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Alles schön bunt hier: Mit dem Trailrunning-Schuh von Hagloefs kann man über Stock und Stein laufen – aber auch auf Asphalt macht er eine gute Figur.

Outdoor-Bekleidung erobert die Stadt

Wandern, klettern ... und flanieren

Auf der Fachmesse „OutDoor“ in Friedrichshafen am Bodensee werden neue Produkte für den Sommer 2013 präsentiert. Die neuen Trends führen in die Stadt: Dort soll nun salonfähig werden, was man früher im Gebirge getragen hat.

Trotz Finanzkrise sind Outdoor-Produkte seit Jahren das Zugpferd der Sportartikelindustrie und inzwischen längst auch ins Stadtbild integriert. Eine sportliche Softshelljacke ist ein Alltagsprodukt, doch inzwischen ist die Nachfrage groß nach Funktion, die man nicht auf Anhieb sieht. Viele Marken kombinieren nun urbane Eleganz mit unauffälliger Funktionalität und cleveren Details.

Zahlreiche traditionelle Bergsportmarken wie Patagonia, Vaude oder Arc’teryx präsentieren neben ihren athletischen Kollektionen spezielle Linien, die optisch ansprechend und zugleich funktionell für den Alltag rüsten. „Man will sich schick kleiden, ohne gleich in Anzug oder Kostüm schlüpfen zu müssen“, erklärt der Brand Manager des Herstellers Arc’teryx, Reto Tischhauser. Die kanadische Marke richtet sich mit ihrer „24-Linie“ an Leute, die im Alltag hochwertige, schlicht elegante Bekleidung trägt. „Die Menschen wünschen sich ein Angebot zwischen steifem Business-Dress und Sportler-Outfit. Wir haben die Expertise in Sachen Schnittführung, Material und Technologie, da können wir diese Marktlücke perfekt bedienen.“ Dem Codetta Long Coat der Kanadier sieht man auf den ersten Blick seine sportliche Ausrichtung kaum an. Dabei bietet er dank Goretex-Laminat absoluten Wetterschutz, engt durch den vorgeformten Schnitt auch beim Radfahren nicht ein und hat eine aufwendige Kapuze mit laminiertem Schirm.

Neben den etablierten Branchen-Größen verknüpfen auch junge Marken den modernen urbanen Look mit Technologien und Materialien aus dem Sportbereich. Wer knallig-leuchtende Farben erwartet hat, der irrt: Die Hersteller setzen eher auf dezentes Understatement. Triple2 zum Beispiel ist ein Start-up aus München mit nachhaltiger Ausrichtung, das in seiner Urban-Kollektion Retro-Chic mit frischem Design mischt. Bei den Shirts, Jacken und Hosen kommt ein Materialmix aus recyceltem Polyester und Hanf zum Einsatz. Und die Münchner integrieren viele clevere Details: So findet sich in einem traditionellen Shirt im Rugby-Look eine wasserdichte Tasche und am Ärmelende unauffällige Daumenschlaufen.

Die sportlich-elegante Eroberung der Stadt ist aber nicht auf Bekleidungshersteller begrenzt. Die Ausstattung geht von Kopf bis Fuß: Der Hut- und Mützenhersteller Capo aus Vorarlberg hat in seinem Sortiment auch stilvoll-klassische Trilbys und Schiebermützen, die mit der Coldblack-Technologie ausgerüstet sind. Diese Technologie von Schoeller Switzerland schützt nicht nur vor UV-Strahlen, sondern reflektiert zudem die Wärme durch die Sonneneinstrahlung und heizt sich somit deutlich weniger auf.

Im Schuh-Segment wartet die amerikanische Kletter- und Bikeschuh-Kultmarke FiveTen nun mit geschmeidigen Wildleder-Modellen auf, die kaum ein sportliches Einsatzgebiet vermuten lassen. Dabei ist die Sohle gewohnt abriebfest und sichert dank der hochwertigen Gummimischung besonders viel Grip auf den Pedalen.

Auch der Gersthofener Rucksackspezialist Deuter entert die Stadt mit einer komplett neuen, urbanen Taschenlinie. Produktentwickler Thomas Hilger erklärt den Schritt: „Die Nachfrage nach technischen wie stylischen Taschen für die Stadt ist enorm groß. Die Menschen sind inzwischen die hohe Funktion aus dem Outdoor-Bereich gewohnt und übertragen diesen Anspruch auf den Alltag. Wir verwenden hochwertige Materialien, wir wissen, auf welche Details es zu achten gilt und adaptieren die Lösungen speziell für den urbanen Einsatz.“ Deuter spielt zudem auch dezent mit seinem alpinen Charme. So zum Beispiel in dem schicken Damen-Shopper Pannier, in dem kleine Einkäufe oder Arbeitsunterlagen unterkommen: Bei genauerem Betrachten erkennt man, dass die Tragegriffe aus Bergseilen gefertigt sind und der Schultergurt mit Karabinern befestigt wird.

Die Outdoor-Messe, die am Sonntag in Friedrichshafen zu Ende ging, zeigt somit nicht nur auf, was sich nächste Saison am Berg und Fels tut, sondern auch wie sich das Stadtbild präsentieren wird: Von Kopf bis Fuß verbirgt sich viel Funktion in dezent elegantem Gewand.

Von Sissi Pärsch

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