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Traumhafte Stimmung: der vom Schnee verzauberte Chiemsee.

Im Iglu übernachten

Winter zauber pur! Aktivausflüge ab München

Man muss nicht zwingend auf die Piste. Es gibt zahlreiche andere Möglichkeiten, um in der kalten Zeit draußen aktiv zu sein.

Unsere Autorin Johanna Stöckl hat eine Auswahl von acht zauberhaften Wintertouren zusammengestellt, die sich ab München als Tagesausflug anbieten.

Als ich vor ein paar Jahren zum ersten Mal im Winter durch die Partnachklamm lief, fragte ich mich angesichts bizarrer Eisformationen, wieso ich diese Tour nicht schon viel früher unternommen hatte. Vor ein paar Tagen erreichten mich über Facebook wunderschöne Aufnahmen von Eisläufern, die auf der klaren Schwarzeisfläche am Schliersee oder am Simssee nahe Rosenheim ihre Bahnen zogen. Schöner und eindrücklicher kann man den Winter kaum erleben. 

Der Wärmeeinbruch der vergangenen Tage hat dem Eis auf bayerischen Seen natürlich schwer zugesetzt. Eisstockschießen ist allerdings vielerorts noch möglich. Wer in diesem Winter noch nicht gewandert ist, verpasst wirklich etwas. Worauf warten Sie? Ziehen Sie sich warm an, schnüren Sie den Rucksack, packen Sie warme Bergschuhe, die Langlaufski oder Schneeschuhe ein und fahren Sie los!

1. Das Höchste: Im Iglu übernachten

Eine unvergessliche Erfahrung ist eine Übernachtung im Iglu. Das exklusive Vergnügen kann man gleich an zwei Orten buchen. Im Iglu-Dorf auf dem Zugspitzplatt oder in der Iglu Lodge am Nebelhorn im Allgäu. Keine Angst vor den tiefen Temperaturen! Mit einer Durchschnittstemperatur von minus zwei Grad ist es im Eishotel wärmer, als man denkt. Außerdem ist man auf weichen Fellen gebettet und in expeditionstaugliche Schlafsäcke gehüllt. Was man als unerfahrener Inuit unbedingt mitbringen sollte: Mütze, Handschuhe, gute Skiunterwäsche, Fleecepulli und Schal.

2. Entspannt: Pferdekutschfahrt Tegernsee

Die entspannteste Art, den Winter zu genießen, ist sicherlich eine Fahrt mit der Pferdekutsche. Am Tegernsee etwa bieten über 15 Anbieter unterschiedliche Touren durch die zauberhaft verschneite Landschaft an. Besonders reizvoll ist eine Fahrt durch die Weißach-Auen von Rottach-Egern Richtung Kreuth.

3. Idyllisch: Murnauer Moos

Fixer Bestandteil in meinem Programm sind regelmäßige Winterwanderungen. Mindestens einmal pro Winter laufe ich dabei ab dem Ramsachkircherl durch das Murnauer Moos. Sie kennen die Rundtour durch das größte zusammenhängende Moorgebiet Mitteleuropas aus dem Sommer? Der 12,3 Kilometer lange Spaziergang führt über Bohlenwege durch ein atemberaubendes Naturschutzgebiet. Die entschleunigende Wanderung inmitten eines fantastischen Panoramas ist im Winter noch schöner. Zwar hört man keine Vogelstimmen im größten Brutbiotop Süddeutschlands, dafür das Knirschen des Schnees bei jedem Schritt.

4. Historisch: Predigtstuhl-Bergbahn

Die Fahrt mit der denkmalgeschützten Predigtstuhlbahn in Bad Reichenhall ist ein einmaliges Erlebnis. Die Grande Dame der Alpen ist im Original erhalten und seit mittlerweile 88 Jahren unterwegs. Als älteste Seilbahn der Welt fährt die Predigtstuhlbahn seit 1928 ihre Fahrgäste in roten „Salonwagen“ in eine Höhe von 1584 Meter. Neun Minuten dauert das Vergnügen, ehe sich an der Bergstation im Panoramarestaurant (Gourmetküche!) eine sagenhafte Aussicht auf den Watzmann, die Chiemgauer und Tiroler Alpen und ein Tiefblick auf Bad Reichenhall auftut. Packen Sie unbedingt Schneeschuhe oder feste Bergschuhe ein! Oben angekommen empfehle ich mindestens bis zur Almhütte auf der Schlegelmulde zu wandern. Wichtig: Die Bahn, welche gerade einer Revision unterzogen wird, ist ab 17. Februar 2017 wieder geöffnet.

