+
Spaß mit Mietausrüstung: Immer mehr Wintersportler verzichten auf eigene Brettl und gehen statt dessen zum Skiverleih.

Tipps fürs Ausleihen

Mit fremden Brettln auf die Piste

Wintersport ist keine billige Angelegenheit. Sparen kann man aber beispielsweise an der Ausrüstung, denn wer nur wenige Tage im Jahr auf der Piste unterwegs ist, braucht nicht unbedingt eine eigene Skiausrüstung.

 „Immer weniger Gelegenheits-Skifahrer geben dafür Geld aus“, sagte Christoph Ebert vom Kompetenzzentrum Sport, Gesundheit und Technologie in Garmisch-Partenkirchen. Wie aber erkenne ich einen guten Skiverleih? Lohnt es sich, die Bretter schon vor dem Urlaub zu reservieren? Und kann ich den Leihski umtauschen, wenn ich damit nicht zurechtkomme? Die wichtigsten Tipps zum Ausleihen.

Im Internet reservieren

„Der Trend geht eindeutig zur Online-Buchung von Leihski“, sagte Ebert. Dadurch vermeiden Skifahrer lange Wartezeiten im Geschäft am Urlaubsort. Gerade bei Spezialwünschen sei es wichtig, die Ausrüstung vorab zu reservieren. „Will ich zum Beispiel einen Freeride-Ski, stelle ich durch die Online-Reservierung sicher, dass ich auch wirklich einen bekomme.“ Gerade Spezialski und die neuesten Modelle am Markt seien schnell vergriffen.

Zu Hause leihen

Eine gute Alternative zum Skigeschäft am Urlaubsort sind für Ebert Geschäfte in der Heimatstadt: „Sie haben oft mehr Zeit und Ruhe, den Ski richtig einzustellen und die Ausstatung perfekt anzupassen.“ Theoretisch muss die auch der Händler am Urlaubsort haben. „Wenn aber 40 Leute hintendran warten, wird das manchmal schon etwas hektisch.“ Nachteil: Die Ski müssen an den Urlaubsort transportiert werden.

Frühbucherrabatt

Einige Vermieter haben sich auf den Online-Verleih spezialisiert und bieten Frühbuchern extrem günstige Preise. So verlangte beispielsweise www.mietski.com am 5. Februar für die Stationen in Ischgl, Sölden und Mayrhofen für ein Paar Leih-Skier im Zeitraum 29. März bis 5. April 19 Euro statt 155 Euro. Für diesen Preis bekommt man normalerweise nicht mal eine Paar Skier samt Stöcke für einen Tag, die kosten sonst nicht selten mehr als 30 Euro. Helm und Stiefel schlagen bei der Online-Buchung mit 46 und 25 Euro zu Buche.

Anbieter auswählen

Einen guten Skiverleih erkennen Urlauber laut Ebert vor allem an dessen technischer Ausstattung. Ist diese auf dem neuesten Stand? Macht sie einen guten Eindruck? Solche Kriterien lassen sich natürlich nur beachten, wenn man schon am Urlaubsort ist. Wer vorab online buchen will, muss sich auf Empfehlungen der Bergbahnen, Skischulen oder Touristinformationen verlassen.

Auf die Wartung achten

Mittlerweile sollte es Standard sein, dass die Ski bei jedem neuen Ausleihen frisch präpariert sind, so Ebert. „Wenn ich trotzdem zum Beispiel auf dem eigentlich schwarzen Belag weiße Stellen sehe, ist das ein Anzeichen dafür, dass nichts gemacht wurde.“ Auch die Schuhe sollten nach jedem Leihen gereinigt, getrocknet und vor allem desinfiziert werden. Die Verleiher sind außerdem verpflichtet, mindestens einmal im Jahr bei allen Skiern die Bindung nachzujustieren. Ob das alles tatsächlich passiert, kann der Kunde kaum nachprüfen. Ein entsprechendes Label, das vor einigen Jahren im Gespräch war hat, sich bis jetzt nicht durchgesetzt.

