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Dietmar Rexhausen, einer der Mitstreiter im transalp-Team von Peter Schlickenrieder, landete bei der  anstrengenden 4. Etappe im Schnee.

"Wetterumschwung traf uns wie ein Hammerschlag"

Die heutige Etappe kann ich in drei Worten beschreiben: stürmisch, abenteuerlich, grenzwertig.

Bei schönem Wetter starteten wir heute morgen. Zunächst ging es über das große Skigebiet von Scuol hinauf in Richtung Furcla Campatsch. Nach zwei Stunden verließen wir die Pisten. Plötzlich traf uns ein Wetterumschwung wie ein Hammerschlag.

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Es begann zu stürmen und zu schneien. Die Sicht verschlechterte sich. Es fehlten plötzlich jegliche Geländekonturen oder Felswände an denen man sich hätte orientieren können. Die Lawinengefahr stieg auf „3“.

An einem Steilhang marschierte Martin vor, als es plötzlich ein lautes „Knack“ machte. Dieses Geräusch ist ein gefährliches Zeichen, dass sich die Schneedecke nicht verfestigt hat. Uns allen klopfte das Herz und wir wurden nervös. Wir entschlossen uns, die Streckenführung zu ändern, gingen von da an wie auf rohen Eiern.

Zur Heidelberger Hütte wählten wir einen weiter westlich gelegenen Übergang durch flacheres Gelände. Das Garmin GPS-Gerät war für uns heute überlebenswichtig. Wir konnten damit unseren Standort genau bestimmen und anhand der Karte die Laufrichtung festlegen. Auf der ganzen Strecke begleitete uns eine gewisse Angst und Unsicherheit.

Es ist unglaublich wie sich eine Naturlandschaft in kurzer Zeit in ein Gefahrengebiet verwandelt. Man erlebt den Moment und auch die Reaktionen der anderen ganz intensiv. Wir haben auf dieser Etappe die wilden Naturgewalten in geballter Ladung erlebt. Es war einfach Wahnsinn.

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Trotz oder vielleicht gerade wegen des Sturms war es heute eine tolle Erfahrung. Wir haben einmal mehr gesehen, wie wichtig der Zusammenhalt im Team und die gegenseitige Unterstützung ist.

Am Abend saßen wir zusammen in der Hütte und redeten intensiv über das Erlebte des heutigen Tages, das war für uns ganz wichtig.

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