5. Gemütlich: Eibsee-Spaziergang

Um den Eibsee führt ein sieben Kilometer langer, geräumter Wanderweg. Die Streckenführung ist leicht und im Winter (kinderwagentauglich) in knapp zwei Stunden gemütlich zu schaffen. Da man auf diesem Spaziergang zu 90 Prozent am Ufer läuft, hat man jederzeit den zugefrorenen Eibsee und seine sieben Inseln im Visier. Vom Nordufer aus eröffnet sich ein toller Blick auf das Wettersteinmassiv inklusive Waxenstein, Alp- und Zugspitze. Eisstockschießen im Anschluss ist vor dem Hotel Eibsee meist möglich. Oder man kombiniert den Spaziergang mit einem anschließenden Besuch des Natureislaufplatzes im Ortszentrum von Grainau.

6. Imposant: Partnachklamm

Ein Besuch der 700 Meter langen Partnachklamm in Garmisch- Partenkirchen im Winter ist ein echter Geheimtipp. Von den steilen Felswänden ragen meterlange, imposante Eiszapfen, die an manchen Stellen zu beeindruckenden Eiswänden zusammenwachsen. Aus dem Fels quellen wie von Zauberhand geformt glasklare und zentimenterdicke Eisschichten. Dazwischen plätschert die immergrüne Partnach entlang eisglasierter Felsen. Gute Profilschuhe sind zwingend erforderlich, da der Weg durch die Klamm zum Teil vereist ist. Noch besser: Sie haben Stöcke plus Grödel oder Spikes für Schuhe bzw. Eiskrallen zum Überziehen dabei!

7. Aussichtsreich: Panoramaloipe Hemmersuppenalm

Loipennetz: 15 km Skating; 15 km klassisch; zehn km Runde mit 268 Höhenmetern; kleine Fünf-Kilometer-Runde mit nur 80 Höhenmetern; Zwei- Kilometer-Übungsloipe für Anfänger.

Eine der schönsten Langlaufloipen Bayerns – mit Aussicht auf Chiemsee und Watzmann – findet sich in Reit im Winkl. Die Panoramaloipe Hemmersuppenalm ist ein echter Insidertipp für Langläufer aller Leistungsstufen. Auf unterschiedlich langen, schneesicheren Loipen in 1260 Metern Höhe tummeln sich Anfänger und Profis. Eingekehrt wird im legendären Gasthof Hindenburghütte in 1180 Metern Höhe. Der Wirt garantiert über einen Allrad-Shuttlebus-Service den Transfer ab der Touristen- Info Reit im Winkl bzw. vom Parkplatz Blindau aus. Oben angekommen hat man als Wintersportler die Qual der Wahl. Schlittenfahren auf der vier km langen Rodelbahn? Wandern auf gewalzten, prämierten Winterwanderwegen? Im Liegestuhl entspannen? Oder in der Loipe schwitzen?

8. Malerisch: Schiff ahoi am Chiemsee 

Die malerische Landschaft, die das „Bayerische Meer“ umgibt, sieht man am eindrücklichsten vom Wasser aus. An 365 Tagen verkehren die Linienschiffe auf dem drittgrößten See Deutschlands. Sogar dann, wenn tiefe Temperaturen bzw. Eis den Verkehr behindern. Aktuell gilt noch, was sich täglich ändern kann, der eingeschränkte Eisfahrplan. Das heißt, man kann „nur“ ab Gstadt auf die Fraueninsel schippern. Auf dem malerischen Inselkleinod erwartet die Besucher u.a. das Kloster Frauenwörth und ein 1,5 Kilometer langer Rundweg, der auch im Winter gut begehbar ist.

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