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Paradegipfel mit stattlichem Kreuz, aber ohne Namen: Die Rundumsicht auf dem Gupf oberhalb der Achala-Alm ist beachtlich. Im Hintergrund erspäht man den Rabenkopf.

Zur Achala-Alm

Wanderung in der Jachenau: Zum Gupf ohne Namen

Manche Wanderungen beginnen bereits während der Anfahrt, wenn die Augen in der Landschaft spazieren gehen. Kurvt man durch den parkartigen Wiesengrund der Jachenau, schweift der Blick über die weit verstreuten Weiler.

Die Gipfel rundherum bilden dazu den malerischen Rahmen. Das Dorf Jachenau erweist sich als idealer Ausgangspunkt für viele bekannte Bergtouren. Gut, dass wir heute ein eher ruhiges Ziel erwandern: die Achala-Alm auf 1271 Meter. 

Zunächst folgt man dem romantischen Waldweg neben der „Großen Laine“ taleinwärts. Es rauscht und gurgelt im Bachbett, bis nach einer imposanten Staustufe augenblicklich Ruhe einkehrt. Hoch überm Wildbach zieht der Weg nun entlang. In der Tiefe schimmern glasklare grüne Gumpen. Dann geht’s längs des Waldrandes dahin mit Blick in die hintersten Weidegründe der Jachenau und hinüber zum traumhaft gelegenen Weiler Berg. Bald führt eine Brücke über den Bach und bevor man auf die Forststraße kommt, ist man fasziniert vom Anblick zimmerhoher Felsblöcke in dem urweltlich anmutenden Bachbett. Hernach wandert man mehr und mehr in ein enges flaches Tal hinein. Dort, wo sich der Bach gabelt, trifft man auf einer Wiesenfläche auf die Lainl Alm, die sich an einen Grashügel schmiegt. Die Forststraße zieht hinter der Hütte vorbei und in steileren Kehren bergauf. Links und rechts am Wegesrand leuchten goldgelbe junge Ahornbäume mit der Sonne um die Wette. 

Der Forststraßen-Abzweigung zur Achala-Alm folgen nur wenige Wanderer. Sobald man wenig später den fußbreiten Pfad zu den Almböden hinaufsteigt, ist man wohl allein unterwegs. Unvermittelt tritt der Wald zurück und man steht vor der ersten Hütte der Achala-Alm. Eine Steintreppe führt in die hügeligen Bergwiesen oberhalb der Hütte. Hinter einem Wiesenhang versteckt sich die Hütte „Achala-Alpe“. Und nur wenige Höhenmeter oberhalb erspäht man eine grasige Kuppe mit Kreuz und Bankerl. 

Die Aussicht ist beachtlich, obwohl geografisch gar nicht als Gipfel erwähnt. So steht es einem frei, dem Gupf einen Namen zu geben. Im Süden zeigt sich das bereits angezuckerte Karwendelgebirge, nebenan thront die Benediktenwand. Linkerhand erblickt man den eher unbekannten Labelsberg mit der Gopper Alm. Zur Rechten prangt der gern besuchte Rabenkopf mit der Staffelalm. Zwischen 1900 und 1914 ließ sich dort auch der Maler Franz Marc inspirieren. 

Während man die Brote und den heißen Tee aus der Thermoskanne genießt, plant man vielleicht schon die nächste Almwanderung in der Jachenau. Wer wissen will, wie die Region schmeckt, könnte vor der Heimfahrt noch im Jachenauer Dorfladen vorbeischauen. Dort gibt es selbstgemachte Köstlichkeiten, darunter einen würzigen Bergkäse der hiesigen Käserei.

Von Doris Neumayr

Zur Achala-Alm (1271 Meter)

ANFAHRT – Auto: A 95 München – Garmisch-Partenkirchen, Ausfahrt Sindelsdorf. Weiter auf St 472 über Bad Heilbrunn nach Bad Tölz. B 13 Richtung Sylvensteinspeicher/ Lenggries. Kurz nach Lenggries Richtung Jachenau. Im Ort Jachenau unterhalb der Kirche auf den ausgeschilderten Parkplatz (gebührenpflichtig – 2 Euro Tagesticket). Bahn: Regelmäßige Verbindung bis Lenggries (Info: www.bahn.de). Weiterfahrt mit dem RVO-Bus-Linie 9595 in den Ort Jachenau (Info: www.rvo-bus.de)

TOUR – 500 Höhenmeter, Gehstrecke insges. 13,3 km, Gehzeit: Aufstieg ca. 2,5 Stunden, Abstieg ca. 2 Stunden. Die Tour ist leicht und gut ausgeschildert, einfache Bergwege und Forststraßen,auch als Winterwanderung machbar bei geringer Schneeauflage. Brotzeit und Getränke mitnehmen – keine Einkehrmöglichkeit während der Tour! Aufstieg: Am Parkplatz trifft man auf der Westseite (neben dem Parkautomaten) auf einen Schilderbaum. Der Ww. „Benediktenwand, Rabenkopf“ bestimmt zunächst die Richtung. Der Weg verläuft längs des Wildbaches „Große Laine“ ohne nennenswerte Steigungen taleinwärts, erst durch einen Wald, dann teilweise am Waldrand entlang. An einer Forststraßenkreuzung rechts über einen Wiesengrund. Dann den Schildern nach rechts in den Wald. Der Wanderweg zieht im leichten Auf und Ab dahin. Nach einer Brücke gelangt man auf eine flache Forststraße: Ww. nach links. Bald kommt man zur freistehenden Lainl-Alm (907 Meter). Die Forststraße zieht hinter der Lainl-Alm vorbei (Ww.: „Rabenkopf, Fahrweg bis Staffelalm“). Nun geht’s in steileren Kehren auf der Forststraße bergauf, bis man eine T-Kreuzung erreicht. Hier rechts mittelsteil aufwärts (Ww.: „Benediktenwand und Tutzinger Hütte über Achala Alm“). Nach einer Kurve zweigt nach links ein Pfad ab (Ww.: „Achala-Alm, nicht bewirtschaftet“). Zwischen Baumgruppen führt der Pfad bergauf und bald zu einer Hütte auf den freien Almböden der Achala-Alm. Direkt vor der Hütte steigt man über eine kurze Steintreppe hinauf und folgt dem Pfad, der über eine Bergwiese aufwärts zieht. Es geht um einen Wiesenhang herum zur Hütte Achala Alpe (1271 Meter). Der Pfad leitet an der Hütte vorbei. Nun folgt man den Fußspuren nach links einen Hügel hinauf zum nur wenige Höhenmeter höher gelegenen Kreuz mit Bank. Abstieg: wie Aufstieg.

TIPPS – 1. Jachenauer Dorfladen, Dorf 7 1/6, Tel.: 08043 / 919808; www.jachenauer-dorfladen.de; Öffnungszeiten: Mo – Fr 7.30 bis 12.30 Uhr, 15 bis 18 Uhr, Sa 7.30 bis 12.30 Uhr. Ab 1. Nov. bis 30. April: 7.30 bis 14 Uhr, Sa 7.30 bis 12.30 Uhr. 2. Gästeinformation Jachenau: Tel.: 0 80 43 / 91 98 91; www.jachenau.de

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