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Wintermärchen zwischen Wildbad Kreuth und Achensee: Auch wenn es auf den flachen Almböden rund um die Schwarzentennalm zunächst „Langlaufen“ heißt, ist die Skitour auf das Seekarkreuz grandios.  

Seekarkreuz (1601m)

Im Schneeloch: Ski-/Schneeschuhtour im Mangfallgebirge

Schneearm ist dieser Winter. Nur päckchenweise ist die weiße Pracht übers Land verteilt worden. Während einige Gebiete kaum etwas abbekommen haben, präsentiert sich die Natur zwischen Wildbad Kreuth und Achensee in himmlischem Weiß.

So biegt man hocherfreut in den Parkplatz „Winterstube“ – nomen est omen – ein. Zeigt sich dann noch der Himmel tiefblau und lässt die Sonne Schneekristalle verführerisch glitzern, so sind das optimale Voraussetzungen für eine Skitour aufs Seekarkreuz. Zunächst gilt: „Warmlaufen“ auf der breiten Forststraße, die gemächlich am Schwarzenbach entlangführt. Schon nach kurzer Zeit kommt man an einen Abzweig und an eine Brücke, die überquert wird. Nun folgt man einem alten Wanderweg längs des Baches taleinwärts. Augenblicklich umfängt einen der eisige Zauber eines Gewässers im Winterkleid: Schneehauben bedecken die Steine im Bach. Eiskristalle umzingeln Felsbrocken, und kleine Sprudel gurgeln unter glasklarem Eis. In blaugrünlichen Farben schimmern frostige, vergängliche Kunstwerke.

Sobald man an die Forststraße kommt, die von der Buchsteinhütte herabzieht, ist es nicht mehr weit bis zur Schwarzentennalm. Inmitten von weiten freien Almgelände entdeckt man die verlockende Hütte. Doch für eine Einkehr ist es wahrscheinlich noch zu früh. Zur Schwarzentennalm könnte man auch über die Forststraße gelangen, dabei muss man aber mit Gegenverkehr von Rodlern und abfahrenden Skitourengehern rechnen. Auf der flachen Forststraße heißt es nun noch ein wenig „Langlaufen“. Doch kurz bevor es wieder bergab geht, spurt man links in den Wald hinein, vorbei an einem auffallenden Felswandl. Bald trifft man auf eine Forststraße, die einen zügig höher bringt. Sobald die Forststraße abflacht, folgt man dem ausgeschilderten Sommerweg. Nachdem der dunkel schimmernde Gurnbach überquert ist, erreicht man schöne Wiesenhänge, die eine genussvolle Abfahrt versprechen. Hernach auf dem freien Höhenrücken, der vom Brandkopf herabzieht, weitet sich der Blick. Der Platz ist ideal, um sich umzuschauen. Ein wenig unterhalb in einem kleinen Kessel zeigen sich wie hingemalt die Rauhalmen, gehüllt in einen weißen Mantel. Dahinter reckt sich das Tagesziel als formschöne weiße Pyramide in den Horizont. Tourengeher bekommen da glänzende Augen beim Gedanken an die Abfahrt. Vorausgesetzt die Lawinenverhältnisse passen, gilt der breite Osthang als Höhepunkt der Tour.

Hier finden Skispurenkünstler fast immer Raum für eigene Zöpferl. Zunächst aber steigt man weiter nordwestwärts bergan und kommt schließlich auf die kleine Einsattelung zwischen Seekarkreuz und Brandkopf. Sollte es auf dem Seekarkreuz schon recht voll sein, so könnte man jetzt auf den weniger besuchten Brandkopf ausweichen. Über einen Wiesenkamm erklimmt man schließlich den Seekarkreuz-Gipfel. Was für eine grandiose Aussicht! Hier präsentieren sich die schneegekrönten Häupter des Karwendelgebirges, des Wettersteingebirges zusammen mit den Voralpen und dem Isartal. Egal welche Variante man nach der Rast für die Abfahrt wählt, ein Zwischenstopp an der gemütlichen Schwarzentennalm lohnt sich immer!

von Doris Neumayr

AUF DAS SEEKARKREUZ (1601 M)

ANFAHRT – A 8 München – Salzburg, Ausfahrt Holzkirchen. Weiter auf B 318 bis Tegernsee und B 307 Richtung Achenpass. 4 km nach Wildbad Kreuth rechts Parkplatz Winterstube (auffallendes Holzschild: Schwarzentennalm).

SKITOUR / SCHNEESCHUHTOUR – Aufstieg: ca. 3 bis 3,5 Std., 800 Hm. Hangrichtung Ost, leichte Skitour, bei richtiger Spurwahl geringe Lawinengefahr, lawinenkundliches Beurteilungsvermögen und kompl. Lawinensicherheitsausrüstung erforderlich. Aufstieg: Vom Parkplatz aus auf Forststraße bergauf rechts des Schwarzenbachs. Bald links über eine Brücke (Lawinengefahr beachten). Links des Baches bergan bis Forststraßen T-Kreuzung. Hier rechts. Bald wieder in eine Forststraße zur Schwarzentennalm (1027 m). An der Alm vorbei. Nach etwa 200 m, kurz bevor die Straße zu fallen beginnt, links zum Wald. Links eines auffallenden Felswandls vorbei in den Wald. Man trifft auf eine Forststraße, der man nach links folgt. Sobald die Straße flacher wird, zweigt rechts der Sommerweg Richtung Rauhalm / Seekarkreuz ab. Bald wird der Gurnbach überquert. Über Wiesenhänge westwärts an einer Holzhütte vorbei zu einem quer verlaufenden Rücken. Über diesen in Grundrichtung Nordwest aufwärts (unterhalb erblickt man die Rauhalmen, ca. 1400 m). Bei einer kleinen Einsattelung zwischen Brandkopf und Seekarkreuz links. Über einen Wiesenkamm zum Gipfelkreuz. Abfahrt: 1. Wie Aufstieg (sicherste Variante). 2. Bei geringer Lawinengefahr vom Gipfel über den steilen Osthang zu den Rauhalmen (1400 m). Nach kurzem Gegenanstieg in die Aufstiegsroute und zum Parkplatz. 3. Über die Südhänge des Brandkopfs (1569 m) zurück in die Aufstiegsroute.

TIPPSEinkehr: Schwarzentennalm, Tel.: 08029 / 386; Do., bis April auch Mi. Ruhetag. Rodeln: Kindergerechte Strecke zur Schwarzentennalm (200 Hm., 4 km).

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