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Die wichtigsten Fakten zu GPS: Wegweisend oder irreführend?

Kaum ein Autofahrer möchte mehr auf sein Navi verzichten. Unter Wanderern oder Radlern hingegen herrscht immer noch Skepsis gegenüber der Satelliten-Navigation bei Outdoor-Aktivitäten.

Tatsächlich war GPS lange Zeit eher ein Spielzeug für Computerfreaks denn alltagstaugliches Hilfsmittel für Naturfreunde. Die tz beantwortet häufige Fragen zum Thema Outdoor-GPS – mithilfe von Uli Benker, dessen Fachbuch (Bruckmann-Verlag, 19,90 €) gerade aktualisiert erschienen ist.

- Was kostet GPS-Ausrüstung?

Zeitgemäße Satelliten-Empfängergibtesab150€. Einweiteres unverzichtbares Utensil sind die zum jeweiligen Gerät passenden digitalen topografischen Karten, die auf dem Display angezeigt werden können und mit denen man am Computer Touren plant. Meist benötigt man Karten für mehrere Regionen, da kommen schnell mal weitere 200 € zusammen. Eine Alternative für Geräte von Garmin oder Magellan sind Gratiskarten auf der Basis von OpenStreetMap (www.openstreetmap.org).

Expertentipp: Wer viel in den Bergen unterwegs ist, freut sich über den Zuschnitt von Garmins Karte Transalpin (199 €): Sie deckt fast die gesamten Ostalpen ab.

- Wie kompliziert ist die Navigation?

Eine allgemeine Frage, auf die man allgemein antworten kann: Wer mehrere Funktionen seines Handys beherrscht, der wird auch mit einem GPS-Gerät mehr Freude als Frust erleben. Sind die digitalen Karten erst einmal am Computer installiert, ist die eigentliche Tourenplanung ein Kinderspiel: Innerhalb weniger Minuten hat man einen Track aus dem Internet gefischt oder eine Route mit ein paar Mausklicks am Computer selbst geplant und die Daten aufs GPS-Gerät übertragen.

Expertentipp: Gute Tourenportale im Internet sind z. B. www.gps-tour.info und  www.gpsies.de

- Wie bedienungsfreundlich sind die Geräte und die digitalen Karten?

Die heutigen Satelliten-Empfänger (allen voran Garmins Oregon- und Dakota-Modelle) sind in ihren Einstellungen und Funktionen intuitiv zu steuern. Zudem lassen sich immer mehr Geräte überkomfortableTouchscreens bedienen. Während man früher viele Karten via Computer aufs GPS-Gerät laden musste, setzen die meisten Hersteller heute auf einen SD- oder MicroSD-Chip mit den kompletten Kartendaten – einfach ins Gerät einschieben, und los geht’s.

Expertentipp: Auch Tastenbedienung kann komfortabel sein. Das beweist das Satmap Active 10 (400 €). Es besticht zudem durch ein brillantes Display.

- Wie lange halten die Akkus oder Batterien?

Das hängt von mehreren Faktoren ab, nicht zuletzt von der Art derKraftspeicher:Am ergiebigsten sind Akkus ab 2500 mAH oder Lithium-Zellen. Als Richtwert kann man sagen: In modernen Geräten hält ein Satz BatterienoderAkkus zwischen zehn und 25 Stunden im Dauerbetrieb.

Expertentipp: Die Displaybeleuchtung ist der größte Stromfresser am Gerät – soweit möglich deaktivieren oder nur sehr dosiert einschalten.

- Wie exakt ist der Empfang?

Dank immer hochwertigerer Antennen und Empfängerchips hat sich selbst unter schlechten Bedingungen wie im dichten Wald die Genauigkeit stark verbessert. Normalerweise ist die Positonsangabe auf zehn bis 15 Meter genau, im freien Gelände auf bis zu drei Meter.

Expertentipp: Bei ungenauer Positionsangabe genügen häufig schon ein paar Schritte zur Seite, weg vom Hindernis, um den Empfang zu verbessern.

- Ersetzt ein GPS-Empfänger andere Hilfsmittel?

Den Kompass kann man zu Hause lassen. Auch ersetzen eigentlich alle GPSGeräte einen Fahrradtacho weil sie die zurückgelegte Strecke, die Geschwindigkeit und so weiter aufzeichnen. Manche Modelle haben zudem einen barometrischen Höhenmesser und/odereinenPulsmessereingebaut.

Expertentipp: Eine gute Papierkarte gehört trotzdem in den Rucksack, denn: Die Kartendisplays der GPS-Empfänger sind zu klein für einen umfassenden Geländeüberblick.

- Funktioniert Autorouting auch im Outdoor-Bereich?

Bei Autonavis ist das automatische Routing selbstverständlich: Man gibt eine Adresse ein, das Gerät berechnet die ideale Route vom aktuellen Standpunkt zum Ziel und führt einen mit optischen und akustischen Anweisungen („Nach 300 Metern rechts abbiegen“) dorthin. Gleiches gibt’s für Outdoor: Das MyNav 600 Professional zum Beispiel bietet automatische Routenberechnung plus Sprachansage. Die

Theorie: Man tippt das gewünschte Ziel (etwa eine Almwirtschaft) auf der Karte an, schon schlägt das Gerät einen Weg vor und lotst den Wanderer oder Radler mit Anweisungen durch die Natur. Die Praxis sieht bei dem heutigen Entwicklungsstand leider anders aus: Das MyNav führt den Wanderer oder Biker nicht unbedingt über gängige Wander- oder Radwege, sondern schlägt oft weniger attraktive Routen vor. In der Praxis muss man die Streckenführung deshalb mit Hilfe von Zwischenzielen an die eigene Vorstellung anpassen. Das größte Angebot an routingfähigen Karten hat Garmin. Allerdings verfügen Garmin-Geräte über keine Sprachansage, sodass man aufs Display schauen muss.

Expertentipp: Das MyNav 600 Professional lässt sich hervorragend als Auto-Navi einsetzen. Der hohe Preis von 600 € relativiert sich, weil das Gerät viel Zubehör und digitale Karten mitbringt.

- Können Smartphones ein Outdoor-GPS-Gerät ersetzen?

GPS-Programme wie ape@ map (zum Beispiel für Nokia und SonyEricsson) machen aus Multimedia- Handys gute Navigationsgeräte – auch dank zahlreicher digitaler Karten (wie die Topokarten der Landesvermessungsämter), die auf Smartphones angezeigt werden können. Geräte, die keinen Empfänger eingebaut haben, können mit einem externen GPS-Logger (etwa 60 €) zu einem Satelliten- Empfänger aufgerüstet werden. Nachteil der Smartphones: Im Gegensatz zu richtigen Outdoor- Navis sind sie empfindlich gegen Schläge, Kratzer und eindringendes Wasser. Auch die geringe Akkulaufzeit (vor allem bei Kälte) schränkt den Einsatz auf Outdoor-Touren stark ein. Expertentipp: Das Rasterkarten- Programm TwoNav (ab 50 €) macht viele Smartphones zum vollwertigen Tourenbegleiter.

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