Freie Sicht aufs Wettersteingebirge: Am Höhenzug vom Eckbauer zur Elmauer Alm kommt man bei gutem Wetter ohne Schneeschuhe aus. Rauch

Winterwanderung

Vor den weißen Riesen

Heute gibt es einen Höhepunkt nach dem anderen: Eine aussichtsreiche Fahrt mit der Eckbauerbahn, die Überschreitung des sonnigen Höhenzuges vom Eckbauer zur Elmauer Alm mit Wettersteinpanorama...

...drei gemütliche Einkehrmöglichkeiten und das winterlich beschauliche Bergdorf Wamberg. Und wer will, kann je nach Schneelage die Winterwanderung zu seiner ersten Tour auf Schneeschuhen machen.

Los geht es im Schatten der großen Olympiaschanze, wo man in die kleinen, halboffenen Gondeln steigt. Ihr Vorteil: Man kann luftig frei nach allen Seiten schauen, auf den riesigen, wie ein Horn in den Himmel ragenden Bau der Schanze, hinab auf Garmisch-Partenkirchen und schließlich aufs Wettersteingebirge. Das wird oben am Eckbauer erst richtig schön: Zugspitze, Alpspitze und viele weitere verschneite Felsriesen reihen sich auf. Nah genug für tolle Einblicke, weit genug weg, um den Sonnenschein nicht zu stören.

Abenteuer auf der Nordseite

Der Name „Eckbauer“ stammt von den „Bauern am Eck“, die hier oben einst die Bergwiesen bewirtschafteten. Der Arzt und Botaniker August Einsele schrieb 1834: „Kartoffel, Gerste und Flachs kommen auf diesem Bergrücken noch zur Reife“. Einsele war natürlich im Sommer hier oben und dies in einer Zeit, als man auch den Bergen noch einen landwirtschaftlichen Ertrag abtrotzen musste. Heute gehört der winterliche Eckbauer den Skitourengehern und Winterwanderern, den Sonnenanbetern und Panoramafreunden. Für die bleibt die Aussicht auf dem anschließenden Weg zur Elmauer Alm erhalten. Im Auf und Ab durch Wäldchen und über freie Schneeflächen geht es dahin. Nach ein paar Tagen ohne Neuschnee ist die Route oft eingetreten, so dass man die Schneeschuhe am Rucksack lassen kann. Allerdings lohnt es auch dann, sie ein wenig neben der Spur im glitzernden Weiß auszuprobieren. Ausgiebig zieht sich der Höhenrücken gen Osten, ehe nach einem Waldstück plötzlich die Hütte auftaucht. In den 1920er-Jahren wurde der urige Holzbau der Elmauer Alm auf 1203 Meter errichtet. Von der Terrasse schweift der Blick auf’s Karwendel, auf die Soierngruppe und hinüber zum Hirzeneck, der letzten Anhöhe des Kamms über Klais. Über das Rabenhölzl von Süden kommen zahlreiche Winterwanderer herauf, die die kurzen Wege ab den Schlosshotels Kranzbach und Elmau gewählt haben. Wer den Rückweg gemütlich gestalten will, kehrt danach zur Eckbauerbahn zurück.

Zugspitze, Alpspitze und andere verschneite Felsriesen

Etwas abenteuerlicher ist der Abstieg über Wamberg. Hierzu taucht man in die schattige Nordseite des Höhenzugs ein. Die Schneeschuhe sind hier eine gute Hilfe, die Orientierung ist dank der Forststraße einfach. Später geht es durch eine Mulde und bald ist das Bergdörfchen Wamberg in Sicht. Wenige Häuser drängen sich um die schöne, fast 300 Jahre alte Kirche St. Anna. Man kann sich kaum vorstellen, dass das rund 1000 Meter hoch gelegene Wamberg bis 1978 eine eigene Gemeinde war. Damals gehörten noch die Weiler von Graseck südlich des Eckbauers, Schlattan, Gschwandt und Höfle auf der gegenüberliegenden Talseite am Wank sowie Kaltenbrunn im Tal zu Wamberg. Heute gehört das Bergdorf zu Garmisch-Partenkirchen, doch die Wamberger, die noch acht Häuser bewohnen, haben sich ihr Gefühl der Eigenständigkeit bewahrt. Rechts oberhalb, im Haus „Zum Lipp“, lädt der gemütliche Berggasthof Wamberg zu einer weiteren Einkehr. Er geht auf eine ehemalige Ettaler Klosterschwaige zurück. Der restliche Talweg führt nun auf geräumtem Weg weiter. Bald ist wieder die Sprungschanze in Sicht. Die Sonne ist hinter der Zugspitze verschwunden und macht Platz für einen gemütlichen Winterabend.

