+
Kletter-Abenteuer: Den Schoberbach hinaufzuklettern, ist gerade an warmen Tagen ein prickelndes Vergnügen. Immer wieder muss der kleine Bach durchwatet werden.

Wanderung bei Griesen

Wildwasser und Wüste

Durch einen schäumenden Wildbach oder eine sonnige Geröllwüste – bei Griesen hat man die Wahl. Die beiden spannenden Ziele verstecken sich unweit der beliebten Forststraße, die an der Naidernach entlang Richtung Plansee führt.

 Wer zum Wildbach will, folgt der sonnigen Forststraße rund fünf Kilometer – am besten per Radl – bis zu den „Drei Wassern“. Dort speist sich die Naidernach aus drei Wildbächen, von denen der Schoberbach der kürzeste und am besten „begehbare“ ist. Wer ihm folgen möchte, muss zunächst eine Bewährungsprobe bestehen. Um zum Schoberbach zu gelangen, muss man von der Forststraße kurz absteigen und dann mitten durch die Naidernach waten. Der Bach ist hier einige Meter breit, aber nicht sehr tief – etwa bis zu den Waden. Nun heißt es die Sandalen anlegen und vorsichtig das Bachbett queren. Wer wegen der kühlen strammen Strömung gleich aufgeben will: Durchhalten, man gewöhnt sich dran! Dann geht es das Kiesbett hinauf, vom Schoberbach ist erst nichts zu sehen, dann plätschert er rechts der Kiesrampe. Bald geht es zu ihm hinunter und nun beginnt die eigentliche Bachwanderung. Der „begehbare“ Teil des Schoberbachs ist auf der Karte nicht mal einen Kilometer lang, doch unser Weg hat es in sich. Mal geht es rechts des Bachbetts, mal links, mal mitten durch. Doch höher als bis zu den Knöcheln umspült einen das Wasser selten – eine kleine Kneipptour also. Der erste Teil des Bachs ist – abgesehen von konzentriertem Steigen über Felsblöcke, unter umgestürzten Bäumen, durch Wasser, Kies und Geröll – ohne größere Schwierigkeiten. Vor einem ersten größeren Wasserfall sollte kehrt machen, wer vor größeren Kraxeleien zurückschreckt. Denn die nächsten paar Hundert Meter reihen sich zahlreiche kleinere Wasserfälle aneinander, die man stets umkraxeln muss. Klettertechnisch wirklich schwierig ist das zwar nicht. Dennoch sollte man vor rutschigen Stellen Acht geben! Endgültig Schluss ist an einem schönen Rastplatz vor einer Viererkaskade von Wasserfällen, über die man nicht mehr weiterkommt.

Zurück geht’s dann auf gleicher Route. Ganz unten, bevor man nochmal die Naidernach zur Forststraße durchwatet, bietet sich rechts noch ein schöner Rastplatz. Eine kleine blaugrüne Gumpe bettet sich vor einen Felsen, mit Mini-„Sandstrand“! Ganz anderen Charakter hat die Wanderung zum Friedergrieß. Das Naturwaldreservat gleicht einer Schotterwüste, in der sich eine robuste Vegetation gegen die Gewalten der Natur behauptet. Nach einem längeren Zustieg kann man von einer erhöhten Bank aus das Grieß überblicken. Die Friederlaine, die rechts unterhalb zu sehen ist, schiebt hier regelmäßig Geröll und Kies in die Ebene. Wo der Wildbach Richtung Süden den meisten Schutt ablädt, wächst nichts. Links jedoch im Ostteil, den man zuvor durchquert hat, erobern sich Bergkiefern, Wacholder und Flechten den Lebensraum zurück. Übrigens: Ganz ohne kalte Füße geht die Friedergrieß-Tour als Rundwanderung nicht. Denn auch hier muss man, nach der Aussichtsbank, kurz die Friederlaine durchwaten!

