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Tour 2: Ab der Leiter geht es nur für geübte Klettersteig-Geher weiter.

„Lang & leicht“ oder „kurz & knackig“ auf Deutschlands höchsten Berg

Vier Wege auf die Zugspitze

Es ist wahrlich kein Kunststück, auf die Zugspitze zu gelangen. Drei Bergbahnen schaufeln Touristen auf Deutschlands höchsten Gipfel. Aber wer ein Bergsteiger ist, der möchte mindestens einmal im Leben aus eigener Kraft das goldene Gipfelkreuz in 2962 Meter Höhe erreichen.

Vier Wege führen aus den umgebenden Tälern auf die Zugspitze. In jedem Fall ist eine Besteigung ein hochalpines Unternehmen, das entsprechende Ausrüstung und sorgfältige Planung voraussetzt. Selbst im Sommer kann Neuschnee den Gipfel unerreichbar machen. Über die aktuellen Verhältnisse informiert die Alpine Auskunft des Alpenvereins, Telefon 089/29 49 40. Für alle Routen empfehlen wir eine Rückfahrt mit der Bayerischen beziehungsweise Tiroler Zugspitzbahn.

Tour 1:

Der westseitige Aufstieg empfiehlt sich für Bergsteiger, die auch ein bisschen Hand anlegen möchten. Zunächst geht es über eine Skipiste, dann über einen Steig, bis man in Geröllfelder kommt. Bald erreicht man die Grathöhe. Unter der Bergbahn führt der markierte Weg zur bewirtschafteten Wiener- Neustädter-Hütte (2213 Meter), wo man auch übernachten kann. Hinter der Hütte beginnt ein Klettersteig (Schwierigkeitsgrade A und B), der entsprechende Ausrüstung (Gurt, Set, Helm) verlangt. Highlight ist der „Stopselzieher“, ein beeindruckender Felsentunnel. Durch großteils versichertes Gelände geht es auf den Grat und nach links zum Gipfel.

Ausgangspunkt:
Talstation der Tiroler Zugspitzbahn in Ehrwald

Gehzeit:
5,5 Stunden

Höhenunterschied:
1735 Meter

Voraussetzungen:
Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, Klettersteigerfahrung

Tour 2:

Um nicht in Zeitnot zu geraten, sollten sich Normalsportliche für diese Route zwei Tage Zeit nehmen und auf der Höllentalangerhütte übernachten. Nach waldigem Zustieg führt die Höllentalklamm spektakulär in ein Hochtal, in dem die Hütte liegt. Am zweiten Tag geht es mit Klettersteigausrüstung in die ersten Schlüsselstellen: die Leiter und das „Brett“, eine ausgesetzte Passage mit Stahlstiften als Tritthilfe. Über Geröll erreicht man den Höllentalferner, der oft nur mit Steigeisen (bei Blankeis)und Seil (Spalten!) begangen werden kann und dessen Randkluft Geschick erfordert. Über weitere Klettersteigpassagen erreicht man Grat und Gipfel.

Ausgangspunkt:
Hammersbach

Gehzeit:
8 Stunden

Höhenunterschied:
2200 Meter

Voraussetzungen:
Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, Klettersteigerfahrung bis zu Schwierigkeitsgrad C

Tour 3:

Der einfachste Weg auf die Zugspitze ist zugleich der längste. Man muss ihn daher auf zwei Tage stückeln und auf der Reintalangerhütte (1367 Meter) oder der Knorrhütte (2052 Meter) nächtigen. Von Garmisch geht es sogleich durch die berauschende Partnachklamm. Dann in immer spektakulärerer Kulisse durchs Reintal zur Angerhütte und steil hinauf zur Knorrhütte. Am zweiten Tag folgt der Marsch über das Zugspitzplatt und über ein schweißtreibendes Geröllfeld bis an den Gipfel, den man über einen versicherten Steig erreicht.

Ausgangspunkt:
Skistadion Garmisch-Partenkirchen

Gehzeit:
11 Stunden

Höhenunterschied:
2254 Meter

Anforderungen:
Trittsicherheit. Das allerletzte kurze Stück zum Gipfelkreuz erfordert zudem Schwindelfreiheit. Man kann es jedoch auslassen und die Tour am Münchner Haus beenden.

Tour 4:

Mit Hilfe der Ehrwalder-Alm-Bahn kann man die Zugspitzbesteigung zu einer stattlichen Tageswanderung schrumpfen lassen. Eine Übernachtung auf der Knorrhütte macht daraus sogar zwei gemütliche Wandertage. Von der Bergstation geht’s zur Pestkapelle, wo ein Steig zum „Gatterl“ abbiegt. So heißt die Scharte im deutsch-österreichischen Grenzkamm, die zuletzt über leichte Felsen (Drahtseil) erreicht wird. In leichtem Auf und Ab führt der Plattsteig zur Knorrhütte. Von dort über die Mondlandschaft des Platts zum Karboden mit der Seilbahnstation. Nun rechts über den steilen Geröllhang zu Felsen, die man mit Hilfe von Stahlseilen überwindet. Weiter zum Grat und evtl. zum Gipfel.

Ausgangspunkt:
Ehrwalder-Alm-Bahn

Gehzeit:
7 Stunden

Höhenunterschied:
1400 Meter

Voraussetzungen:
Trittsicherheit, unmittelbar am Gipfel auch Schwindelfreiheit

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