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Gespurter Anstig zum Piz Chavalatsch: v.l. Martin Leitner, Dietmar Rexhausen, Peter Schlickenrieder, Patrick Jost.

Alpenüberquerung auf Ski: Das transalp-Tagebuch von Peter Schlickenrieder, 2. Tag

"Wir fühlten uns wie im weißen Paradies"

Entgegen meiner gestrigen Befürchtungen war heute ein richtig schöner Tag. Um 7.30 Uhr machten wir uns bei bestem Wetter auf nach Scuol.

Nach einer kurzen Fahrt neben der Straße ging es zu Fuß weiter bis wir ab Stilf die Ski unterschnallen konnten. Unterwegs zum Piz Chavalatsch trafen wir einige Leute was uns ein Gefühl von Zivilisation gab. Zudem erleichterten vorhandene Spuren den Anstieg, so dass wir zügig voran kamen.

Tagebuch-Bilder: Peter Schlickenrieders Alpenüberquerung

Langlauf-Profi Schlickenrieder: Auf Ski über die Alpen

Man fühlte sich wie im weißen Paradies und versank fast in Meditation. Keiner redete mehr. Nur das Klack, Klack, Klack der Stöcke war zu hören. Die Abfahrt vom Piz Chavalatsch in Richtung Grenzübergang bei Müstair führte durch traumhaften Pulverschnee und lichten Arvenwald. Keine Lawinengefahr, keine steilen Hänge. Wir befanden uns inmitten eines Naturschutzgebietes.

Den S-Charjöchl schafften wir allerdings nicht mehr bei Tageslicht, obwohl wir wie die Feuerwehr rannten. Patrick, Dietmar und Martin hatten heute ein sehr rasches Tempo. Bis zum Nachmittag hielt ich trotz der meiner schweren Ausrüstung mit, dann ließ ich die Jungs vorlaufen. Wenn man zu schnell oder auch zu langsam ist, zehrt das an den Kräften. Ich hatte rund zehn Minuten Rückstand, aber durch die weiten Flächen bestand immer Blickkontakt zu den Dreien.

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Hannibal Schlickenrieder: Alpenüberquerung auf Ski

Am S-Charljöchel trafen wir uns alle zur gemeinsamen Abfahrt wieder. Nach kleineren aber anstrengenden Gegenanstiegen konnten wir mit den Ski bis nach Scuol reinfahren. Die dritte Etappe ist geschafft! Statt der 47 Kilometer auf dem Papier sind wir heute allerdings 62 Kilometer gelaufen. In der Theorie lässt sich die exakte Strecke eben nicht immer im voraus planen. Für morgen ist schlechtes Wetter ankündigt. Wäre ja auch zu schön, sieben Tage bei blauem Himmel zu laufen. Ich hoffe, es wird nicht so schlimm und freue mich auf eine spannende und interessante Etappe.

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