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Wie Winterurlaub auch für Familien bezahlbar bleibt

München - Wenigstens einmal im Winter packen viele Familien die Skier ein und fahren gemeinsam in den Urlaub. Doch Anfahrt, Unterkunft, Skipass und Verpflegung werden immer teurer. Hier unsere Spar-Tipps:

Können sich Familien den Winterurlaub überhaupt noch leisten, lautete darum die Frage, mit der sich die Touristische Runde in München befasste.

Skigebiet

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Familien bevorzugen kleine, überschaubare Skigebiete ohne große Sensationen. Oft lernt der Nachwuchs erst das Skifahren und benötigt darum nicht endlos viele Lifte und Pistenkilometer. Überhaupt ist bei Familien eher Abwechslung angesagt, so dass Skigebiete mit vielen unterschiedlichen Angeboten mehr punkten als rekordverdächtige (und entsprechend teurere) Skiverbunde. Das merkt auch der Bayerische Wald, wie dessen Marketingleiter Alexander Anetsberger bestätigt: „Bei uns zählt das günstige Preis-Leistungs- Verhältnis.“ Zudem seien die gute Erreichbarkeit und die Qualität der Anlagen wichtig. Im Trend liegen auch Tschechien und Slowenien, die preislich konkurrenzlos günstig sind (siehe Info-Kasten) und beim Wintersportangebot durchaus mithalten können, Abstriche müssen dort dagegen bei der Qualität des lokalen Angebots oder der Infrastruktur in Kauf genommen werden.

So schön ist heuer der Winter in Bayern

So schön ist heuer der Winter in Bayern

Ausrüstung

Kinder wachsen schnell, und Ski, Stiefel und Helme müssen darum fast in jedem Winter neu angeschafft werden. Immer mehr Gäste leihen darum ihre Ausrüstung, fahren so die neuesten Modelle und haben mehr Platz im Kofferraum bzw. auf dem Autodach. Manche Hotels verleihen Kindern sogar Skier gratis oder gewähren ihren Gästen Rabatte. Wer vorab online reserviert, spart am Urlaubsort zusätzlich viel Zeit.

Unterkunft

Die Reiseveranstalter registrieren eine zunehmende Nachfrage nach günstigen Familienzimmern und Ferienwohnungen für Selbstversorger sowie nach All-inclusive-Angeboten. „Die Budgetsicherheit wird immer wichtiger“, sagt Beat Blaser, Leiter Produktmanagement Individualreisen bei Thomas Cook und Neckermann Reisen. Aber auch auf preislich höherem Niveau wird gespart: Aldiana hat im österreichischen Club Hochkönig einen Anteil an Familienzimmern von 50 Prozent, die bestens gebucht werden, da der Nachwuchs bis 14 Jahre gratis im Zimmer der Eltern nächtigt.

Gästekarte

In Bad Hindelang staunen die Urlauber, wenn sie in ihrem Übernachtungsbetrieb – vom Vier-Sterne-Hotel bis zur Ferienwohnung – die Gästekarte bekommen: Der Skipass ist darin inklusive. Immerhin 32 Pistenkilometer, sechs Lifte, zwei Bergbahnen, ein zwei Hektar großes Schnee- Kinderland und drei Rodelbahnen sowie die örtlichen Busse können damit unter anderem kostenlos genutzt werden. Für die Urlauber sind alle Leistungen bereits mit dem Übernachtungspreis abgegolten, die Karte kann pro bezahlter Übernachtung einen Tag lang eingesetzt werden. „Vor allem Familien springen sehr stark darauf an“, sagt Hindelangs Kurdirektor Maximilian Hillmeier. Der Vorteil der Hindelang-Plus-Karte ist enorm: Ein Tagesskipass für Erwachsene kostet 29 Euro, für Kinder 18 Euro. Etwa 240 Betriebe machen bei Bad Hindelang Plus mit und finanzieren das Gratisangebot mit einer Umlage. Und die, die dabei sind, verzeichneten in den beiden Jahren, in denen die Karte nun angeboten wird, eine Steigerung der Gästezahlen um knapp zehn Prozent. Für den gesamten Ort Bad Hindelang rentiert es sich zudem, denn die Kaufkraft bleibe letztlich in der Gemeinde, sagt Hillmeier, „die Gäste geben das Geld großzügiger aus“.

Volker Pfau

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