Münchner (53) brutal zusammengeschlagen - Täter flüchtig

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Beschauliches Platzerl: Die im Barock-Stil erbaute Dreifaltigkeitskapelle im Weiler Holz ist neuer, als sie ausschaut.

Die Spur der Muschel

Auf berühmten Wegen im Pfaffenwinkel unterwegs

Der Münchner Jakobsweg, König-Ludwig-Weg und der Weitwanderweg Romantische Straße – ein Stück weit folgt die heutige Spritztour diesen bekannten Pfaden. Berühmtes Ziel ist die Wallfahrtskirche auf der Wies...

...doch auch unterwegs begleiten den Wanderer besinnliche Eindrücke. Große und kleine. Der erste Höhepunkt ist der schmucke Weiler Holz am südwestlichen Ende von Wildsteig. Ein kleines barockes Kirchlein steht hier am Straßenrand. Es bettet sich zwischen die umliegenden Häuser ein, als stünde es schon lange hier. Dabei wurde die Dreifaltigkeitskapelle in Holz durch die Initiative von Anwohnern erst 1969 errichtet. Den kleinen Bau krönt ein 14 Meter hoher Turm mit Zwiebelhaube und zwei hellen Glocken. Im barock gestalteten Inneren erstrahlt ein Deckenfresko von Karl Manninger mit dem Bildnis von Mariens Krönung. Vor der Kirche ist im Boden eine Platte eingelassen mit der Aufschrift „Santiago 2577 km“. Die Muschel daneben steht für den Jakobsweg, der seinen bayerischen Startpunkt in München hat.

Traumhafter Blick auf die Wies

Von dort führt er in zwei Wochen zum Bodensee, von wo es auf verschiedenen Wegen weiter durch die Schweiz und Frankreich nach Santiago de Compostela in Spanien geht. Gerade mal ein Fünfhundertstel dieses Weges fordert unser Stück von Holz bis zur Wieskirche – umso mehr sollte man ihn genießen. Dazu lädt zunächst der Blick auf die zackige Felskette der Tannheimer Berge, die im Südwesten den Rand der Allgäuer Alpen markieren.

Ein naher Blick fällt auf die Flüsschen Illach und Seehausbach, die sich durch Feuchtwiesen und Moore schlängeln. Dann geht es eine Weile durch den Schwarzenbacher Wald, bevor es kurz vor der Wies wieder frei wird – und bestenfalls sonnig. Von einem etwas erhöhten Punkt mit großem Wegkreuz sehen wir ihn dann auch: den ganzen langen prächtigen Bau der Wieskirche vor den waldigen Trauchbergen. Das ganze Jahr über erhält sie Besuch von Pilgern, Wanderern und zahllosen Touristen aus nah und fern.

Trotz des Andrangs kann man in diesem Gotteshaus innehalten: Beim Anblick des Deckenfreskos von Johann Baptist Zimmermann, Bruder des genialen Baumeisters Dominikus Zimmermann. Und beim Anblick des Herzens der Kirche, dort wo der Gegeißelte Heiland steht. Jene bemitleidenswerte Figur, die bei Steingadener Karfreitagsprozessionen mitgetragen, schließlich aber aussortiert wurde. Und die dann die fromme Bäuerin Maria Lori 1738 in ihr Haus überführte, wo sie den Heiland schließlich hat weinen sehen. Daraufhin entstand die Wallfahrtsbewegung und die kleine, noch heute am Parkplatz erhaltene Wallfahrtskapelle, der die Rokokokirche später folgte. Auf dem Rückweg nach Wildsteig fehlen die großen Bauwerke. Doch wer hier genau schaut, entdeckt kunstvolle kleine Bildstöcke am Weg und ein großes frei stehendes Feldkreuz, das stolz zur Wildsteiger Ortsmitte zeigt. Auch ein „Rasthüttchen“ mit kleinem Hüttenbuch steht hier neben dem Weg. Dort lässt sich nicht nur außen, sondern auch innen auf Bänken Platz nehmen, sollte der November seinem meteorologischen Ruf alle Ehre machen. Ganz am Ende lohnt noch ein Abstecher auf den Kirchhügel in der Ortsmitte von Wildsteig. Dort wartet nicht nur eine weitere prächtige Kirche, St. Jakob, sondern auch die aus und in die Felsen gebaute Lourdesgrotte sowie eine traditionsreiche Einkehr.

C. Rauch

ZWISCHEN WILDSTEIG UND WIES

ANFAHRT – A 95 München – Garmisch-Partenkirchen, Ausfahrt Murnau. Über Murnau, Bad Kohlgrub und Bad Bayersoien bis Wildsteig. Kürzer, aber mit weniger Autobahn über Starnberg, Weilheim, Peißenberg, Böbing und Rottenbuch. Direkt von Norden über die B 17 Landsberg – Schongau – Füssen bis Steingaden und nach Wildsteig. Im Ort bergauf Richtung Kirche, davor beschilderter Parkplatz am Auernheimer Weg.

TOUR – Gehzeit: 2,5 bis 3 Stunden. Beschilderte Teerstraßen, Forst- und Fußwege mit leichtem Auf und Ab. Verlauf: Vom Parkplatz kurz bergauf, bei der Kreuzung Kirchbergstraße rechts Richtung Wieskirche. Abwärts und durch Unterhäusern. An der Verzweigung vor dem Ortsende rechts in die Sackstraße (Wiesweg). Vorbei an der Dreifaltigkeitskapelle Holz, anschließend bergab und unten links. Bald rechts abzweigen (Schild Wies 3,5 km). Auf einem Forstweg durch die Moorwiesen, bald wieder bergauf und weiter der Beschilderung zur Wies folgen. Längere Zeit am und im Wald und schließlich auf einer Teerstraße rechts zur Landesvolkshochschule Wies. Links auf einem Fußweg zur Wieskirche. Der Rückweg beginnt beim großen Wegkreuz noch vor der Kirche, wo der Fußweg in eine Teerstraße mündet. Auf dem Teersträßchen auf und ab zum Weiler Schwarzenbach. Danach (beim Schild „2 t“) rechts und bald danach links ab (Fahrradschild Richtung Rottenbuch/Wildsteig). Nach dem Rasthüttchen linker Hand bergab, danach bei einer Kreuzung halb rechts/geradeaus. Bald wieder auf dem Hinweg beschildert nach Wildsteig zurück. Vom Parkplatz lohnt am Ende ein Abstecher auf der Kirchbergstraße zur Pfarrkirche und Lourdesgrotte (auf der Rückseite etwas unterhalb). Daneben auch Einkehr am Gasthof Post.

INFORMATIONEN – Gottesdienste und Führungen in der Wieskirche (Wies 12, 86989 Steingaden) unter Tel.: 0 88 62 / 93 29 30 oder www.wieskirche.de

KARTE – Kompass-Karte 179, Pfaffenwinkel.

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