Mehrmals umtauschen

Ein weiterer Vorteil der Ausleihe im Urlaubsort ist die Umtauschmöglichkeit. „Merke ich beim Fahren, dass ich mit dem Ski nicht zurechtkomme, sollte ich nicht zögern, zum Verleiher zu gehen und einen anderen Ski zu wählen“, erklärte Ebert. In der Regel ist der Umtausch problemlos möglich. Bei einem Wechsel in eine höherwertige Klasse fallen aber meist zusätzliche Kosten an.

Selbsterkenntnis

Egal ob bei der Vorabreservierung im Internet oder direkt im Geschäft: „Bei der Frage nach dem eigenen Können müssen Skifahrer ehrlich sein“, sagte Ebert. „Wenn ich angebe, ein sportlicher Fahrer zu sein, in Wahrheit aber mehr schlecht als recht die Piste runterkomme, werde ich mit dem ausgeliehenen Ski wenig Freude haben.“ Denn den stellt der Anbieter auf das Können seines Kunden ein.

Michael Zehender/vp.

„Wir haben 1000 Ausrüstungen“

Der Mann vom Skiverleih: Martin Voigt.

Wie sieht der Alltag im Skiverleih aus, wie viele Brettl stehen zur Auswahl, wie kommt man schneller dran? Wir sprachen mit Martin Voigt, der in Garmisch-Partenkirchen und auf der Zugspitze auf 2600 Metern – Deutschlands höchster Skiverleih – nicht jede Menge Leih-Brettl im Angebot hat.

Wer leiht bei Ihnen Skier – nur Anfänger?

Martin Voigt: Wir bieten unsere Skier in drei Kategorien an, etwa 20 Prozent leihen Drei-Sterne-Material, 60 Prozent Vier-Sterne-Skier und 20 Prozent die besten Fünf-Sterne-Skier. Ich mache das seit 25 Jahren und jedes Jahr haben wir mehr Skier im Verleih.

Wie lange werden die Skier ausgeliehen?

Das ist saisonbedingt. Wenn die Wochenendfahrer kommen, sind es meist ein bis zwei Tage, Winterurlauber leihen eine ganze Woche oder länger.

Wie viel Material müssen Sie während eines Winters aus Verschleißgründen austauschen?

Etwa 80 Prozent. Die Kunden sollen nur bestes Material und besten Service kriegen. Diese Investition lohnt sich, denn das spricht sich rum und die kommen im nächsten Winter wieder zu uns.

Wie hoch ist Ihr Bestand an Skiern?

Wir haben auf der Zugspitze und in Garmisch zusammen etwa 1000 komplette Ausrüstungen an Skiern, Snowboards, Langlaufskiern und Schneeschuhen.

Wie ehrlich sind die Kunden bei den Angaben zu Können, Alter und Gewicht?

Wir haben keine Listen, in die jeder reinschauen kann, sondern Formulare für jeden einzelnen Kunden. Da sind die Angaben sehr ehrlich.

Wie vermeidet man bei der Ausleihe lange Warteschlangen?

Vor allem wenn mehrere Personen gleichzeitig Skier ausleihen, sollten sie sich online anmelden, dann ist alles vorbereitet, wenn sie kommen. Da schaffen wir einen kompletten Bus in einer halben Stunde.

Interview: Volker Pfau

Der Mann vom Verleih

Martin Voigt hat zwei Geschäfte, in denen er Ski ausleiht: eines in Garmisch-Partenkirchen (Tel. 08821/969 29 90, www.skiverleih-garmisch.com) und eines in 2600 Metern Höhe auf der Zugspitze (Tel. 08821/745 05, www.skiverleih-zugspitze.com).

Interview: Volker Pfau

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Alles dabei? So packen Sie den Rucksack für die Wanderung richtig
Was gibt es Schöneres, als einen Tag in der Natur zu verbringen? Damit der Ausflug in die Berge nicht zum Desaster wird, hier ein paar Tipps.
Alles dabei? So packen Sie den Rucksack für die Wanderung richtig

Kommentare