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Atemberaubende Bergwelt: das Karwendelgebirge bei der Fischbachalm.

Wildes Treiben

Wie in einer großen Suppenschüssel liegt die Fischbachalm auf einem weiten Almboden, umrundet von wilden, abweisenden Karen. Aber gerade weil es ein unnahbares Gebirge ist, hat das Karwendel immer schon fasziniert.

1843 ist es Markus Vincent Lipold, Berg- und Salinenpraktikant aus Hall, der mehrere Gipfel besteigt. Im Sommer 1870 greift der berühmte Hermann von Barth ins Geschehen ein und bezwingt im Alleingang 88 Gipfel (davon 12 erstmalig). Das Karwendel erfreut Geologen, weil man hier die mächtigen Kalkbänke so schön sehen kann, die durch Auffaltung entstanden und nach Süden geneigt sind. Und wer das Rad an der Fischbachalm gegen Bergstiefel tauschen will: Das Soiernhaus ist Karwendel pur. 1866 im Auftrag König Ludwigs II. erbaut, kommt er 1868 erstmals selbst – nicht zum Jagen, nur um Ruhe zu suchen an den Seen.

Wer lieber auf sein Bike setzt, für den geht’s erst bergab, bald scharf links weg. Und der Trail ist wirklich nur was für Spezialisten. Zweimal kommt dann auch das Warnschild (Radfahrer absteigen!) – man fragt sich, wer in solchen Passagen überhaupt noch radeln möchte. Der Weg wird aber schnell wieder zum Forstweg und dann geht’s dahin in weiten Schleifen bis hinunter ins Isartal.

Auf den Sandbänken wird Picknick gemacht, Unerschrockene baden im eiskalten Wasser. Dem Biker wird es eher wieder warm, denn der Weg retour nach Krün ist das, was der Bayer als „ziaged“ bezeichnet und unfair dazu. Im steten Auf und Ab können die 17 Kilometer doch lang werden, so schön die Auenlandschaft der Isar auch ist.

Aber in Krün kann man ja dann einkehren. Krün ist erstmals 1294 erwähnt, weil in einem alten Verzeichnis steht, dass die zwei Schwaigen jeweils 500 Käse und 1 Schlauch (Krug) Wein an das Kloster Benediktbeuern abzugeben hatten. Aber weil es auch damals schon Misswirtschaft gibt, muss 1491 das Kloster Benediktbeuern seine Schwaigen in Krün und Wallgau verkaufen. Danach entrichten die damals vier Krüner Bauern ihre Abgaben an den Fürstbischof von Freising.

Krün hat auch eine lange Tourismusgeschichte. Bereits 1880 wurde am Barmsee ein Hotel für die Sommerfrischler eröffnet. Das Hotel gibt’s nicht mehr, aber den See! Und der wäre auch eine Möglichkeit, den Tag genussvoll ausklingen zu lassen...

Nicola Förg

KRÜN - FISCHBACHALM - ISAR

ANFAHRT – A 95 München/GAP, Ausfahrt Kochel. Über Kochel, Walchensee nach Krün. Parken: An der Isar beim Sägwerk. Bahn: bis Mittenwald, durch den Ort, über „Am Steinsbach“, am Isarstausee entlang bis Krün.

TOUR – Über die Isar links weg zur Fischbachalm (5 km moderate Steigung, 2 km Steigung 14 bis 18%, insgesamt 7 km bis auf den Almboden der Fischbachalm (600 Hm); weiter Richtung Vorderriß; Achtung: Der Weg geht scharf links weg und wird schnell zum Single-Trail, Schiebepassagen! Gutes Schuhwerk erforderlich; nach der schmalen Passage wieder Forstweg: insgesamt 12 km Alm bis Isartal; dann westwärts (Beschilderung Wallgau) 17 km im Auf und Ab auf einem Forstweg (Alternativ: die Mautstraße ist etwas weniger bergig); reine Fahrzeit ca. 3 Stunden, 35 km.

BIKE & HIKE – Mit dem Bike zur Alm und weiter aufs Soiernhaus (1622m). 1. Lakaiensteig (schöner, etwas ausgesetzt) oder 2. über Hundstallhütte. Beides ca. 2,5 Std.

INFORMATIONEN – Verkehrsverein Krün, Telefon: 0 88 25 / 10 94,

www.kruen.de

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