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Verkehrsregeln kurz vor der Falkenhütte beim Anstieg über die Ladizalm: Wanderer gehen links, Mountainbiker fahren rechts.  

Schroff & sanft

Wandern oder Radfahren in der Eng

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Dieser Kontrast! Dort die felsigen, nordseitig im Schatten liegenden grauen Laliderer Wände. Und dann, ein bisschen weiter: leuchtend grüne Grashänge mit harmlosen Steigen.

Typisch Karwendel: Ein bisschen lieblich, überwiegend wild. Eine eindrucksvolle Tour, gar nicht mal schwierig, zeigt beide Facetten auf. Der 2094 Meter hohe Mahnkopf bei der neuerdings denkmalgeschützten Falkenhütte lässt sich relativ locker erwandern. Zugleich bietet er den perfekten Blick aufs andere Extrem: auf steile Nordwände und die berühmte Herzogkante – das Terrain ausschließlich für bestens trainierte Alpinkletterer. 

Wer auf den Mahnkopf will, letztlich ein – wenngleich aussichtsreicher – Grasbuckel in der Linie zwischen Laliderer Spitze und Steinfalk, muss zuerst zur Falkenhütte. Die wird seit 70 Jahren von der Familie Kostenzer bewirtschaftet, steht seit 2015 unter Denkmalschutz und genügt vielen schon als Ziel. Ein langjähriges Markenzeichen: das an Drahtseilen in die Luft gespannte Fahrrad mit dem Hinweis auf Mountainbike-Ersatzteile. Radler sind hier ebenso willkommen wie Wanderer und Kletterer. 

Für eine Tagestour bieten sich drei Zugangsmöglichkeiten an. Die kürzeste führt von Alpengasthof Eng übers Hohljoch unterhalb der Laliderer Wände entlang zum Spielissjoch und von dort zur Hütte – die Route der reinen Wanderer. Für sie gäbe es auch die Option, durchs Johannes- oder Laliderertal aufzusteigen, allerdings würde dies mit rund vier Stunden Anmarsch fast doppelt so lange dauern. Weshalb dies primär die Variante der Mountainbiker (mittlerweile natürlich auch der mit E-Motor-Antrieb) ist, die von der Reihenfolge her landschaftlich am schönsten durchs Johannestal zum Kleinen Ahornboden strampeln, am Hermann-von-Barth-Denkmal keine 100 Meter nach Osten rollen, dann über ein Brücklein zu einem breiten Bachbett gelangen und nach diesem einen meist sanften Trail hinauf zur Ladizalm fahren. Nach dieser wird’s kurzzeitig so steil, dass bis auf die E-Biker die meisten schieben müssen. Weiter oben trennen sich die Wege: Wanderer nehmen den Steig links direkt zur Falkenhütte, Mountainbiker bleiben auf dem Fahrweg rechts. 

Seit einem Jahr denkmalgeschützt: die Falkenhütte unterhalb des Mahnkopfes auf 1848 Meter.

Vom Spielissjoch sind es noch ein paar stramme Kehren, dann steht man plötzlich vor der Falkenhütte – und genießt: ein Weißbier, eine Brotzeit, den eindrucksvollen Blick auf die grauen Felsmauern. Wie gesagt, vielen mag dies als Etappenziel vollauf genügen. Der Mahnkopf, in 45 Minuten unschwierig erreichbar: eine Zugabe. Eine, die noch ein bisschen mehr Ausblick garantiert, nicht nur auf die Laliderer Wände, sondern auch aufs Gamsjoch über dem Laliderer Tal oder den nahen Steinfalk. Egal, wo Umkehrstation ist: Für den Rückweg sollte man, gerade jetzt im Herbst, nicht zu spät dran sein. Wanderer sehen die Sonne bei der Querung zum Hohljoch erstmal sowieso nicht, Mountainbiker müssen sich auf den ersten Metern des sehr ruppigen Teilstücks zum Niederleger der Lalidereralm ungemein gut konzentrieren. Erst danach zeigt sich – bei beiden Fortbewegungsarten – das Karwendel wieder von seiner sanfteren Seite. Typisch eben. Und wunderschön.

Von Martin Becker

MAHNKOPF (2094 METER)

ANFAHRT

– A 8 München – Salzburg, Ausfahrt Holzkirchen. Über Bad Tölz und Lenggries zum Sylvensteinstausee. Dort Richtung Vorderriss. Weiter nach Hinterriss zur Mautstelle (Pkw 3,50 Euro). Auf der Mautstraße je nach Art der Tour entweder ca. 1,3 km bis zum Parkplatz P 4 (Bike & Hike durch Johannes- und Laliderer Tal) oder zum Großparkplatz am Alpengasthof Eng (reine Wanderung via Hohljoch).

TOUR – Der Weg zum Mahnkopf führt über die Falkenhütte. Dorthin kommt man zu Fuß oder mit dem Mountainbike. 1. Mountainbike zur Falkenhütte (grün): Durchs Johannestal bis zum kleinen Ahornboden und weiter über die Ladizalm zur Falkenhütte (2 Stunden; zu Fuß ca. 4 Stunden). 2. Wanderung (rot): Vom Alpengasthof Eng hinauf zum Hohljoch, die Laliderer Wände querend zum Spielissjoch. Nördlich davon liegt die Falkenhütte (2,5 Stunden). Ab Falkenhütte: Von der Hütte in nördlicher Richtung links am Ladizköpfl vorbei zum breiten Wiesensattel des Ladizjöchls und von dort zum Gipfel des Mahnkopf (45 Min.). Abstieg / Abfahrt: Wanderer gehen zurück zum Alpengasthof Eng (2,5 Stunden). Mountainbiker queren ab dem Spielissjoch gut 1 km unterhalb der Laliderer Wände. Dann kann man mit dem Bike teils fahrend, teils schiebend/tragend zur Laliderer Alm kommen und durchs Laliderer Tal abfahren. Auf der Mautstraße rollt man 4 km zurück zum Parkplatz P 4 (ca. 1,5 Std. ab Falkenhütte; zu Fuß 3-4 Std.).

EINKEHR – Falkenhütte (1848 m): Mitte Juni bis Mitte Oktober. Tel.: 0043 / 5245 / 245; www.falkenhuette.at

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