Von Christian Rauch

Wanderung bei Griesen

ANFAHRT – Bahn: Über GAP Richtung Ehrwald/Reutte, bis zur Bedarfshaltestelle Griesen (www.bahn.de). Von dort an der Straße durch den Ort bis Parkplatz Ortsende. Auto: 95 / B 2 München – GAP, weiter Richtung Ehrwald/ Fernpass bis Griesen. Am Ortsende rechts ein kleiner Parkplatz am Beginn der Forststraße Richtung Plansee (wenn er voll ist, ist kurz danach links der Straße ein Parkplatz).

SCHOBERBACH – Am besten mit dem Radl die fünf Kilometer auf der breiten, kaum steilen aber grobkiesigen Forststraße zu den Drei Wassern – und zurück. Gesamte Zeit dann 3 Stunden. Rein zu Fuß ca. 4,5 Stunden. Für den Bach am besten (vorne geschlossene) Outdoor-Sandalen mit guter Sohle! Trittsicherheit, Geschicklichkeit und Mut zu kalten Füßen nötig, im 2. Bachteil kurze Kraxeleien. Verlauf: Vom Parkplatz auf Forststraße Richtung Plansee. Nach knapp fünf Kilometern links das Kiesbachdelta „Drei Wasser“. Gleich zu Beginn links zum Bach hinunter und direkt durch den Bach Richtung Berg. Geradeaus weiter, in Richtung wo sich das Kiesdelta in die Bergflanken einspitzt. Auf der Kiesrampe links oberhalb des Bachs weiter. Über kurze Abbruchstelle, kurz danach (bevor Rampe ganz abbricht) rechts hinab zum Bach. Auf rechter Bachseite weiter, kurz leicht kraxelnd. Bei umgestürzten Bäumen mitten durch’s Bachbett. Dann linke Bachseite, wo Bach Bogen macht, auf rechte Seite. Bald wieder links. Nun längere Zeit breites Bett. Links oder im Bachbett bleiben (rechte Rampe bricht später ab). Nach umgestürzten Bäumen kleiner Wasserfall, diesen rechts oberhalb hinter Felsblock umgehen. Vor dem größeren Wasserfall endet der erste Abschnitt. Zweiter schwierigerer Abschnitt: Den großen Wasserfall rechts oberhalb passieren (ausgesetzt). Die folgenden Wasserfälle wie folgt umgehen: links, rechts, links, links (Alternativen möglich, bitte auch selbst das Gelände bewerten!). Ende des Anstiegs vor Viererkaskade von Wasserfällen (links könnte man auf Steigspuren durch steile Latschen die ersten drei umgehen, zum Kessel vor dem vierten größten Wasserfall aber ausgesetzt!). Auf gleicher Route zur Forststraße zurück und nach Griesen.

FRIEDERGRIESS – Gehzeit: ca. 2 Stunden. Forststraßen und kleine Steige. Eine Bachquerung. Vom Parkplatz auf der Forststraße Richtung Plansee. Nach 500 m erste Abzweigung rechts (Ww u.a. Linderhof). Immer auf der Forststraße, bald ansteigend, später links in Friedergrieß einbiegend. Bei Verzweigung links ab, Ww. Frieder. Rechts halten, bald schmälerer Weg. Nach kurzem Anstieg rechts halten (Ww. Frieder) und auf Steig schräg links den Hang hinauf zu Aussichtsbank. Gerade hinab und rechts zum Bach. Durch diesen (ggf. Schuhe ausziehen), dann, vom Kies weg, bergauf und auf Weglein links. Vor einem Zaun links und auf Steigspuren immer am Zaun entlang. Nach Wiesenschneise zweigt links ein Weg ab. Hier rechts Richtung Zaun und kurz davor links auf Steiglein. Weiter, auf diversen Steigspuren, immer möglichst nah am Zaun bleiben. Am Zaunende auf der Forststraße weiter. Auf ihr zu querender Forststraße, dort links zurück nach Griesen.

Auch interessant

Kommentare