Stau auf der S-Bahn-Stammstrecke und Störung bei Höllriegelskreuth

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Herrliche Spätherbst-Impressionen: ein verträumter Weiher in der Nähe des Zellhofs bei Schöngeising.

Wo Häuser schwimmen...

Winterliche Wanderung im Ampertal

Das Brucker Land westlich von München ist wie geschaffen für eine erlebnisreiche Spritztour. Man stößt auf ein Potpourri aus Geschichten, Kultur und Natur.

Startpunkt ist die prächtige Klosteranlage Fürstenfeld. Einen Blick in die prächtige barocke Klosterkirche sollte man sich nicht entgehen lassen. Unsere Route führt vom Innenhof durch einen Bogengang aus dem Klosterareal hinaus, Richtung Engelberg. Einer Sage nach sollte die Klosterkirche eigentlich auf dem Engelberg erbaut werden. Aber singende Engel trugen jede Nacht das tagsüber errichtete Gemäuer ab und brachten es an die Stelle, wo heute die Kirche steht...

Am Fuße des Engelbergs zieht die schmale Zellhofstraße in das Naturschutzgebiet Amperauen hinein. Schon bald erblickt man zwischen Bäumen weite Schilfbestände und eine geheimnisvolle Moorlandschaft. Sobald man die weiten Wiesen im Zellhofer Moos erreicht, genießt man die milde Wintersonne in vollen Zügen. Neben dem Zellhof, einem stattlichen Gutshof, entdeckt man die barockisierte Kapelle St. Vitus. Ganz in der Nähe führt die alte Römerstraße Salzburg – Augsburg vorbei. Kurz bevor man nach Schöngeising kommt, trifft man wieder auf die Spuren der Römer. So befand sich an der vor fast 2000 Jahren erbauten Römerstraße die Siedlung Ambrae, eine römische Wachstation. Die Straße, heute unter dem Namen Via Julia bekannt, überquerte hier die Amper. Vor 20 Jahren wurden nahe dem Übergang archäologische Grabungen durchgeführt, bei denen Teile einer römischen Handwerkersiedlung und zahlreiche römische Münzen gefunden wurden. Zwei Brücken leiten einen jetzt über die „Turminsel“, wo einst ein römischer Wachturm stand. Als die Römer abzogen, kamen im 6. Jahrhundert die Bajuwaren.

Am Ortseingang von Schöngeising führt ein unscheinbarer Pfad an der Amper entlang zu einer Holzbank mit Blick auf imposante Stromschnellen. Je nach Witterungsverhältnissen, Lust und Laune könnte man hier die Tour ausklingen lassen und mit der S-Bahn zurückfahren. Sind die Wege trocken und kommt man auch mal ohne Wegweiser zurecht, wandert man weiter: Einziger Wermutstropfen sind die 600 Meter entlang einer Straße. Danach taucht man hinter einer Moorwiese in die wildromantischen Amperauen ein und weicht dem gemächlich dahinfließenden Gewässer nicht mehr von der Seite. Malerisch zeigt sich der kleine Amperstausee kurz vor der Amperbrücke am Schluss der Tour.

Bald ist es wieder so weit, am 13. Dezember leuchtet die Amper: Am 13. Dezember 1785 stand die Stadt vor einer Hochwasserkatastrophe. Erst als die Anwohner die hl. Luzia um Fürsprache baten, stieg der Wasserpegel nicht weiter an. Zum Dank übergaben die Bedrohten kleine Nachbildungen ihrer Häuser den reißenden Fluten. Von da an gelobten die Bürger jedes Jahr am Luzientag einen Dankgottesdienst zu feiern. Nach diesem alten Brauch bauen die Kinder auch heuer wieder Holzhäuschen, stellen eine brennende Kerze hinein und lassen sie bei Dunkelheit nahe der Amperbrücke da- vonschwimmen.

Von Doris Neumayr

FFB – SCHÖNGEISING

ANFAHRT – Auto: A 96 München – Lindau bis Ausfahrt Germering. In Germering auf B 2 nach Fürstenfeldbruck. Nach der S-Bahn-Unterführung beim Edeka-Markt links, „Oskar-Von-Miller-Straße, Fürstenfelder Straße“. Gegenüber vom Kloster auf den großen Parkplatz. S-Bahn: S 4 (Richtung Geltendorf) bis Fürstenfeldbruck (10 Min. Fußmarsch zum Ausgangspunkt, Kloster Fürstenfeld).

RUNDTOUR – 11,7 km, 80 Höhenmeter, Gehzeit insgesamt ca. 3,5 Stunden. Verlauf: Vom Parkplatz geht’s in den Innenhof vor die Klosterkirche Fürstenfeld. Zwischen Klosterstüberl und Klosterladen dem Weg folgen bis an die Straße „Am Engelsberg“. Hier links durch S-Bahn-Unterführung. Gleich rechts „Zellhofstraße“. Auf der geräumten Fahrstraße durchs Ampertal zum Weiler Zellhof (Kapelle) und weiter, bis man an eine Nebenstraße kommt. Jetzt rechts und bei einer Infotafel wieder rechts einem Feldweg folgen (Ww. Schöngeising Ort).

2 Brücken leiten über die „Turminsel“ zum Ortsrand Schöngeising (Infotafel). Hier gleich rechts den schmalen Wiesenpfad entlang der Amper bis zum Bankerl bei den Stromschnellen. In einer Linkskurve führt der Weg an die „Brucker Straße“. Rechts, 600 m ohne Gehweg entlang der Straße. Dann rechts dem breiten Wiesenweg ins Naturschutzgebiet folgen (kein Wegweiser!).

Immer auf Hauptweg bleibend erreicht man den Waldrand. Dort rechts und gleich wieder rechts über den leicht abfallenden Weg zur Amper. Bei einem Marterl verbreitert sich der Weg, der immer in der Nähe der Amper dahinzieht. Man passiert die Wiesen bei Buchenau und kommt nach der S-Bahn-Unterführung ins Stadtgebiet FFB. Nach dem Amperstausee erreicht man die Amperbrücke. Direkt davor zieht links ein Weg hinauf zur Straße. Man überquert die Amperbrücke und geht am Kloster Fürstenfeld vorbei zum Parkplatz.

VARIANTEN – 1. Man geht die Tour andersherum: Start Amperbrücke, westlich der Amper (sonnig, Wege am Westufer nicht geräumt). 2. Von Schöngeising mit S-Bahn zurück. Zum Bhf. Schöngeising sind es 2 km zusätzlich.

TIPPS – 1. Fürstenfelder Adventsmarkt. 1. und 2. Adventswochenende, Fr. 14 bis 19 Uhr, Sa. 11 bis 19 Uhr, So. 11 bis 18 Uhr, Tageskarte 4 Euro, Familienkarte 10 Euro, Veranstaltungsforum, Fürstenfeld 12, Tel. 08141 / 66 65-140, www.fürstenfelder-adventsmarkt.de

2. Christkindlmarkt Kunsthandwerk, Adventswochenenden Fr/Sa/So 13-20 Uhr, Viehmarktplatz.

3. Luzien-Häuschen-Schwimmen. Leonhardikirche, 13. 12. 18 Uhr, anschl. Einsetzen der Häuschen, bei Amperbrücke. Auss.: Kompass-Karte 180, Fünfseenland; Lizenz: 17-0906-LVB.

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