Chaos auf der Stammstrecke: Deswegen verspäten sich die S-Bahnen mehr als 40 Minuten

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Herrliche Tiefblicke auf Unterammergau sind vom Steckenbergkreuz möglich, obwohl sich der Wanderer auf gerade einmal 1228 Metern bewegt.

Verwunschene Welt

Unterammergau: Ausflug zum Steckenbergkreuz

Sommerferien, Familienzeit! Da muss eine Allroundtour her! Zu heiß, sprich der Sonne ausgesetzt, darf die Route im Hochsommer nicht sein – sonst gibt es zu recht lauthals Protest von den Kleinen.

Doch in Unterammergau gibt es sie, die kurze, abwechslungsreiche Bergwanderung mit viel Schatten und einem familiengerechten Freizeit-Programm für hinterher. Das geht sich gut aus, denn der Ausflug zum Steckenbergkreuz nimmt höchstens einen halben Tag in Anspruch. Und gleich zu Beginn wird es spannend: Nach wenigen Minuten Gehzeit taucht man ein in die Wunderwelt der herrlich frischen Schleifmühlenklamm. In dieser Bachschlucht kann man sogenannte Gumpen, das sind natürliche Wildwasser-Whirlpools und kleine Wasserfälle bestaunen. Weil die Klamm eng ist und von üppiger Vegetation gesäumt, ist dieser Abschnitt der Wanderung auch an heißen Sommertagen erfrischend. Und eine Geschichte kann man den Kindern auch dazu erzählen: In dieser Gegend wurden früher Schleifsteine abgebaut, also Wetzsteine, mit denen man einst Messer und landwirtschaftliche Geräte wie Sensen geschliffen hat. Im Wetzsteinmuseum beim Gasthaus Schleifmühle kann man sich anschauen, wie dieses alte Handwerk ausgeführt wurde. Und der Besuch dort wäre schon einmal die Option Nummer 1 für ein interessantes Programm nach der Tour...

Doch zuerst einmal geht es hinauf zum kleinen Gipfel. Hat man die Klamm hinter sich, leitet anschließend ein wunderbarer, kleiner verwunschener Waldpfad auf ganz reizvolle Weise über einen Geländerücken empor. Nur auf den letzten Metern wird der Wald immer lichter, so dass einen die Sonne schon ein wenig kitzelt. Dafür wird aber die Aussicht nun immer besser. Am kleinen Gipfel hat man dann einen schönen Ausblick hinunter ins Tal, zum Hohen Peißenberg und zum Teufelstättkopf. Das Steckenbergkreuz ist kein bedeutender Gipfel, eher eine freie Schulter mit Kreuz, aber eben ein toller Rastplatz. Nur eine Stunde ist seit dem Start vergangen, sodass nach der Rückkehr in Unterammergau noch jede Menge Zeit bleibt für weitere Aktivitäten: Unweit vom Ausgangspunkt entfernt wartet bei der Steckenbergalm ein kleiner Funpark für Familien mit Kindern. Hier gibt es Spielgeräte, ein Streichelgehege mit Ziegen, Alpakas und Minischafen in ursprünglicher Umgebung. Besonders gut kommt natürlich bei den größeren Kindern die Sommerrodelbahn an. Über 650 Meter zischt man hier in zweisitzigen Bobs durch neun Steilkurven, drei Tunnel und über zwei sog. Mega-Jumps durch die Edelstahlrinne. Was für ein Spaß!

Noch wilder ist da nur noch die Fahrt im „Alpine Coaster“ beim Kolbensattel im benachbarten Oberammergau. Wer lieber zum Baden möchte, findet in dieser Gegend ebenfalls eine sehr schöne Möglichkeit. Das Oberammergauer Bad „WellenBerg“ hat neben dem Hallenbad einen sehr schönen Außenbereich und sogar ein Naturbecken, das mit frischem Bergquellwasser gespeist wird. Von der Liegewiese aus kann man noch einmal ganz gechillt hinaufblicken zu den Ammergauer Gipfeln und sich für den Wanderherbst schon mal die eine oder andere größere Tour aussuchen. Für einen heißen Hochsommertag ist das Steckenbergkreuz jedoch die richtige Wahl.

Von Bernhard Ziegler

STECKENBERGKREUZ (1228 M)

ANFAHRT – A 95 München – Garmisch-Partenkirchen, Ausfahrt Murnau, Kochel. Über Murnau, Bad Kohlgrub bis Saulgrub. Weiter B 23 nach Unterammergau. Parken am Pürschlingparkplatz (gebührenpflichtig) von Unterammergau, am Eingang zum Schleifmühlenlaine-Tal. Zufahrt über den Liftweg.

Bahn: Regelmäßiger Regionalbahnverkehr von München nach Unterammergau über Uffing am Staffelse und Murnau (Weitere Informationen: www.bahn.de).

TOUR – Vom Parkplatz nur ein kurzes Stück auf der ausgeschilderten Forststraße Richtung Pürschlinghaus. Bereits 100 Meter hinter dem Parkplatz zweigt man nach rechts (Wegweiser Schleifmühle) ab und wandert hier auf der gut gepflegten Steiganlage durch die wunderschöne Schleifmühlenklamm. Nach rund einer halben Stunde mündet der Steig wieder auf der Forststraße. Zum Steckenbergkreuz geht es jetzt ca. 20 Meter nach links zum Wegweiser „Steckenbergkreuz“. Hier schlägt man den kleinen Waldpfad ein, der bald auf wunderbare Weise einem bewaldeten Kammrücken folgt. Schließlich trifft man auf einen Karrenweg. Auf ihm nur wenige Meter nach rechts, dann zweigt der Gipfelanstieg bereits wieder links ab in den Wald. Achtung, dieser Abzweig ist nur mit einem ganz kleinen Dreieck an einem Baum markiert und leicht zu übersehen!!! Nach wenigen Metern ist der Weg aber wieder deutlich erkennbar und zieht sich über den lichter werdenden Wald hinauf zum Steckenbergkreuz.

Aufstieg wie Abstieg, wobei man beim Rückweg meist nicht noch einmal durch die Klamm wandert, sondern einfach und bequem auf der Forststraße absteigt.

GEHZEITEN – 1 Stunde Aufstieg; 50 Minuten Abstieg. Schwierigkeit: Ein Minimum an Trittsicherheit ist in der Klamm erforderlich. Höhendifferenz: 370 Meter.

KARTE – Kompass-Karte 7, Murnau, Kochel.

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