Von Christian Rauch

ÜBER GARMISCH-PARTENKIRCHEN

ANFAHRT – Auto: A 95 München – GAP bis Autobahnende, weiter B 2 bis GAP und Richtung Innsbruck. Am Ortsausgang rechts zu Skistadion und Eckbauerbahn. Bahn: Vom Bhf. GAP Ortsbuslinien 1/2 Richtung Klinikum.

TOUR – Wenn’s nicht frisch geschneit hat, ist der Übergang zur Elmauer Alm oft eingetreten. Schneeschuhe sind aber beim Abstieg über Wamberg nötig (alternativ zum Eckbauer zurück, per Bahn talwärts).
Gehzeit: ca. 4-5 Stunden (bei Abstieg über Wamberg, sonst etwas kürzer).
Verlauf: Aus der Bergstation heraus links und Beschilderung Elmauer Alm folgen. Zunächst auf geräumtem Winterweg. Später teilt sich die Route kurz auf: entweder links aussichtsreicher über eine Anhöhe mit Kreuz oder bequemer rechts unten vorbei. Ein wenig weiter im Wald. An einer Wegverzweigung geradeaus (Schilder „Elmauer Alm über Höhenrücken“). Ab jetzt sind Schneeschuhe von Vorteil, außer der Weg ist eingetreten (an den Bäumen gelbe „Snow Shoe Trail“-Markierungen). Zunächst geht es durch lichten Wald, dann weist (bevor eine freie Schneise geradeaus abwärts führt) eine gelbe Markierung rechts in den dichteren Wald. Aufsteigend bis zu einem Wegweiser. Weiter bergauf, dann am freien aussichtsreichen Rücken entlang. Schließlich wieder durch Wald und rechts hinab zur Forststraße. Auf dieser links, später rechts hinab zur Elmauer Alm.

Rückweg zum Eckbauer auf gleichem Weg oder Abstieg über Wamberg: Von der Alm zurück bis zur ersten Abzweigung. Wo es links zum Eckbauer zurückgeht, rechts abwärts (unbeschildert, bald aber gelbe Schneeschuhschildchen an Bäumen). Rechts um einen Hügel und bergab. Bei einer Verzweigung geradeaus und leicht bergauf. Auf und ab zu einer Wiese, dann kurz steiler durch Wald bergab. Durch lichte Schneisen hinab zu den Wiesen. Links haltend am Berg auf einen Wirtschaftsweg. Über ihn rechts zu einer Straße, die von links kommt. Auf ihr hinab nach Wamberg. Im Dorf links (Schild Skistadion) und auf geräumtem Weg hinab zur Straße. Rechts über Krankenhaus-Parkplatz und auf Straße links zurück zum Parkplatz am Skistadion.

LAWINENGEFAHR – Im Gebiet herrscht normalerweise eine geringe Lawinengefahr. Im freien winterlichen Gelände (besonders beim Abstieg über Wamberg) dennoch immer den Lawinenlagebericht prüfen (www.lawinenwarndienst- bayern.de)! Bei erhöhter Warnstufe besser am Eckbauer bzw. oben am Höhenrücken bleiben.

EINKEHR – 1. Elmauer Alm: tägl. außer Mo.; bei schlechtem Wetter im Schloss Elmau Öffnung der Alm erfragen (08823/180).
2. Berggasthof Eckbauer: Wochenende bei gutem Wetter, T.: 08821/ 2214; www.eckbauer.de.
3. Berggasthof Wamberg: Tel.: 08821 / 2293.

ECKBAUERBAHN – 9 bis 16.30 Uhr. Letzte Talfahrt: 17 Uhr. Tel.: 08821 / 3469; www.eckbauerbahn.de

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