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Nach ihm wurde ein Weitwanderweg in den Zillertaler Alpen benannt: Die Peter Habeler Runde.

Berglegende Peter Habeler im Interview

Peter Habeler Runde: Weitwanderweg in Mayrhofen

Spätestens seit seiner Mount-Everest-Besteigung ohne künstlichen Sauerstoff zählt Peter Habeler zu den berühmtesten Extrembergsteigern auf der Welt.

Zum 70. Geburtstag bekam die Berglegende aus Mayrhofen ein besonderes Geschenk: Den nach ihm benannten Weitwanderweg in den Zillertaler Alpen – die Peter Habeler Runde.

Der Gipfelstürmer im Interview über den gleichnamigen Wanderweg:

Seit wann gibt es die Peter Habeler Runde und was verbindet dich persönlich damit? 

2012 wurde der Weg feierlich eröffnet – es war für mich eine riesige Überraschung zum 70. Geburtstag, als meine Freunde mir plötzlich den gelben Wegweiser mit der Aufschrift „Peter Habeler Runde“ übergaben. Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet, es ist eine besonders große Ehre, weil ich mich schon seit Jahren für den westlichen Teil der Zillertaler Alpen einsetze. Einerseits, weil ich die Berge wie den Olperer, Schrammacher und den Hochfeiler liebe, andererseits weil die westliche Seite immer etwas stiefmütterlich behandelt wurde und ich die schönen Hütten beleben wollte.

Wie kann man sich die Peter Habeler Runde vorstellen? 

Der Weitwanderweg hat eine Länge von 56 Kilometern und umschließt drei Regionen: das Zillertal, das Wipptal und Südtirol. Die Runde, für die man bis zu 5 Tage benötigt, ist aufgeteilt in fünf Etappen. Man sollte die Wanderung auf keinen Fall unterschätzen, aber wenn man gut ausgerüstet, trittsicher und schwindelfrei ist, steht einer Tour nichts im Wege. Absolute Highlights sind die prächtigen Ausblicke auf den Zillertaler Hauptkamm, die Dolomiten in Südtirol und die Stubaier Alpen. Man sollte genügend Zeit einplanen, um die herrliche Landschaft genießen zu können.

Checkliste vom Profi für die Weitwanderung in Mayrhofen: 

  • Teleskopstöcke: Sie verbessern die Balance und federn das Gewicht ab
  • Normale Bergausrüstung (ohne Seil und Kletterausrüstung)
  • Reservekleidung und wasserfeste Jacken und Hosen
  • Perfekt sitzender Wanderschuh für die alpinen Steige
  • Eventuell einen Hüttenschlafsack: leichte, leinentuchartige Säcke
  • Jause und Wasser: entlang der Strecke gibt es immer wieder Bäche und Quellen, in denen man die Flasche mit herrlichem Bergquellwasser auffüllen kann
  • Wanderkarte, damit man sich über die imposante Bergwelt informieren kann
  • Wettervorhersage: am Vortag sollte man sich unbedingt über das Wetter informieren
  • Rucksack: die Last, die man trägt, darf nicht zu schwer sein

Welche ist deine Lieblingsetappe? 

Prinzipiell sollte man sich jede Etappe ansehen – jedes Stück hat seinen eigenen Charme. Ich persönlich gehe sehr gerne von der Olperer Hütte zum Pfitscher-Joch-Haus. Dort stärke ich mich mit einem Gipfelschnapserl – es muss für mich natürlich ein typisch zillertalerischer Meisterwurz-Schnaps sein, den Frauen empfehle ich einen Marillenschnaps – und eine köstliche Brettljause mit Käse, Speck und Gemüse. Ein besonders schönes Gebiet ist auch rund um die Geraerhütte. Wenn du als leidenschaftlicher Bergsteiger in dem Kessel stehst, der 500 Meter steil ist, dann schlägt das Herz ganz schnell (grinst).

Wie viele Einkehrmöglichkeiten gibt es entlang der 56-Kilometer-Wanderung? 

Insgesamt gibt es sechs Hütten: Friesenberghaus, Geraerhütte, Europahütte, Olperer Hütte, Pfitscher-Joch-Haus und das Tuxerjochhaus. Was ich an den Hütten besonders schätze, ist die Einfachheit. Die Hütten sind sauber und ordentlich, dort oben gibt es keinen Luxus wie im Tal. Auf den Bergen muss man sich einfach der Natur anpassen – da kann man zum Beispiel nicht dreimal am Tag duschen. Das trägt dazu bei, dass man Dinge wieder schätzt, die für einen schon selbstverständlich sind.

Welchen Tieren und Pflanzen begegnet man am Peter Habeler Weg? 

Die Flora und Fauna entlang der Wege ist sensationell. Es gibt immer wieder neue Pflanzen zu entdecken. Da kann es schon einmal passieren, dass man ein Alpen-Edelweiß oder einen blitzblauen Enzian am Wegrand entdeckt. Mit etwas Glück sieht man sogar den einen oder anderen Gamsbock. Noch etwas: Am Berg wird den Frauen auch nachgepfiffen – zwar nicht von Männern, sondern von den Murmeltieren. Beim Peter Habeler Rundweg sind einzigartige Erlebnisse garantiert – am besten man begibt sich selbst auf Erkundungstour.

Daten & Fakten zur Peter Habeler Runde

  • Weitwanderweg Kletterpassage
  • Einzigartige Erlebnisse sind garantiert
  • Streckenlänge: 56,1 Kilometer
  • Aufstieg: 4.230 Meter, minimale Höhe: 1.345 Meter
  • Dauer: rund 5 Tage
  • Etappen: fünf, Gehzeit pro Etappe zwischen 4-6 Stunden
  • Wegbeschaffenheit: alpines Gelände mit Steigen
  • Einkehrmöglichkeiten: sechs Hütten
  • Hüttenbuchung: online auf der Website der Hütten oder des TVB

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