bildstocks auf dem Sattel, holt einen die Realität wieder ein: Vier Menschen starben hier 1954 den weißen Tod in einer Lawine, steht da geschrieben. Drüben auf dem Blankensteinsattel beginnt der Gipfelweg zum Risserkogel. Rote Markierungen kennzeichnen die Route.

In herrlich leichter Kraxelei überwindet man kleine Felsblöcke entlang am Drahtseil, dann geht’s über Schotter und am Schluss durch eine Latschengasse über den Kamm zum Gipfelkreuz. Die Aussicht ist wirklich gigantisch. An klaren Tagen entdeckt man am Horizont sogar den Großglockner und den Großvenediger. Auch der Nahblick auf die schwindelerregend steilen Wandfluchten des Blankensteins fasziniert.

Der Traditionsberg zieht die Kletterer von jeher in seinen Bann. Auch namhafte Alpinisten, wie Toni Kinshofer (1934-1964), dem in den 1960er-Jahren die erste Winterbesteigung der Eiger Nordwand gelang, hat hier trainiert. Heutzutage findet man in den Wänden des Blankensteins Kletterouten vom II. bis zum X. Schwierigkeitsgrad. Der Gipfelblick fällt auf einen langen hügeligen Kamm, der den Risserkogel mit dem Wallberg verbindet.

Ein unschwieriger Kammweg führt im Auf und Ab von der Wallberg-Bergstation zum Risserkogel. Dank Seilbahn spart man auf dieser Variante 240 Höhenmeter, hat aber dann insgesamt 10 Kilometer Gehstrecke zu bewältigen. Man sollte also genug Zeit einplanen, wenn man die letzte Talfahrt mit der Seilbahn nicht versäumen will. Unsere Rundtour führt dagegen auf Schusters Rappen vom Blankensteinsattel aus über die bunten Bergwiesen der Röthenstein-Almen zurück zum Ausgangspunkt.

Von Doris Neumayr

RISSERKOGEL ( 1825 METER)

ANFAHRT – A 8 München – Salzburg, Ausfahrt Holzkirchen. Weiter auf B 318 und B 307 über Tegernsee bis Rottach- Egern. Bei der Ausschilderung „Enterrottach / Ludwig- Thoma-Straße“ links. Über Enterrottach bis Mautstelle. Auf der Mautstraße (2 Euro) zum Parkplatz Hufnagelstube (gegenüber der Bushaltestelle am Holzschuppen). Bahn: Bhf. Tegernsee (www.bahn.de); RVO-Bus 9560 bis „Kistenwinterstube“ (Hufnagelstube, www.rvo-bus.de).

TOUR – Die mittelschwere, ausgeschilderte Tour erfordert Trittsicherheit auf schmalen Wegen. Einige Stellen im Gipfelbereich sind etwas ausgesetzt (Drahtseil). Anfangs und am Ende asphaltierte Forststraßen, Brotzeit mitnehmen, evtl. Wanderstöcke.

870 Hm, Länge Rundtour: 10,2 km, Gehzeit: Aufstieg 2,5 - 3 Std., Abstieg 2 - 2,5 Std.)

Aufstieg: Vom Parkplatz aus an der Bushaltestelle vorbei über eine Brücke. Gleich danach rechts (Ww. Risserkogel- Blankenstein über Siebli-Alm und Riedereck, 617). Über eine Teerstraße bergauf (für öffentl. Verkehr gesperrt) zur nächsten ausgeschilderten Gabelung. Hier links hinauf über die Wiesen der Siebli-Alm. Bei der Alm (ca. 1150 m) rechts den ausgeschilderten Bergweg aufwärts folgen. Über grobe Steine und Wurzeln durch Baumgruppen am Bach entlang und wieder über steile Bergwiesen.

Die sichtbare Riedereck-Alm (1470 m) bleibt unberührt, der Weg führt hinauf zum grasigen Riederecksattel (1534 m). Dort nach links, man quert den steilen Kessel am Fuße des Risserkogels hinauf zum Blankensteinsattel (1692 m). Nun links den roten Markierungen folgen und über leichtes Blockwerk, Schrofen (teils mit Drahtseilen gesichert) steil hinauf. Durch Latschengassen zum Gipfel.

Abstieg: Zurück zum Blankensteinsattel und nach links hinab über steile Wiesen (Ww. Enterrottach über Röthenstein Almen, 617 b, 503). Bald durch einen lichten Wald und an einem anfangs schmalen Waldkamm bergab. Man kommt zu den welligen Wiesen der Röthenstein-Almen (1385 m) und mündet in eine schmale Teerstraße. Auf dieser abwärts in den Wald hinein, der Ausschilderung „Enterrottach“ folgen bis zum Ausgangspunkt.

EINKEHR – Gasthof-Cafe Almhof, Biergarten und Sonnenterrasse, Enterrottach 1, Tel.: 0 80 22 / 56 41; Mi und Do Ruhetage; www.gasthaus-almhof.npage.de
VARIANTE – Mit Seilbahn-Unterstützung Wallbergbahn (Bergstation, 1624 m), tägl. 8.45 bis 17 Uhr (Wetterlage beachten); T.: 0 80 22 / 70 53 70; www.wallbergbahn.de; Wallberghaus (Privat, 1507 m), Mo Ruhetag, tägl. 9 bis 18 Uhr; Tel.: 0 80 22 / 62 88; www.wallberghaus.de

KARTE – AV-Karte Tegernsee Schliersee, 1:25 000.

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